Rat diskutiert Kauf

Kindergarten in Kirchwalsede: Hoher Preis, schlechter Zustand

Hendrik Winkelvos ist neu im Rat. Bürgermeisterin Ursula Hoppe begrüßte den Nachrücker während der Ratssitzung.
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Hendrik Winkelvos ist neu im Rat. Bürgermeisterin Ursula Hoppe begrüßte den Nachrücker während der Ratssitzung.

Kirchwalsede wird den alten Kindergarten wohl nicht kaufen. Das ist das Ergebnis einer Ratssitzung.

Kirchwalsede – Der Umbau der alten Sparkasse zum Kindergarten beschäftigt die Kirchwalseder schon seit einiger Zeit. Ebenso die Frage, was mit dem Gelände und Gebäude des alten Kindergartens passiert. In einem Antrag hat die Kirchwalseder Ratsfrau Gabriele Hornhardt nun den Erwerb der Fläche angestrebt. Allerdings formulierte sie ihr Anliegen während der Sitzung um: Es solle nur darüber beraten, aber noch nicht beschlossen werden. Es ginge um den Erhalt des Dorfkerns. Nach dem Erwerb könne das alte Fachwerk-Bauernhaus saniert werden. „Es wäre so schön, wenn wir das alte Bauernhaus erhalten könnten. Ich halte den Erwerb für sinnvoll“, betonte sie.

Die 1,37 Millionen für den Umbau und Erweiterung der Sparkasse halte sie derweil wegen der Baukostensteigerung für unrealistisch. „Der Zug ist schon abgefahren“, so Hornhardt angesichts des gültigen Ratsbeschlusses zum Kindergartenumbau. Dann holte sie zum Angriff gegen die Ratskollegin Anke Widmer aus, die in dem von ihr initiierten Workshop zum Dorfkern ganz bewusst das alte Kindergartenhaus aussparen wolle. „Wir müssen so oder so ein altes Gebäude sanieren“, entgegnete Widmer, jedoch habe die alte Sparkasse die bessere Bausubstanz. Beim alten Kindergarten kämen zur Komplettsanierung und Renovierung eben noch die exorbitante Preisforderung der derzeitigen Besitzer dazu. „Ich weiß nicht, wann sie überhaupt das letzte Mal da drinnen waren?“, fragte Widmer, ob des Zustandes des Fachwerkhauses, in dem im Moment zwei Kindergarten-Gruppen betreut werden. „Der Preis, der im Raum steht, wäre vom Kommunalrecht gar nicht darstellbar“, äußerte sich Bürgermeisterin Ursula Hoppe (CDU) zum Antrag.

Schon vor diesem Tagesordnungspunkt teilte sie ihren Unmut in Richtung Hornhardt darüber mit, dass die Ratsfrau der Bürgerliste mit einem Anruf bei der Behördenleitung in Lüneburg versucht habe, die Förder- und Zuschussanträge für den Sparkassen-Umbau zu torpedieren. Die 850 000 Euro Zuschüsse seien für die Gemeinde sehr wichtig. „Das ist fast wie ein Sechser im Lotto“, meinte Hoppe.

„Der Zeitpunkt, das alte Kindergartengebäude zu kaufen, war nie gegeben“, kommentierte Oliver Diercks (CDU) den Antrag. Sein Parteikollege Henning Böhling kritisierte den Einzelantrag an sich. So etwas solle zunächst besser in der eignen Ratsgruppe diskutiert werden, als es direkt auf die Bühne des Rates zu hieven. „Das nennt man dann auch mal Demokratie“, mahnte er eine effektivere Ratsarbeit an. „Wir können sowas nicht mit den Steuergeldern machen. Das ist nicht zu verantworten“, sprach sich Holger Böhling (CDU) ebenfalls gegen einen Kauf des Bauernhauses aus.

Während der Sitzung des Gemeinderates Kirchwalsede verabschiedete Bürgermeisterin Hoppe den Ratsherren Rolf Luttmann (Bürgerliste), der zuvor überraschend auf seinen Sitz verzichtete. Als Nachrücker wurde Hendrik Winkelvos verpflichtet. „Mit einem weinenden und einem lachenden Auge“, gebe er nun seinen Platz im Gemeinderat auf. Es gehe darum, wie wir unser Dorf gestalten wollen, mahnte Luttmann zum Abschied an. Die Bürgermeisterin sprach Luttmann ihren ausdrücklichen Dank für die Arbeit als Vorsitzender des Finanzausschusses aus und bedauerte seinen Rückzug. Sie nannte als Beispiel seinen Einsatz bezüglich der Verhandlung von Pachtverträgen, die der Gemeinde Kirchwalsede zusätzliche Einnahmen brachten. Für wenige Monate vor der Wahl nimmt nun Winkelvos Platz in den kommunalpolitischen Gremien der Gemeinde.

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