Nachbarn halten zusammen

Kirchwalseder Kita zieht ins Sporthaus Westerwalsede

Der Westerwalseder Bürgermeister Jochen Hestermann und seine Kirchwalseder Kollegin Ursula Hoppe wollen bei der Errichtung der Kita-Übergangslösung auch selber mit anpacken.
+
Der Westerwalseder Bürgermeister Jochen Hestermann und seine Kirchwalseder Kollegin Ursula Hoppe wollen bei der Errichtung der Kita-Übergangslösung auch selber mit anpacken.

Westerwalsede – Noch hängen die errungenen Medaillen des FC Walsede an der Wand des Thekenraums im Westerwalseder Sporthaus. Noch ziehen sich die Gymnastikdamen gleich nebenan um, um sich mit Sport im großen Saal des Hauses fit zu halten. Aber schon am 1. Dezember ist damit Schluss, dann haben nämlich Bauarbeiter rund fünf Wochen lang das Sagen, denn das Sporthaus wird vorübergehend zum Kindergarten.

„Und das ist eine gute Wahl“, sagt Kirchwalsedes Bürgermeisterin Ursula Hoppe (CDU), „denn das Mieten einiger Container wäre ungleich teurer geworden, als die Maßnahmen, die jetzt im Sporthaus der Nachbargemeinde nötig sind.“

Denn die dann 63 Kinder, von denen rund ein Drittel eh aus Westerwalsede stammt, müssen für rund sieben bis acht Monate an einem anderen Standort betreut werden, bis der neue Kindergarten im ehemaligen Sparkassengebäude fertig ist. Hintergrund ist die Kündigung des Pachtvertrags für das alte Fachwerkhaus, in dem der Kindergarten aktuell untergebracht ist. Die Eigentümer wollen das Gebäude verkaufen, die Gemeinde hatte auch Interesse gezeigt, aber die Vorstellungen, was für das Haus samt Grundstück hingeblättert werden muss, klafften doch sehr weit auseinander, sodass die Verhandlungen beendet worden waren.

Neue Kita im alten Sparkassenhaus kostet 1,3 Millionen Euro

Der Umbau des Sparkassengebäudes, das schon in der Hand der Gemeinde ist, wird rund 1,3 Millionen Euro kosten. „Aber rund 800 000 gibt es an Zuschüssen, wobei wir zum Glück in das Dorfentwicklungsprogramm reingerutscht sind. Von dort kommen allein 500 000 Euro“, freut sich Hoppe.

Klar, auch im Westerwalseder Sporthaus muss noch einiges getan werden, damit sich die Drei- bis Sechsjährigen nicht an den Kippfenstern die Finger klemmen oder vom weitläufigen Spielplatz gleich nebenan ausbüxen. „Aber das hält sich von den Kosten her alles im Rahmen“, so Westerwalsedes Bürgermeister Jochen Hestermann (CDU) für den es politisch „keine Frage“ war, den Nachbarn in dieser Notlage zu helfen: „Der entsprechende Ratsbeschluss dürfte nur Formsache sein, weil schon im Vorfeld alls Mitglieder des Gemeinderats den Daumen gehoben haben“, so Hestermann. Obendrein würde seine Gemeinde von einigen Umbauten wie einen umzäunten Spielplatz ja auch nach dem 1. August 2022 profitieren. Genaue Zahlen lägen zurzeit noch nicht vor, „aber bis zu unserer Ratssitzung am Montag, 6. September, habe ich alles zusammen“, so Ursula Hoppe.

Der Spielplatz wird noch eingezäunt.

Im Inneren des 1990/1991 erbauten Sporthauses wird der große Saal mittels einer Leichtbauwand getrennt, sodass zwei der drei Gruppen dort untergebracht werden können. Die kleinste Gruppe findet im gemütlichen Aufenthaltsraum Platz, wobei der Thekenbereich natürlich auch hinter einer später schnell demontierbaren Wand versteckt wird. Die jetzigen Umkleidekabinen werden Büro und Personalräume für die Erzieherinnen, und die Sanitäranlagen werden ebenfalls noch kindgerecht gestaltet. „Im Grunde ist diese Übergangslösung besser als die aktuelle Situation am jetzigen Standort“, erläutert Hoppe. Die dankt auf diesem Wege auch der Schulbehörde, die grünes Licht für die Sporthaus-Nutzung gegeben hatte. „Sonst wäre es echt schwierig und mit den Containern sehr teuer geworden, zumal wir gar nicht gewusst hätten, wo wir sie hätten aufstellen sollen.“

Natürlich hätten die Sportler aus Westerwalsede „nicht unbedingt Hurra“ geschrien, als sie über die Kita-Pläne informiert worden seien, berichtet Jochen Hestermann. „Schließlich muss Fußball für sieben oder acht Monate des kommenden Jahres in Kirchwalsede gespielt werden, aber alle haben volles Verständnis für die Situation.“ Das zeige, dass die Menschen im Walseder Raum zusammenhalten. Denn auch Süderwalsede gehöre dazu, denn im dortigen Heimat- und Kulturhaus fänden die Westerwalseder Gymnastikdamen und andere Gruppen Unterschlupf. „Letztlich ist es eine mutige, aber auch kluge Entscheidung der Kirchwalseder gewesen, den Schritt eines Kindergartenneubaus zu gehen“, lobt Hestermann.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

waipu.tv feiert Geburtstag: Sichern Sie sich jetzt das Sonderangebot mit Netflix inklusive!

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

E.ON-Wallbox effektiv kostenlos: staatliche Förderung nutzen und Ökotarif abschließen

Meistgelesene Artikel

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“: Eigentümer will bauen

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“: Eigentümer will bauen

Pläne für Visselhöveder „Altensiedlung“: Eigentümer will bauen
Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen

Warnstufe 1 für den Landkreis Rotenburg ausgerufen
Street-Workout-Gemeinde weiht Calistenics-Park am Weichelsee ein

Street-Workout-Gemeinde weiht Calistenics-Park am Weichelsee ein

Street-Workout-Gemeinde weiht Calistenics-Park am Weichelsee ein
„Perspektive Innenstadt“: Scheeßel profitiert vom Förderprogramm des Landes

„Perspektive Innenstadt“: Scheeßel profitiert vom Förderprogramm des Landes

„Perspektive Innenstadt“: Scheeßel profitiert vom Förderprogramm des Landes

Kommentare