Neue Touren geplant

Hohe Heide fördert rollenden Tante-Emma-Laden von Uwe Maas

Hemslingens Bürgermeister Henry Gerken (r.) hat gleich die Gelegenheit genutzt und sich in Uwe Maas‘ rollendem Tante-Emma-Laden mit Vitaminen versorgt. - Fotos: Leeske

Westerwalsede - Von Henning Leeske. Seit mehr als 15 Jahren fährt Uwe Maas mit seinem rollenden Tante-Emma-Laden durch die Samtgemeinde Bothel, durch Teile Rotenburgs und den Heidekreis. Nach so vielen Runden ist klar, dass der mobile Verkaufswagen nicht mehr ganz zeitgemäß ist und nun ein neueres Modell angeschafft werden soll. Deswegen hatte der Einzelhändler aus Tewel Fördermittel bei der Hohen Heide in Höhe von 20.000 Euro beantragt und nun auch bewilligt bekommen.

Insgesamt wird die Anschaffung eines gebrauchten Fahrzeugs mit 50 .000 Euro gefördert. Neben den Mitteln der Hohen Heide stammen 20.000 Euro aus dem Fonds der Naturparkregion Lüneburger Heide und 10.000 aus der Kofinanzierung der Kommunen, wo Maas die Nahversorgung mit Lebensmitteln sicherstellt. Die Gemeinde Neuenkirchen wird als Kooperationspartner diese kommunalen Gelder eintreiben. Von den Gesamtkosten von knapp 67.000 Euro muss Maas den Rest selber finanzieren.

„Wenn die Hohe Heide so ein Projekt gerade für die sehr ländlichen Dörfer nicht fördern würde, was sollten diese EU-Mittel denn sonst fördern“, war der einheitliche Tenor während der Sitzung der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) im neuen Westerwalseder Dorftreff.

Zuvor hatte Maas kurz seinen Wagen und seine Dienstleistungen vorgestellt. „Meine älteste Kundin ist 99 Jahre alt, aber auch viele junge Menschen kaufen bei mir ein, wenn sie mal etwas im Supermarkt vergessen haben und nicht wegen einem Liter Milch zehn Kilometer fahren wollen“, so Maas. „In dem neuen Wagen habe ich eine viel bessere Kühlung und kann mehr Ware mitnehmen. Außerdem wird der alte Wagen weiter eingesetzt und meine Ehefrau könnte einige neue Ortschaften beliefern.“ Durch die Anschaffung könne er täglich bis 19 Uhr die Kundschaft beliefern, weil durch den zweiten Wagen mehr Zeit für das Packen sei. Als neue Station brachte er Mulmshorn ins Gespräch, weil er die Route von Ahausen umstellen wolle.

Jochen Hestermann (Rechts) informiert die Aktionsgruppe über den mit Fördermitteln realisierten Dorftreff.

Westerwalsedes Bürgermeister Jochen Hestermann (CDU) äußerte den Wunsch, die Tour bis nach Westerwalsede zu verlängern. Auch Eversen könnte von dieser Verlängerung der Verkaufsfahrten profitieren.

Außerdem erzählte Maas von den zwischenmenschlichen Aspekten seiner Tätigkeit, weil gerade ältere Einwohner der abgelegenen Ortschaften sich sehr stark auf ihn verlassen würden und meistens auch ein wenig Zeit für einen kurzen Schnack bleibe. „Der hört ja wirklich zu“, sagen die Kunden oft, wenn er sie nach dem Wohlbefinden nach einem Krankenhausaufenthalt fragt.

Ersatzbus steht zur Not bereit

Wenn der 30 Jahre alte Wagen mal in die Werkstatt muss, liefert Maas seine Bestellungen mit einem Ersatzbus aus. Viele seiner Kunden kennen sein Sortiment mittlerweile schon auswendig. „Das ist mehr als nur Grundversorgung und es ist viel Idealismus dabei“, bescheinigte die LAG dem rollenden Einzelhändler. Oft machen sich die Kunden schon Sorgen, wenn er mal eine Viertelstunde zu spät an den Treffpunkten in den Dörfern auftaucht. Mit dem neueren Modell wird er sicherlich noch pünktlicher sein, wenn es wieder heißt „Einkaufen in Uwes Tante-Emma-Laden“.

Am Freitag, 23. November, ab 20.15 Uhr wird der NDR übrigens eine Langzeitreportage über seine Verkaufsfahrten senden.

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