Krippe ist schon ausgelastet

Gemeinde Kirchwalsede erhält 144 000-Euro-Förderung für Betreuungsstätte

Katja von der Brehling (v.l.), Eike Holsten und Ursula Hoppe vor dem umgebautem Walseder Strolchennest.
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Katja von der Brehling (v.l.), Eike Holsten und Ursula Hoppe vor dem umgebautem Walseder Strolchennest.

Kirchwalsede – Fast ein Jahr lang hat Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe (CDU) auf eine Nachricht vom Niedersächsischen Kultusministerium gewartet und seit der vergangenen Woche ist sie da: Für die Umbaumaßnahmen in der Kinderkrippe Walseder Strolchennest erhält die Gemeinde eine Förderung in Höhe von 144 000 Euro. Damit können die Kosten zum großen Teil gedeckt werden.

Für die zweite Gruppe musste ein zusätzlicher Raum mit Nebenräumen geschaffen werden, wodurch insgesamt Kosten in Höhe von 195 000 Euro anfielen. Weil der Förderbescheid auf sich warten ließ, hatte sich der heimische Landtagsabgeordnete Eike Holsten (CDU) an den Kultusminister Grant-Henrik Tonne (SPD) gewandt und umgehend eine positive Reaktion erhalten. „Aufgrund des bereits länger zurückliegenden Beginns der Baumaßnahme und der damit verbundenen Vorfinanzierung durch die Gemeinde wird ausnahmsweise von der Reihenfolge der Antragsbearbeitung abgewichen“, heißt es in der Antwort des Ministers. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm zur Kinderbetreuungsfinanzierung. Holsten machte sich vor Ort ein Bild von den Baumaßnahmen.

Laut Bürgermeisterin Hoppe sei ursprünglich eine zweite Gruppe mit 15 Kindern geplant gewesen, aber wegen der begrenzten Fläche sind es nur zwölf Kinder. So kommen derzeit insgesamt 27 Kinder in die Krippe, jeder Platz ist belegt. „Bei den Neuanmeldungen haben wir im Sommer eine Warteliste“, sagte die Leiterin Katja von der Brehling. Die zentral gelegene Kinderbetreuungseinrichtung für die beiden Gemeinden Kirchwalsede und Westerwalsede erfreue sich auch wegen des Kneippkonzepts großer Beliebtheit. Durch das können die Walseder Kinder nämlich bis zum Ende der Grundschulzeit in den Genuss von Armbädern oder Beingüssen nach der Kneippmethode kommen. „Im besten Fall sind die Kinder neun Jahre mit Kneipp versorgt“, sagte die Leiterin.

Gut, dass es die dritte Kraft in der Krippe nun gibt. Zur Qualitätssicherung sollte dies auch in den Kindergärten versucht werden.

Eike Holsten, CDU-Landtagsabgeordneter

Allerdings wies von der Brehling auch auf die immer größer werdende Erwartungshaltung der Eltern für eine Betreuung der Kinder hin. „In der Krippe ist die Arbeit anders als im Kindergarten“, beschrieb sie den Unterschied der Betreuung der kleinsten von sechs Monaten bis zu drei Jahren Alter. Die kleinsten Kinder in der Krippe benötigten schließlich besonders viel Zuwendung.

„Der Betreuungsschlüssel hat schon seine Berechtigung“, kam sie auf die politischen Vorgaben zu sprechen. Denn seit 2015 gibst es die dritte Kraft in jeder Krippengruppe. Somit sind sechs Erzieherinnen und weitere Aushilfen oder Praktikanten im Walseder Strolchennest beschäftigt.

„Gut, dass es die dritte Kraft in der Krippe nun gibt. Zur Qualitätssicherung sollte dies auch in den Kindergärten versucht werden“, nahm Holsten Bezug auf das aktuell in Beratung befindliche Kita-Gesetz.

Dieses Thema vertiefte er im Anschluss mit zahlreichen Kitaleitungen aus dem ganzen Landkreis Rotenburg und der bildungspolitischen Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Mareike Lotte Wulf in einer Videokonferenz, um die Einschätzungen aus der Praxis in die Beratungen einfließen zu lassen. Mehr als 30 erfahrene KitaLeitungen nannten Kritikpunkte am Gesetz, wie die immer noch zu großen Gruppen in den Kitas. Auch die Einbeziehung von Auszubildenden als dritte Kraft in einer Gruppe in Ausnahmefällen wurde kritisiert.

„Für den Sommer haben wir schon 55 Anmeldungen im Kindergarten“, informierte Hoppe und berichtete von den großen Herausforderungen beim Umbau der alten Sparkasse zum Kindergarten. In der neuen Einrichtung seien dann 75 Plätze geplant, und der Bedarf werde durch die starke Auslastung der Krippe logischerweise stetig ansteigen, wodurch die Gemeinde dann bereit sei für noch mehr Nachfrage nach Kitaplätzen in den nächsten Jahren.

Die Befreiung der Eltern von den Kindergartengebühren schaffe schließlich zusätzlich Begehrlichkeiten, die von der Gemeinde letztendlich erfüllt werden müssen, und das mit Weitsicht. „Deswegen war es gut, die Pläne schon in der Schublade zu haben“, stellte Ursula Hoppe fest.  

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