Rat einigt sich auf Umzug in Nachbargemeinde

Kirchwalseder Kita-Notlösung steht

Das alte Kirchwalseder Fachwerkhaus dient aktuell als Kindergarten, soll aber verkauft werden.
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Das alte Kirchwalseder Fachwerkhaus dient aktuell als Kindergarten, soll aber verkauft werden.

Kirchwalsede – Die Kinder des Kirchwalseder Kindergartens werden ab Anfang kommenden Jahres im Westerwalseder Sporthaus betreut. Das hat der Gemeinderat während seiner Sitzung am Montag beschlossen. Im Grünen Jäger waren auch einige Westerwalseder Politiker dabei, schließlich ging es um die Frage, ob die Kinder der beiden Nachbargemeinden zumindest für sieben, acht Monate einen Übergangskindergarten im Sporthaus Westerwalsede beziehen.

Für die notwendigen kindgerechten Umbaumaßnahmen müssen rund 27 000 Euro kalkuliert werden. Das war im vorher tagenden Kindergarten-Ausschuss bekannt gegeben worden.

Allerdings gab es gleich zu Beginn des Zusammentreffens eine kleine Überraschung. Denn Ratsherr Reiner Henke (Bürgerliste) stellte den Antrag, den Kita-Beschluss zu verschieben. „Ich würde gerne nur beraten“, so Henke. „Mir fehlen in der Sache einfach Zahlen. Wir haben keine Unterlagen, wir haben noch keinen Mietvertrag“, warf er ein. Daher wolle er im Grunde über das Thema nicht entscheiden: „Ich finde es gut, dass es in der Sache eine Lösung gibt, aber mir fehlen die Unterlagen“, so das Ratsmitglied. Er werde sich demnach enthalten. Er zweifele die Summe nicht an, aber es gehe um etwa 40 000 Euro, und „da hätte ich gerne mehr Informationen“, kritisierte er.

Oliver Dierks als Sprecher des Kindertagesstätten-Ausschusses äußerte sich als nächster Redner. „Wir haben eine pragmatische Lösung.“ So werde verhindert, dass die Kinder in Containern untergebracht werden müssen. „Auch die Erzieherinnen können sich das am Übergangsstandort gut vorstellen“, führte er weiter aus.

Bürgermeisterin Ursula Hoppe (CDU) betonte, dass ein Beschluss dringend nötig sei, weitere Details könnten noch geklärt werden. Während einer Sitzungsunterbrechung berichtete Westerwalsedes Bürgermeister Jochen Hestermann (CDU), dass „die Entscheidung zum Wohle der Kinder“ getroffen werde. Zwar müssten die aktuellen Nutzer des Sporthauses ausweichen, aber „insgesamt war dies für uns kein großes Thema“, so Hestermann.

Umbau im Dezember, Einzug im Januar

Die noch notwendigen Arbeiten seien überschaubar und es werde ein entsprechender Mietvertrag zwischen den Gemeinden abgeschlossen. Da das Mietverhältnis zum 1. Dezember beginnen solle, müsse man jetzt den Umbau zügig angehen. „Ich würde mich freuen, wenn der Rat heute Abend ein deutliches Votum in der Sache abgibt“, schloss Hestermann. Dieser Wunsch erfüllte sich einstimmig bei zwei Enthaltungen.

Damit die Kinder in ihrem neuen Domizil auch rechtlich abgesichert sind, musste eine neue Vereinbarung zum Betrieb der Kita mit der Gemeinde Westerwalsede beschlossen werden. Schon während der Ratssitzung im Juli hatte das Gremium sich hierzu beraten. „Die Bedenken aus beiden Gemeinden wurden aufgenommen, beraten und besprochen“, stellte Henning Böhling (CDU) hierzu fest. Zuvor hatte Bürgermeisterin Ursula Hoppe (CDU) schon bemerkt, dass die Neuordnung ohnehin begrüßenswert und notwendig sei, da die aktuellen Regelungen noch aus dem Jahr 1992 stammten. Schnell einigte sich der Rat auf ein einstimmiges Ja in dieser Sache.

Der vorübergehende Umzug der 63 Kinder und ihren Erzieherinnen kommt zustande, da der neue Kirchwalseder Kindergarten im ehemaligen Sparkassengebäude noch gebaut werden muss.

Der jetzige Kindergarten befindet sich in einem sanierungsbedürftigen Fachwerkhaus, das die Eigentümer verkaufen wollen und darum den Mietvertrag mit der Gemeinde gekündigt haben. Schon zu Beginn der Sitzung konnte Bürgermeisterin Hoppe eine weitere Information bekannt geben: Den Zuwendungsbescheid für Investitionskostenförderung der neu zu schaffenden 75 Kita-Plätze in Höhe von 540 000 Euro sei jetzt da. In der Förderung seien Mittel vom Land Niedersachsen in Höhe von gut 466 000 Euro enthalten, der Landkreis Rotenburg stocke diese Mittel um 73 500 Euro auf. Damit wird jeder neue Kita-Platz mit insgesamt 7 200 Euro gefördert.

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