Landeskirche muss sparen / Schimmel im Erdgeschoss / Brockeler wollen keinen Abriss

Gemeinde will Pfarrhaus erhalten

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Die erste Gemeindeversammlung seit Jahrzehnten beschäftigte sich am Mittwoch mit der Zukunft der Pfarrgebäude.

Brockel - Von Tobias Woelki. Die Zukunft des Brockeler Pfarrhauses bleibt weiter offen. Die Kirchengemeinde steht nämlich vor der Entscheidung: Abriss und Neubau, Sanierung des vorhandenen Gebäudes oder ein Verkauf. Die Diskussion darüber ist nötig, da die Landeskirche die Liegenschaften und Gebäude der einzelnen Kirchengemeinden nicht mehr unterhalten will. Der Grund: Bei der Landeskirche klingeln die Kassen angesichts sinkender Steuereinnahmen nicht mehr so häufig.

Über die Zukunft des Hauses diskutierte am Mittwochabend im Gemeindehaus angeregt eine Gemeindeversammlung – die erste nach Jahrzehnten. Zu der hatte der Kirchenvorstand um den Vorsitzenden Eberhard Thamm eingeladen.

Nach intensiver Diskussion beauftragte die Versammlung den Kirchenvorstand, ein Konzept zu erstellen. Konsens an dem Abend war, dass das Pfarrhaus erhalten werden müsse, da es seit Generationen zur Kirchengemeinde gehöre.

Fakt ist aber auch, dass die Kirche seit 25 Jahrennichts mehr ins denkmalgeschützte Pfarrhaus investiert hat und inzwischen der Schimmel im Erdgeschoss Einzug gehalten hat. Mit der Folge, dass Pastorin Ina Jäckel bereits ihre Koffer packte und aus ihrer Dienstwohnung im Erdgeschoss nach Bothel in eine andere Wohnung umzog.

Noch weitere Probleme beschäftigen den Kirchenvorstand. Denn die Landeskirche zieht sich wegen knapper Kassen immer mehr aus der Gebäudeunterhaltung zurück „und hat zusätzlich angekündigt, für eine notwendige Sanierung des Pfarrhauses keinen Euro auszugeben“, sagte Pastorin Ina Jäckel. „Ein Gutachter, der das Pfarrhaus untersuchte, kam zu dem Ergebnis, dass die Pastorenwohnung wegen Schimmelbefall unbewohnbar ist.“ Jäckel merkte an: „Die Landeskirche beteiligt sich aber bei einem Neubau mit bis zu 30 Prozent an den Kosten.“

Der Keller ist das nächste Problem. Vor Jahren wurde er aus unerklärlichen Gründen zugeschüttet. Und seit Jahren dringt in den porösen Sockel des Pfarrhauses Feuchtigkeit ein.

Ein von der Landeskirche beauftragtes Berliner Planungsbüro riet der Kirchengemeinde als wirtschaftlichste Lösung, das Pfarrhaus abzureißen, ein neues mit zehn Altenwohnungen aufzubauen und eine Dienstwohnung zu errichten, um zugleich auch durch die Miete Einnahmen zu generieren.

Doch die Gemeindeversammlung spielte an dem Abend nicht mit. Sie sprach sich einvernehmlich für den Erhalt des Pfarrhauses aus.

Für Brockels Bürgermeister Rolf Lüdemann und Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle ist ein Abriss überhaupt keine Option. „Dieses Gebäude ist ein Teil der Geschichte vieler Menschen hier. Das ist nicht nur eine energetische Frage, sondern eine Frage, ob man das Ensemble hier erhalten will“, sagte Eberle.

Um an Fördergelder zu gelangen, gilt es nun, verscheidenen Töpfe anzuzapfen – unter anderem wurde auch an die Hohe Heide gedacht.

woe

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