Überdimensionaler Gemeinschaftskühlschrank nicht mehr in Betrieb / Verein gelöscht

Im Hemslinger Kalthaus brennt kein Licht mehr

Was mit dem ehemaligen Hemslinger Kalthaus geschieht, ist noch nicht klar. - Foto: Woelki

Hemslingen - Das Kalthaus in Hemslingen ist Geschichte – quasi auf Eis gelegt. Der Trägerverein der Kalthausinteressengemeinschaft Hemslingen hatte den Betrieb von Hemslingens überdimensionaler Kühltruhe bereits im vergangenen Jahr eingestellt. Jetzt wurde auch der Verein aus dem Register gelöscht.

Damit endet auch eine Ära im Altkreis Rotenburg, da mit dem Hemslinger Kalthaus das letzte Gebäude dieser Art in der Region nun für immer geschlossen bleibt. „Durch die hohen Stromkosten wurde der Betrieb des Kalthauses von Jahr zu Jahr unwirtschaftlicher“, nennt der ehemalige Vorsitzende des Trägervereins, Otto Lüdemann, den nachvollziehbaren Grund. Aber auch der Verein selber hatte zuletzt Probleme. „Manche Vorstandsmitglieder wollten aus Altersgründen nicht mehr weitermachen“, berichtet Lüdemann. Seit 2014 habe er den zuletzt 26 Vereinsmitgliedern immer wieder erklärt, dass ein neuer Vorstand gebraucht werde. „Aber keiner hat sich bereiterklärt, den Vorsitz zu übernehmen.“

Schließlich lud Lüdemann alle Vereinsmitglieder Anfang November des vergangenen Jahres zu einer Versammlung ein, während der die Anwesenden die Vereinsauflösung beschlossen. „Die Löschung aus dem Vereinsregister beim Amtsgericht Walsrode hat allerdings acht Monate gedauert, weil es Unstimmigkeiten mit der Satzung gab, wie Einladungen zu erfolgen haben“, berichtete Lüdemann, der nun ein Schlussstrich unter das Kapitel Kalthaus ziehen kann.

„Nun habe ich es schriftlich, dass der Verein aus dem Vereinsregister gelöscht ist“, sagt er. Das Kalthaus geht in den Besitz der Gemeinde über. Und die berät nun, wie sie mit dem Altbau umgehen will.

Das Gebäude ist als historischer Zeuge einer Zeit übriggeblieben, als Kühlschränke noch ein Vermögen kosteten und für die meisten Haushalte unerschwinglich waren. Als Reaktion darauf taten sich Mitte der 1950er Jahre Gleichgesinnte zusammen, um das Kalthaus zu bauen und es als einen großen Gemeinschaftskühlschrank zu betreiben. Zuletzt nutzten Privatleute und Landwirte die 40 großen und 36 kleinen Kühlfächer. In den funktionalen Fächern lagerten überwiegend Lebensmittel.

Von Tobias Woelki

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