Kindeswohlgefährdung nicht bestätigt

Chaotische Zustände in Kita: Landesjugendamt schreitet in Brockel ein

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Hinter den Brockeler Kita-Mauern rumort es.

Ein Notbetrieb, ein vergiftetes Betriebsklima durch Anschuldigungen zwischen Kollegen, ratlose Eltern und Kinder, die heute nicht wissen, wo sie morgen betreut werden: In der Brockeler Kindertagesstätte herrschte in den beiden vergangenen Wochen regelrechtes Chaos.

Brockel - Als offizielle Begründung, dafür, dass zunächst nur 24 statt gut 100 Kinder betreut werden können, hatte Bürgermeister Rolf Lüdemann (CDU) einen „hohen Krankenstand des Personals“ genannt. „So können wir nur eingeschränkte Betreuungszeiten in dem Rahmen anbieten, die der Gesetzgeber zulässt“, so Lüdemann gegenüber unserer Zeitung.

Hinter den Türen des Kinderlands wurden inoffiziell aber eine Reihe von Gerüchten laut, bei dem unter anderem auch das Wort Kindeswohlgefährdung gefallen sein soll. Das hat die Gemeinde jetzt zum Anlass genommen, unserer Zeitung eine Stellungnahme zu schicken.

Verdacht der Kindeswohlgefährdung nicht bestätigt

„Dem Kindergarten werden von vereinzelten ehemaligen Mitarbeitern und Eltern kindeswohlgefährdende Handlungen vorgeworfen“, heißt es darin. Die Verdachtsfälle seien von Mitarbeitern der zuständigen Behörde zur Untersuchung gemeldet worden. 

„Das Landesjugendamt hat sämtliche Vorfälle in einer örtlichen Prüfung untersucht. Der Verdacht der Kindeswohlgefährdung konnte nicht bestätigt werden. Die betroffenen Eltern sind informiert“, steht in der Mitteilung, die laut E-Mail von den Mitgliedern des Gemeinderats und der Verwaltung verfasst worden sein soll.

Supervision für Kita-Mitarbeiter

Ein Einschreiten hat die Lüneburger Außenstelle des Landesjugendamts aber offenbar doch für sinnvoll erachtet, denn die von ihm „empfohlenen Umstrukturierungen der Leitungsorganisation des Kindergartens und ein geänderter Umgang mit Konfliktsituationen, insbesondere bei verhaltensauffälligen Kindern, werden aktuell in enger Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde umgesetzt“, heißt es weiter in der Stellungnahme. Dazu gehöre auch die erste Supervision für die Mitarbeiter am 30. September. Die Eltern würden laufend darüber informiert.

Weiter heißt es im Text: „Durch die Umstrukturierung und einen erhöhten Krankenstand läuft in der Kita aktuell ein Notbetrieb. Die Eltern sind erfreulicherweise bereit, das Personal bei der Betreuung der Kinder zu unterstützen, wo es nur geht. Sie stehen den Erzieherinnen bei, um diese vor den weiter laufenden Anschuldigungen und Verdächtigungen der ehemaligen Mitarbeiter über soziale Medien zu schützen.“

Großes Bewerberinteresse an Leitungsstellen

Das Interesse an den zwei neu ausgeschriebenen Leitungsstellen durch externe Bewerber sei sehr groß. Die künftigen Kita-Leiter würden gemeinsam mit dem Träger die angestoßenen Ablauf- und Prozessverbesserungen umsetzen, endet die Stellungnahme.

Worum es bei den Vorwürfen genau geht, wollte die Sachbearbeiterin des Landesjugendamts mit einem Verweis auf die Pressestelle des Kultusministeriums nicht sagen. Anfragen unserer Zeitung in Hannover blieben bis Redaktionsschluss unbeantwortet.

Hortbetrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt

An der Tür des Kindergartens hängt zurzeit ein Zettel, der besagt, dass Lisanne Paysen Kindergarten und Krippe kommissarisch leitet. Aufgrund des hohen Arbeitsaufwands könne sie aber nicht mehr im Hort tätig sein, sodass der Hortbetrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt werden müsse. 

Die Grundschule Brockel habe angeboten, die Betreuung einiger Hortkinder bis 15 Uhr zu übernehmen. Bei Interesse sollten sich Eltern dort melden. „Für den Kindergarten kann ein Betrieb von 7.30 bis 16 Uhr und für die Krippe nur eingeschränkt von 7.30 bis 14 Uhr angeboten werden“, heißt es weiter.

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