Ministerin zur Afrikanischen Schweinepest

Otte-Kinast: „Intensive Bejagung des Schwarzwilds ist nötig“

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Barbara Otte-Kinast.

Riekenbostel - Von Henning Leeske. Die Bestandsverringerung der Wildschweine steht wegen der weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Fokus der Maßnahmen der Landesregierung.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) nimmt dazu in einem Kurzinterview Stellung.

Frau Ministerin welche Maßnahmen hat die Landesregierung vorbereitet, um den Ausbruch der ASP zu verhindern?

Barbara Otte-Kinast: Im aktuellen Nachtragshaushalt für 2018 haben wir mehrere Maßnahmen berücksichtigt und bereits in Arbeit. Es ist die intensivere Bejagung des Schwarzwildes erforderlich, um den Ausbruch der ASP zu verhindern.

Sind Prämien geplant?

Otte-Kinast: Ja, es soll eine Prämie von 25 Euro für jeden Einsatz eines Jagdhunds für die Jäger geben, weil der Einsatz der Hunde in den Brombeerbüschen, wo sich die großen Wildschweinrotten sehr oft gerne verschanzen, immer mit einem großen Risiko für die Jagdhunde versehen ist. Außerdem wird es eine Prämie von 50 Euro pro Wildsau geben, die über die Vorjahresanzahl hinaus erlegt wird.

Was ist mit der veterinärmedizinischen Untersuchung der erlegten Wildschweine auf Parasiten?

Otte-Kinast: Bezüglich der Trichinenschau fordern wir die Landkreise auf, diese Gebühren zu reduzieren oder ganz abzuschaffen. Es wird auch fünf Container im Land geben, wo tot aufgefundenes Wild gegen einen Finderlohn von 50 Euro pro Stück abgegeben werden kann.

Gibt es andere Maßnahmen?

Otte-Kinast: Die betreffen den Reiseverkehr aus den osteuropäischen Ländern zu uns. Deswegen sollten Betriebe, die demnächst Saisonkräfte aus Osteuropa, beispielsweise zum Spargelstechen, anstellen, schon im Vorfeld ihre Arbeitskräfte über die Gefahren aufklären. Sie sollten zum Beispiel auf keinen Fall Erzeugnisse aus der eigenen Hausschlachtung mit nach Deutschland bringen. Außerdem sind die Schweinemastbetriebe angewiesen, die Hygienevorschriften penibel einzuhalten.

Was wird passieren, wenn es hier doch zu einem Fall der ASP kommen würde?

Otte-Kinast: Die Abläufe wären vergleichbar mit den anderen Tierseuchen aus der Vergangenheit und den einzurichtenden Sperrzonen, wo kein Tier mehr heraus darf und den weiteren durchzuführenden Maßnahmen in betroffenen Betrieben.

Im Landkreis Rotenburg gibt es laut Landwirtschaftskammer immerhin rund 300 Schweinehalter mit ungefähr 300 000 Tieren. Was bedeutet das?

Otte-Kinast: Diese Zahlen lassen erahnen, welche Millionenwerte dabei in den Betrieben gefährdet sind.

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