Kindler und Verlinden im „Land der Verpressstellen“

„Jede Tankstelle hat höhere Sicherheitsbestimmungen“

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Andreas Rathjens (r,.) erklärt Julia Verlinden und Sven-Christian Kindler (Mitte) den Sachverhalt.

Hemslingen - Von Tobias Woelki. „Ich bedanke mich bei den engagierten und kritischen Bürgern vor Ort, die immer wieder den Finger in die Wunde legen“, betonte Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, die gemeinsam mit MdB Sven-Christian Kindler und Hemslinger Bürgern auf Einladung durch die stellvertretende Hemslinger Bürgermeisterin und Grüne-Landtagskandidatin Birgit Brennecke am Samstag das „Land der Verpressstellen“ besichtigte.

Bevor aber die Gruppe zur Besichtigungstour zur Erdgasbohrstelle Söhlingen Z1 und Betriebsstätte Söhlingen H1 in Bellen startete, nutzte Christine Rathjen die Möglichkeit, die beiden Bundestagsabgeordneten anzusprechen: „Ich bin nur eine interessierte Bürgerin, die wissen will, was hier los ist. Und deshalb habe ich das Landesbergamt angeschrieben, ob es an Bohrstellen eine Überwachung hinsichtlich des Oberflächenwassers gibt.“ Rathjen zitierte die Behörde, dass nicht jede Förderstelle eine wasserrechtliche Erlaubnis brauche. Die Überwachung läge beim Landkreis und „ich solle mich an den wenden“, so Rathjen.

Julia Verlinden informierte, dass „die Bundesregierung es 2016 verpasst hat, wirksame Regelungen für die Erdgasförderung umzusetzen, weil CDU, CSU und SPD vor der Industrie eingeknickt sind.“

„Wir werden in Berlin weiter Druck machen“

Sven-Christian Kindler erklärte: „Wir werden in Berlin weiter Druck machen gegen diese gefährliche Form der Erdgasförderung. Die Profitinteressen von Erdgaskonzernen dürfen nicht länger über der Gesundheit der Bevölkerung stehen. Wir setzen uns mit aller Kraft für die Alternativen zu den fossilen Energien ein. Jede Tankstelle hat höhere Sicherheitsbestimmungen.“

An der Bohrstelle Söhlingen Z1 informierte Andreas Rathjens die Bundestagsabgeordneten über den Sachverhalt. Die Gruppe betrachtete ein Drainagerohr an der Anlage. Birgit Brennecke: „Das Niederschlagswasser läuft direkt in den nächsten Graben. Wer kontrolliert das eigentlich?“

In Bellen schaute sich die Gruppe die Grundwassersanierung an. Auch dort fragten sich die Bundestagsabgeordneten und Birgit Brennecke, wer die Arbeiten überwache. Brennecke: „Ab 2021 soll in Söhlingen Z1 das Lagerstättenwasser aus dem gesamten Elbe-Weser-Bereich verpresst werden. Dazu braucht es ein Antragsverfahren, das aber noch nicht eingeleitet ist. Wir fordern eine Überwachung und das Einschalten des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz durch das Umweltministerium. Denn das Landesbergamt ist eine Genehmigungs- und keine Kontrollbehörde.“

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