„Einfach bauen läuft nicht“

Brockeler wollen Pläne verhindern: Kampf gegen den Funkturm

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Renate Hauch (v.l.), Bernt Meyer und Heike Benecke sind nicht damit einverstanden, dass ein Funkturm für eine Wertminderung ihrer Häuser sorgt. Sie hoffen auf viele Unterstützer.

Brockel - Von Jens Wieters. „Wir nutzen alle Handys und sind nicht generell gegen Masten, aber es darf nicht sein, dass solch ein riesiger Turm in unserer direkten Nachbarschaft aufgestellt wird!“ Anwohner des sogenannten Brockeler Wochenendgebiets sind sauer, dass sie offenbar vor vollendete Taten gestellt werden sollen und versprechen „alles in Bewegung zu setzen, um den Mast an diesen Standort zu verhindern“.

Das heißt für Bernt Meyer, der seit 23 Jahren am Bussardweg wohnt, zunächst einmal Widerspruch gegen die vom Landkreis erteilte Baugenehmigung einzureichen. „Dafür haben wir alle noch bis zum 12. Dezember Zeit. Ich werde jetzt versuchen, möglichst viele Nachbarn und andere Brockeler Einwohner von dem Unsinn des Handyturms in unserer Nachbarschaft zu überzeugen“, sagt Meyer, der der Meinung ist, dass knapp 300 Meter für einen 40 Meter hohen Stahlgittermast eine zu geringe Entfernung zu den Wohnhäusern ist.

Und damit steht er aktuell nicht allein da. „Unsere Häuser verlieren doch an Wert, wenn in der Nähe solch ein Turm steht“, beklagen Meyers Nachbarinnen Renate Hauch und Heike Benecke. „Wir sind aus Hamburg hier in die Natur gezogen, um Ruhe zu haben. Das Haus hat zurzeit einen gewissen Wert, den wir brauchen, falls wir mal ins Pflegeheim müssen. Ich glaube nicht, dass man es noch gut verkaufen kann, wenn der Turm erst einmal steht“, so Rentnerin Hauch.

Aber nicht nur der Wertverlust der Immobilien drängt die Anwohner zum Widerstand, sondern auch eine mögliche Gesundheitsgefährdung durch die Mobilfunksender. „Bei diesem Thema ist vieles noch gar nicht geklärt und darum sollte doch ein Standort weiter entfernt von bebautem Gebiet gewählt werden“, so der Brockeler Bernd Wettern, der sich im Kampf gegen Projekte dieser Art bestens auskennt, denn schließlich haben er und seine Mitstreiter mit dafür gesorgt, dass die umstrittene Y-Trasse nicht gebaut wird.

Bernt Meyer, der den Protest organisiert und auf viele Anrufe besorgter Bürger unter der Rufnummer 0172/4295044 hofft und eine Initiative gründen will, hat mittlerweile einen Anwalt eingeschaltet, der die betroffenen Anwohner vertreten soll. „So das Ding hier zu bauen läuft nicht. Da werden sich die Gerichte mit beschäftigen müssen“, sagt Meyer, der bereits mit großen Windrädern aus dem Bartelsdorfer Windpark in der Nachbarschaft leben muss. Er glaubt, dass er viele Gleichgesinnte findet, „zumal das neue Baugebiet, in dem viele Familien mit kleinen Kindern wohnen, auch in unmittelbarer Nähe des geplanten Turms liegt.

„Solch ein Mast ist auch negativ für das Ortsbild“

Die Planungen der Mobilfunkstation der Deutschen Funkturm GmbH aus Hamburg, für die das Amt für Bauaufsicht und Bauleitplanung des Landkreises bereits die Baugenehmigung erteilt hat, waren auch Thema im Brockel Gemeinderat. Dort hatte Bürgermeister Rolf Lüdemann (CDU) betont, dass der nichtöffentlich tagende Verwaltungsausschuss ebenfalls zu der Ansicht gelangt sei, dass der Mast zu dicht an den Häusern geplant werde. „Solch ein Mast ist auch negativ für das Ortsbild“, so Lüdemann, der betonte, dass die Gemeinde eine ablehnende Stellungnahme abgegeben habe.

„Aber obwohl es sich um ein rechtlich privilegiertes Bauvorhaben handelt, hätte es doch zumindest Informationsveranstaltungen geben müssen, damit die Leute hier wissen, woran sie sind“, kritisiert Bernt Meyer, der bereits mit der Funkturm-Firma Kontakt aufgenommen hat. „Von dort wurde mir die Bereitschaft zu einem Infoabend signalisiert. Und auch dann werden wir versuchen, den Standort zu verändern. Denn schließlich haben wir im Kuhlenmoor und Bösenkamper Moor wirklich Platz genug, damit auch die Hemslinger Bürger Handyempfang haben“, so Meyer, dem mitgeteilt wurde, dass genau das der Grund für den Bau des Turms sei.

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