Hornhardt scheitert mit Antrag

Keine Benjes-Hecke am Kirchwalseder Diershop

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Hein Benjes, Erfinder der gleichnamigen Hecke, nutzte die Unterbrechung der Sitzung des Kirchwalseder Gemeinderats, um über die Vorzüge der Maßnahme zur Flurbelebung zu referieren.

Kirchwalsede - Von Tobias Woelki. Die Atmosphäre im Kirchwalseder Gemeinderat knisterte ein wenig. Allerdings nicht aus Freude über das bevorstehende Weihnachtsfest, sondern eher aus Frust. Besonders bei Gabriele Hornhardt (GBLK), denn aus ihren beantragten Benjes-Hecke in der Gemarkung Diershop wird erstmal nichts.

Die CDU-Fraktion im Gemeinderat begegnete den Anträgen ihrer ehemaligen Parteifreundin nämlich eher mit Skepsis. So hatte die GBLK-Ratsfrau beantragt, an der Straße Auf dem Diershop eine Benjes-Hecke anzulegen. „Die Jüngeren wissen gar nicht mehr, wie die Landschaft früher mal ausgesehen hat. Die Vielfalt in der Natur geht deutlich zurück. Die Arbeit der Landwirtschaft muss sich ändern, sonst wird sie geändert. Eine Benjes-Hecke könnte der Anfang sein, um die Landschaft an dem Standort aufzuwerten“, erklärte Gabriele Hornhardt.

Dazu unterbrach Bürgermeisterin Ursula Hoppe (CDU) die Sitzung, damit Hein Benjes aus Hellwege, Erfinder der gleichnamigen Hecke, den Vorteil dieser Ansammlung von Gehölzen erläutern konnte.

„Eine Hecke dieser Gestalt ist die wirkungsvollste Art einer Flurbelebung. Sie wird angelegt durch kleine Steine, Baumstümpfe, Schnittgut und Pioniergehölzen. Eine Gestrüpphecke ist einfach und vor allem kostengünstig als Schutz für Tiere anzulegen. Die Hecke müsste fünf Meter breit sein. Die Länge spielt keine Rolle. Als ästhetisches Element strukturiert sie die Landschaft und schafft einen Erholungswert.“

In der anschließenden Diskussion lehnte die Bürgermeisterin die Heckenbreite am genannten Standort ab und schlug vor, einen neuen Bereich zu suchen, um solch eine Hecke zu errichten. Holger Böhling (CDU) ist außerdem der Meinung, dass „es in der Region Kirchwalsede bereits genügend Hecken gibt“.

Henning Böhling (CDU) kritisierte ebenfalls den von Hornhardt ausgewählten Standort: „Hecken haben sicherlich viele Vorteile. Aber der Diershop ist nicht geeignet, weil die Wege dort zu schmal sind.“

Gabriele Hornhardt entgegnete: „Die Situation dort ist wirklich grottig. Ich wäre auch bereit, die Hecke aus eigenen Mitteln selbst anzulegen und eine Patenschaft zu übernehmen.“

Aber auch dieser Antrag wurde von der CDU-Fraktion und Mitgliedern ihrer eigenen Ratsgruppe abgelehnt. Lediglich Gabriele Hornhardt und Gruppensprecher Rolf Luttmann stimmten für die Idee, Anke Steinmetzer (CDU) enthielt sich der Stimme.

Auf die weiteren Anträge von Hornhardt ging der Rat ein. So sollen auf Gemeindegrund Pfähle in die Feldmark eingebracht werden, auf den Raubvögel ansitzen können. Die Kosten will Hornhardt übernehmen.

In Abstimmung mit den Wegemeistern soll außerdem ein Blühstreifen angelegt werden, was auch die Bürgermeisterin als „gute Sache“ bezeichnete.

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