Beten für ein zerbrechliches Paradies

Kirchwalseder Kirchengemeinde bereitet Weltgebetstag der Frauen vor

Das Gemälde von Juliette Pita wird zum Weltgebetstag in Originalgröße samt Staffelei in der Kirchwalseder Kirche zu sehen sein.
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Das Gemälde von Juliette Pita wird zum Weltgebetstag in Originalgröße samt Staffelei in der Kirchwalseder Kirche zu sehen sein.

Kirchwalsede – Heike von Wesel, Ellen Hartmann und Elke Müller sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden: Denn trotz Corona wollen die drei Kirchwalsederinnen den Weltgebetstag der Frauen, der am 5. März einmal rund um den Erdball unter dem Thema „Vanuatu“ gefeiert wird, an der St.-Bartholomäus-Kirche veranstalten.

„Auf jeden Fall und unbedingt“, betonen die engagierten Frauen, die allerdings ihre ursprünglichen Planungen aus dem vergangenen Jahr wegen der Pandemie auf den Kopf stellen müssen. „Denn die Sicherheit unserer Gäste geht vor“, sagt Heike von Wesel.

Darum sei es aktuell auch noch unklar, wie genau der zum Fest gehörende Gottesdienst vonstatten gehen werde, aber „unsere Kirchengemeinde war in den vergangenen zwölf Monaten bei vielen Veranstaltungen bereits sehr kreativ, und Pastor Matthias Wilke wird schon etwas einfallen, wie der Gottesdienst im Rahmen der Corona-Regeln gefeiert werden kann“, ist sich Ellen Hartmann sicher.

Sie und ihre Mitstreiterinnen werden in der ersten Märzwoche auf dem Kirchhof ein buntes Informationsprogramm rund um das Land Vanuatu mit seinen 83 Inseln mitten im Pazifik auf die Beine stellen. „Dazu gehören Einblicke in das Land mit seinen Traumständen, blauem Meer mit bunten Fischen, Palen und leckeren Früchten“, so Müller. Sie möchte aber auch darüber aufklären, dass diese heile Welt durch den Klimawandel und dem damit verbundenen Anstieg des Meeresspiegels bedrohter ist als viele andere Regionen auf der Welt.

Aber auch ein bisschen Gaumenfreude werde am Weltgebetstag geboten: „Und zwar dreht sich alles rund um die leckeren Gerichte, die auf den Inseln angeboten werden. Allerdings dürfen wir Corona-Bedingt nicht kochen, sondern nur die Rezepte weitergeben“, so Müller.

„Wir wollen mit der Durchführung des Weltgebetstags die Kette der Veranstaltungen nicht abreißen lassen. Denn die Menschen auf Vanuatu haben jetzt das Pech, dass sie ausgerechnet in Pandemiezeiten den Mittelpunkt des Weltgebetstags bilden“, betont Heike von Wesel, die während der Veranstaltung Wandbehänge präsentiert, die ein Haus symbolisieren, in dem die Menschen aus Vanuatu leben. „Das ist angelehnt an das Thema des Gebetstags .Worauf bauen wir?‘“

Ellen Hartmann ist am 5. März für die Glaubensfragen zuständig und hat dabei die Übersetzung Vanuatu symbolisch in den Vordergrund gerückt. „Die bedeutet hoher Berg, und darum liegt es nahe, die Bergpredigt des Matthäusevangeliums im Neuen Testament ein bisschen zum Thema zu machen.“ Denn ein Berg habe viele Facetten. So könne der Gipfel erstürmt werden, es gebe aber auch für viele Menschen einen Berg voller Problem und Sorgen, aber ein Berg könne auch beschützen. „All das werden wir beim Gebetstag beleuchten.“

Für Licht im Turm der Kirche ist dann auch gesorgt, denn ein Gemälde von Juliette Piat, der bekanntesten Künstlerin Vanuatus, wird von den Besuchern zu sehen sein. Das Bild zeigt die Zerbrechlichkeit des Landstrichs, über den häufig Wirbelstürme ziehen.

Die Frauen aus Vanuatu sind während der Internationalen Weltgebetstagskonferenz lange vor Corona, im Jahr 2012, ausgewählt worden, den Gottesdienst für 2021 vorzubereiten. „Damals konnte noch niemand wissen, welche Folgen die Pandemie hat, darum hoffen wir, dass die Besucher die Spendenbox in der Kirche reichlich füllen, damit die Menschen auf Vanuatu nicht doppelt bestraft werden, weil die Kollekten der Gottesdienste für Projekte in ihrer Region bestimmt sind“, betonen die drei Kirchwalsederinnen, die jetzt noch ein paar Wochen Zeit haben, ihre Ideen auch handwerklich in die Tat umzusetzen.

„Aber bei der Kreativität, die wir bisher gezeigt haben, wird uns das gelingen“, sind sie sich sicher und hoffen, dass viele der geglückten Experimente des vergangenen Jahres auch in die „Nach-Corona-Zeit“ übernommen werden.

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