E:A:O in Söhlingen: Interview mit der Band „Another Girl Called Josephine“

„Kommunikation mit dem Publikum ist extrem wichtig“

Die Band „Another Girl Called Josephine“ spielt am 2. September in Söhlingen.

Söhlingen - Nach dem fulminanten 20. Geburtstag im vergangenen Jahr starten die Macher des Söhlinger des „Erntefestes All Over“, kurz E:A:O, am Freitag, 2. September, ab 20 Uhr in die 21. Runde. Laute Gitarren und ambitionierte Musiker im Festzelt an der Söhlinger Straße und das Ganze für kleines Geld: Die alte Lady unter den lokalen Konzertveranstaltungen bleibt sich ihrer Linie auch nach 20 Jahren treu. In loser Reihenfolge stellt unsere Zeitung einige Bands im Interview vor. Heute: „Another Girl Called Josephine“ (Alternativ Rock aus Barchel) mit ihrem Sänger Jan-Philip Grüthusen.

Wann haben Sie das erste Mal das E:A:O wahrgenommen und was haben Sie gehört?

Grüthusen: Also so richtig gehört haben wir davon erst, als wir fürs E:A:O eingeladen wurden. Wir freuen uns über die Einladung und sind gespannt darauf, wie es wird. Wir haben also wenig gehört und wollen uns dieses Jahr selber einen Eindruck machen.

Das E:A:O ist mit 21 Jahren älter als Ihre Band. Macht Ihnen das Angst?

Grüthusen: Nein, im Gegenteil. Alter Kram ist im Musik-Bereich oft inspirierend. Ohne Led Zeppelin, Black Sabbath, Jimi Hendrix und Co. würde es Rock-Festivals in der Form wahrscheinlich gar nicht geben und wir und ganz viele andere würden unsere Musik gar nicht so machen.

Finden Sie es generell sexy, die Groupies nicht Backstage zu treffen, sondern wie in Söhlingen am Tresen?

Grüthusen: Am Tresen ist es immer charmanter. Alle haben den gleichen Pegel, man begegnet sich auf Augenhöhe. Und der Dancefloor ist nicht so weit weg, das erleichtert immer die Kommunikation. Aber Josephine wartet ja auch noch bei uns im Proberaum, da haben die Groupies ziemlich große Konkurrenz.

Wie sehen Sie Ihre Musik im Kontext zur klassischen Uff-Ta-Ta-Schützenfestmusik? Gibt es Parallelen wie zum Beispiel eine klassische Musikausbildung?

Grüthusen: Also eine klassische Musikausbildung haben wir alle in dem, was wir machen. Wir haben oder hatten alle Unterricht. Die Parallele, die man ziehen kann, ist das Musikmachen an sich. Wenn jemand ein Musikinstrument lernt und sich in irgendeiner Formation wohlfühlt, ist das erstmal eine geile Sache. Ob das nun Klassik oder Metal oder sonst was ist, ist erst mal belanglos. Solange es den Leuten Bock macht, ist alles gut. Dass die Musik, die man macht nun nicht alle gut finden können, ist genauso klar, Geschmäcker sind unterschiedlich, da sind alle Genres betroffen.

Wie kam es, dass Sie Musik machen wollten? Gab es da die eine bestimmte Band, die Vorbild oder einfach Inspiration war?

Grüthusen: Mit Musik haben wir alle schon lange zu tun und sind alle einzeln ziemlich stark inspiriert von unterschiedlichsten Künstlern. Wir haben uns vor gut drei Jahren zusammen gefunden, da wir große Fans der Red Hot Chili Peppers sind. Wir haben erst mal mit Coversongs von den Peppers angefangen, aber schon nach kurzer Zeit kam die erste eigene Songidee. Wir bauten unser Repertoire an Coversongs aus und haben gleichzeitig eigene Stücke geschrieben. Das ist nun fast die Regel, wir finden dabei aber immer Inspiration von den Peppers und anderen Künstlern. Das ist das Coole daran: Jeder hört seinen eigenen Kram, ist davon beeinflusst und bringt das mit in die Songs ein, sodass etwas Neues entsteht, das unser eigenes Ding ist.

Sie sind erst kurz im Geschäft, haben mit dem Local Heroes Kreisentscheid schon etwas Gutes gewonnen, und erreichen viele neue Fans. Wo soll die Reise hingehen?

Grüthusen: Durch Local Heroes ging die Reise sogar bis nach Hannover zum Landeshalbfinale und dann ins Landesfinale. Das war eine geile Erfahrung. Wir haben viele neue Bands kennengelernt, die alle ganz unterschiedliche Musik machen, unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben und mit denen man sich super austauschen konnte. Wir haben durch Local Heroes viele neue Fans gewonnen, die uns auf Facebook und Co. folgen. Eine weitere grandiose Sache ist der Gewinn eines Studioaufenthalts im Hörwerk Tonstudio in Bookholzberg bei Delmenhorst über drei Tage. Diesen haben wir auf insgesamt sieben Tage verlängert und konnten endlich unser erstes Album aufnehmen. Die Reise wird dann erst mal sein, unser Album zu promoten und natürlich ganz viele Gigs zu spielen, sodass wir hoffentlich viele Leute für unsere Musik begeistern können.

Wie bekommen Sie die Zuschauer von der Theke vor die Bühne?

Grüthusen: Wir sehen immer zu, dass unser Set möglichst abwechslungsreich ist und für jeden etwas dabei ist. Von funkigen Rockstücken über Hard-Rock hin zu Balladen. Die unterschiedlichen Facetten und der funkige Groove, der unter unseren Stücken liegt, wird kein Tanzbein unbewegt lassen. Natürlich ist uns die Kommunikation mit dem Publikum extrem wichtig, denn ein Konzert ist nur geil, wenn beide Seiten zusammen abgehen. 

jw

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