Konzern „ExxonMobil“ veranstaltet regionales Forum / Gasförderung und Lagerstättenwasser im Fokus

Twesten kritisiert: „Eher Chemievorlesung statt Dialog“

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„ExxonMobil“-Fachmann Hans Hermann Nack stellt sich den Fragen der Landtagsabgeordneten Elke Twesten.

Hemslingen - „Wir haben uns bewusst gegen eine Veranstaltung entschieden, in der wir Dinge durch die rosarote Brille betrachten. Es geht uns um einen ehrlichen Dialog, und das heißt auch, dass man den Finger in die Wunde legt“, betonte Ritva Westendorf-Lahouse, Leiterin der Unternehmenskommunikation des Konzerns „ExxonMobil“ in Niedersachsen, während des Diskussionstermins zum Thema „Erdgasförderung“, der am Dienstag viele Besucher in Meyers Landhaus nach Hemslingen lockte.

Gleich zu Beginn der Veranstaltung reklamierte ein Anwesender, dass er nicht das Gefühl eines Dialogs auf Augenhöhe habe, „angesichts einer Veranstaltung, bei der eine Gliederung des Ablaufes und ein Handout vorliegt sowie ein Protokoll gefertigt“ werde.

Unter der Leitung der Moderatoren Ruth Hammerbacher und Peter Brieber referierten „ExxonMobil“-Fachleute über den Prozess der Gasgewinnung und über die Chemie des Lagerstättenwassers. Aber auch der Ausstieg der Verpressung aus dem Kalkarenit und mögliche Modelle zur weiteren Aufbereitung von Lagerstättenwasser wurden vorgestellt. Immer wieder versuchten die Exxon-Leute zu beruhigen, indem sie den Prozess der Gasgewinnung mit Bezug auf die Risiken von Lagerstättenwasser, Radioaktivität und Quecksilber erläuterten.

„Man hat gemerkt, dass das Unternehmen alles dafür tut, um die Gasgewinnung durchzusetzen“, bilanzierte die Landtagsabgeordnete Elke Twesten (Grüne) am Ende der Veranstaltung, der sie eher den „Charakter einer Chemievorlesung statt eines Dialogs“ zusprach. Den Zuhörern gelang es immer wieder, Nadelstiche zu setzen. So wussten einige mit Fachwissen aus Chemie oder Medizin sowie eigenen Erfahrungswerten die Konzernvertreter in Verlegenheit zu bringen. Twesten zufolge zeige dies, dass der Öffentlichkeit längst klar sei, worum es gehe und „ExxonMobil“ dennoch versuche, die Gasförderung und auch Fracking salonfähig zu machen: „Uns wird gezeigt, dass einzelne, kleine Eingriffe in die Natur alleine keine Gefahr darstellen würden. Aber wie reagieren diese Eingriffe zusammen? Das ist von den Unternehmen bisher nicht erklärt worden. Zur Sicherheit der Umwelt und der Bevölkerung darf Fracking nicht angewendet werden.“ Die Scheeßelerin forderte die Bürger auf, weiter „Druck auszuüben, ihre Angst vor den Gefahren deutlich zu machen und nicht davor zurückzuschrecken, bestimmte Fragen zu stellen“.

mas

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