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Kirchwalseder „Sahnestück“ bleibt privat

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Von: Tobias Woelki

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Auf das Areal in der Ortsmitte soll ein Bebauungsplan gelegt werden, damit Gemeinde Einfluss behält.
Auf das Areal in der Ortsmitte soll ein Bebauungsplan gelegt werden, damit Gemeinde Einfluss behält. © Woelki

Das Gelände, auf dem der Kirchwalseder Kindergarten beheimatet war, geht aus Kostengründen nicht in den Besitz der Gemeinde über.

Kirchwalsede – Schweren Herzens verzichtet die Gemeinde Kirchwalsede auf den Ankauf des Grundstücks in der Dorfmitte, auf dem das Fachwerkhaus steht, in dem der Kindergarten untergebracht war. Der bekommt ab August/September in der dann umgebauten Sparkassenfiliale eine neue Heimat. Bis dahin werden die Kinder im Sporthaus Westerwalsede betreut. Die Entscheidung, auf den Kauf des Grundstücks zu verzichten, beschloss der Gemeinderat Kirchwalsede während der gut besuchten Sitzung mit großer Mehrheit.

Damit beenden Kirchwalsedes Kommunalpolitiker eine Diskussion, die in vergangenen Monaten teilweise sehr emotional geführt worden war. Seit dem Jahreswechsel steht das Gebäude leer und die Eigentümerin beabsichtigt, weiterhin das Gebäude mitsamt Grundstück zu verkaufen. Dazu erklärte Bürgermeister Friedrich Lüning (BLM): „Ich persönlich habe den Gedanken verfolgt, dass die Gemeinde das Grundstück kauft, weil sich damit für unser Dorf enorme Entwicklungsmöglichkeiten bieten würden. Ich hätte das Sahnegrundstück mitten im Dorf gerne in unseren Händen gehabt.“

Allerdings verlange die Eigentümerin einen Kaufpreis, den die Kommune nicht zahlen könne, weil sie künftig andere Aufgaben und Herausforderungen stemmen müsse, die „enorm viele finanzielle Mittel binden“. Denn im Rahmen des Generalentwässerungsplanes muss die Gemeinde in den kommenden zehn Jahren drei Regenrückhaltebecken bauen, die das Oberflächenwasser aufnehmen. Die geschätzten Kosten liegen bei 1,8 Millionen Euro.

Wie der Bürgermeister erklärte, habe die Gemeinde ein Wertgutachten für das Haus und Grundstück in Auftrag gegeben, das inzwischen vorliege. Und dabei sei herausgekommen, dass der ermittelte Grundstückswert und die Preisvorstellungen der Eigentümerin weit auseinander lägen. „In Absprache mit dem Kämmerer der Samtgemeinde kommen wir zu dem Ergebnis, dass wir uns den Kauf des Grundstücks nicht leisten können“, so Lüning, der sich damit von seiner Aussage im Vorfeld der Kommunalwahl verabschiedete, das Grundstück kaufen zu wollen.

Hans-Joachim Norden (BLM) sagte: „Wir haben mit dem Grundstückserwerb wirklich ernsthaft geliebäugelt, um auch das Parkplatzsystem zu entzerren. Eigentlich müssten wir es auch kaufen, können es uns aber aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht erlauben.“

Das habe die CDU im ehemaligen Gemeinderat bereits seit Jahren erkannt, konterte Henning Böhling. „Die betriebswirtschaftliche Weitsicht hatten wir damals schon“, so der CDU-Mann.

„Die Chance war ohnehin vertan, weil die ehemalige Mehrheit im Gemeinderat den Umbau der Sparkasse forciert hat. Wir können uns den Kauf des Geländes nicht leisten, weil sich die Kommune nun verschulden müsste“, meinte Gabriele Hornhardt (BLM).

So lehnte der Gemeinderat mehrheitlich den Ankauf bei zwei Enthaltungen ab. Nur zwei Ratsmitglieder stimmten für den Kauf. Im Gegenzug will der Gemeinderat eine Veränderungssperre für das Grundstück des ehemaligen Kindergartens erlassen und einen Bebauungsplan aufstellen, um auf eine mögliche Bebauung einzuwirken.

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