Lummerland für neun Monate im Nachbardorf Westerwalsede

Kirchwalseder Kindergarten zieht um

Kita-Leiterin Nele Kregel ist mit dem Start nach dem Umzug der Kindertagesstätte ins Nachbardorf zufrieden.
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Kita-Leiterin Nele Kregel ist mit dem Start nach dem Umzug der Kindertagesstätte ins Nachbardorf zufrieden.

Westerwalsede – „Die Kinder aus Westerwalsede freuen sich: Einige kommen jetzt mit dem Roller. Aber auch ansonsten funktioniert die tägliche Betreuung reibungslos.“ Nele Kregel, die Leiterin des Kirchwalseder Kindergartens Lummerland, ist zufrieden mit ihrer neuen Bleibe. Denn wo bisher Fußballer ihren Sieg bei einem kühlen Blonden an der Theke gefeiert haben, wird jetzt Memory gespielt oder mit Legosteinen gebaut. Der Umzug des Kindergartens in das Sporthaus des Nachbardorfs Westerwalsede hat bestens geklappt und die Arbeit läuft ebenfalls optimal.

Bis August oder September sind die 63 Kinder in den drei Gruppen und die insgesamt 13 Erzieher in ihrem Ausweichquartier untergebracht, weil sie wegen der Kündigung des Mietvertrages aus ihrem angestammten Haus in der Kirchwalseder Ortsmitte raus mussten. Bis das ehemalige Sparkassengebäude im Dorf zu einer Kita umgebaut ist, vergehen einige Monate und so hatten sich die beiden Gemeinden auf den Übergang im Sporthaus geeinigt. „Dass der Start so geklappt hat, liegt sicher auch daran, dass die Eltern schon lange darüber informiert waren und sich auf die etwas längere Fahrt einstellen konnten“, vermutet Kregel.

Das Logo darf in Westerwalsede nicht fehlen.

Die Räume waren für den Einzug gut vorbereitet, letzte handwerkliche Griffe wie zum Beispiel Schalldämmung an den Wänden des großen Raums werden noch vollendet. Bürgermeister Friedrich Lüning (BLM) und sein Stellvertreter Hans-Joachim Norden (BLM) sind froh, dass der „Kraftakt Umzug“ funktioniert hat, auch, „weil wir wirklich viele ehrenamtliche Helfer hatten und darum zum Glück schnell fertig waren“, wie Lüning formuliert. Drei Lkw des befreundeten Jägerbataillons der Bundeswehr seien mitgefahren, eine Gruppe aus dem Elternrat hatte geschleppt und gestapelt sowie für Stärkung gesorgt und auch einige Gemeinderatsmitglieder haben mit angepackt. „So wurden alle Sachen aus dem ehemaligen Kindergarten hierher gebracht. Viele Hände, schnelles Ende“, schmunzelt Lüning und drückt auf diesem Weg seinen Dank aus.

Nele Kregel, Friedrich Lüning und Hans-Joachim Norden (v.l.) danken den vielen Helfern.

Im Sporthaus wurden zwei große und ein etwas kleinerer Gruppenraum hergerichtet, außen vor dem Haus trägt ein Zaun dafür Sorge, dass die Kinder ohne Gefahr unter freiem Himmel spielen können. Die Toiletten wurden mithilfe von Podesten so hergerichtet, dass die kleineren Kinder sie gut benutzen können. „Das bauen wir dann natürlich alles wieder zurück“, so Norden.

Natürlich haben jetzt auch alle Spielsachen ihren Platz in den Räumen gefunden, die vorher noch einer Grundreinigung unterzogen worden waren. Und immer hatten alle Beteiligten den Faktor Zeit im Nacken, denn einen kompletten Kita-Umzug in nur wenigen Tagen zu erledigen, dazu gehört schon Organisationsgeschick.

Der große Raum ist bereits kindgerecht eingerichtet, an den Wänden wird noch Schalldämmung angebracht.

Und es wird nicht die letzte Herausforderung sein: „Unser Ziel ist es, zum 1. August wieder ausgezogen zu sein“, legt Lüning die Messlatte für die Bauarbeiter in Kirchwalsede recht hoch, schränkt aber ein: „Maximal bis Mitte September soll das vorübergehende Asyl dauern.“ Diese Zeitschiene entspreche der Planung des Architekten und er gehe davon aus, dass der Zeitrahmen eingehalten werden könne. Diese Zusage sei der springende Punkt gewesen, als es darum ging, final zu entscheiden, wie es in den kommenden Monaten weitergeht mit der Unterbringung der Kinder.

Aktuell stehe allerdings fest, dass die bisher kalkulierten Umzugskosten in Höhe von 27 000 Euro nicht ganz ausreichen werden. „Es wird wohl etwas teurer“, bedauert Lüning, konkrete Zahlen könne er noch nicht nennen. „Wir danken noch einmal der Gemeinde Westerwalsede und auch den Nachbarn des Sporthauses, die das alles so gut mitmachen“, führte Lüning aus. Die jetzige Lösung sei auf jeden Fall besser als eine Betreuung in Containern.

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