Bergamt vermutet Zusammenhang mit Erdgasförderung

Erdbeben in Bothel

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Das Erdbeben in Bothel blieb weitgehend unbemerkt.

Bothel - Von Michael Krüger. Am Freitagmorgen hat im Raum Bothel die Erde gewackelt – gemerkt haben werden es aber nur die wenigsten. Der Niedersächsische Erdbebendienst (NED) im Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat ein leichtes Erdbeben mit der Lokalmagnitude 1,9 gemeldet. Um 8.21 Uhr hat es demnach gewackelt. Das Epizentrum lag den Angaben nach nördlich von Hemsbünde in Richtung Bartelsdorf.

Ein Erdbeben der Magnitude 1,9 führt nur zu leichten Erschütterungen, die an der Grenze der Spürbarkeit liegen und vor allem an Messstationen registriert werden, heißt es vom LBEG. Meldungen aus der Bevölkerung gibt es bislang nicht. Auch die Polizei und Bothels Bürgermeister Dirk Eberle waren von der Meldung überrascht – sie hatten am Nachmittag von dem Beben noch nichts gehört. Gemerkt auch nicht. Anrufe besorgter Bürger habe es nicht gegeben, so Eberle.

Der Niedersächsische Erdbebendienst registrierte das Erdbeben mit Hilfe seismischer Stationen, die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffegemeinsam mit geophysikalischen Forschungs- und Hochschuleinrichtungen betrieben werden. Das Überwachungssystem für seismische Ereignisse des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung in Deutschland hat dieses Beben ebenfalls aufgezeichnet. Da das Epizentrum mitten im Erdgasfeld Rotenburg/Taaken liegt, stuft der NED einen Zusammenhang mit der Erdgasförderung daher als wahrscheinlich ein. Etwa fünf Kilometer südöstlich im Bereich Söhlingen wurden in den Jahren 2004 und 2012 bereits vier ähnliche seismische Ereignisse registriert – mit zum Teil deutlich stärkerer Ausprägung. Im Oktober 2004 bebte zum Beispiel in Rotenburg die Erde mit einer Magnitude von 4,5. Das jüngste vom Landesbergamt im Detail bewertete Beben im Zusammenhang mit der Erdgasförderung in Niedersachsen stammt vom 1. Mai 2014 aus Syke. In seinen stärksten Ausprägungen erreichte es die Kategorie 5 von 12, wobei letztere eine Zerstörung fast aller Gebäude bedeutet. Das Syker Beben hatte diese Beschreibung: „Viele Schlafende erwachen. Wenige werden verängstigt. Gebäude werden insgesamt erschüttert. Hängende Gegenstände pendeln stark, kleine Gegenstände werden verschoben.“

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