Blutspende in Brockel / Hilfe sollte nicht ausgesetzt werden

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Abstand halten, warten und nur kommen, wenn man sich absolut fit fühlt – das sind die Voraussetzungen derzeit für eine Blutspende. Foto: imago images / photo2000

Brockel – Blut spenden in Zeiten von Corona? Das ist nicht nur möglich, sondern von den Blutspendediensten dringend erhofft. „Nicht nur Unfälle passieren weiterhin, wo Blut benötigt werden könnte, sondern auch Leukämiepatienten beispielsweise brauchen ihre Versorgung“, erklärt Sarina Pils, die als Ehrenamtliche bei den Blutspenden des DRK Brockel-Bothel mithilft. Auch am 1. April kann dort zwischen 16 und 20 Uhr in der Mehrzweckhalle der Grundschule gespendet werden. Allerdings unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen.

Zum einen wird direkt am Eingang die Temperatur der Spender gemessen, um sicherzugehen, dass sie kein Fieber haben. Wer sich nicht wohl fühlt, sollte ohnehin nicht kommen. Ebenso diejenigen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Sollte sich vor der Halle eine Warteschlange bilden, achten die Helfer darauf, dass der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Im Inneren der Halle werden die Liegen weiter auseinandergeschoben. Da ein zu langer Aufenthalt verhindert werden soll, gibt es diesmal auch kein Büffet. „Stattdessen bekommen die Spender ein Lunchpaket mit nach Hause, weil wir ihnen trotzdem danken wollen“, sagt Pils. An der Wand werden, so weit auseinander wie möglich, ein paar Stühle hingestellt, falls danach jemand kurz sitzen muss. Es soll aber kein Austausch stattfinden, „auch wenn das sonst sehr beliebt ist“, weiß die Helferin. Auch an der Anmeldung und in anderen Bereichen wird auf den Abstand geachtet. Außerdem steht Desinfektionsmittel für die Hände bereit.

Pils und die anderen Ehrenamtlichen fühlen sich ganz gut geschützt, sagt sie. „Wir bekommen die Atemschutzmasken, die die Ärzte vom Blutspendedienst auch tragen und wir werden noch vorsichtiger sein.“ Dennoch sei es ein komisches Gefühl, niemandem die Hand zu geben. „Das ist ungewohnt, aber wir haben es ja schon abgespeichert, halten automatisch Abstand.“ Sie sei beruhigt, weil die Helfer die ganze Zeit vom Ärzteteam begleitet werden. Auch werden weniger Ehrenamtliche als sonst vor Ort sein, nur die, die definitiv benötigt werden. Der Aufbau wird bereits am Tag zuvor durchgeführt. „Viele der Helfer sind älter und damit potenziell in der Risikogruppe – sie wollen trotzdem helfen, da ist Fingerspitzengefühl gefragt“, verrät Pils. Sie habe für jeden Verständnis, der aus Sorge absagen würde.

Sorge, zur Blutspende gehen, müsse nach aktuellem Stand niemand haben, meint Pils. Die Ehrenamtlichen und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) treffen alle Sicherheitsvorkehrungen, die sie können. Außerdem werde das Blut ohnehin getestet, bevor es an die Patienten geht. „Natürlich sollte man immer vorsichtig und nicht leichtfertig sein, aber wir versuchen alles mögliche“, sagt Pils. Sie selbst hatte auch schon die Sorge, ob aus aktuellem Anlass überhaupt jemand kommen würde. „Aber auf der anderen Seite kann ich mir vorstellen, dass viele gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit denken, dass es Zeit ist, etwas Gutes zu tun.“ Ob es dadurch auch mehr Erstspender geben wird, weiß sie nicht. „Ich glaube allerdings, dass es in etwa so viele Spender sind wie bisher auch.“ Das heißt, zwischen 100 und 110 Spender sind durchschnittlich in Brockel dabei. „Das ist im Vergleich gut“, zeigt sich Pils zufrieden. Von anderen Ehrenamtlichen hat sie aber auch schon gehört, dass sogar mehr Spender als sonst kamen. Weniger dürften es auch nicht werden. „Jede Spende ist wichtig, keine sollte ausgesetzt werden. Viele Patienten sind auch darauf angewiesen.“

Die nächsten Möglichkeiten zur Blutspende sind:

. Montag und Dienstag, 30. und 31. März, jeweils von 15 bis 19.30 Uhr in der IGS Rotenburg

. Mittwoch, 1. April, von 16 bis 20 Uhr in der Mehrzweckhalle in Brockel

. Dienstag, 7. April, von 15 bis 20 Uhr in der Grundschule Scheeßel

Die für den 1. April in Hetzwege geplante Aktion muss der DRK-Blutspendedienst jedoch absagen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bürgerrechtler verklagen Trump - "Marsch auf Washington"

Bürgerrechtler verklagen Trump - "Marsch auf Washington"

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch wurde ein Testzentrum errichtet

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch wurde ein Testzentrum errichtet

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Sonnenschutz im Auto nachrüsten

Brettspiele für die ganze Familie

Brettspiele für die ganze Familie

Meistgelesene Artikel

Hoffen auf das Weihnachtsgeschäft

Hoffen auf das Weihnachtsgeschäft

A1-Vollsperrung bei Stuckenborstel und Bockel: BMW geht in Flammen auf

A1-Vollsperrung bei Stuckenborstel und Bockel: BMW geht in Flammen auf

Kommentare