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Hemslinger Grundschülerin organisiert Pflanzaktion

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Von: Jens Wieters

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Juna Leinäcker (r.) mit weiteren Schülerinnen der Hemslinger Grundschule während des Projekts „Leben an Land“ in Bellen.
Juna Leinäcker (r.) mit weiteren Schülerinnen der Hemslinger Grundschule während des Projekts „Leben an Land“ in Bellen. © Wieters

Dass sich ganz junge Menschen Gedanken über Umwelt und Nachhaltigkeit machen, beweist die Viertklässlerin Juna Leinäcker, die alleine ein Pflanzprojekt in Bellen organisiert hat.

Bellen – „Nein, dort können wir die Haselnuss nicht pflanzen. Wenn die Bäume irgendwann größer werden, haben sie zu wenig Platz.“ Juna Leinäcker schlägt vor, dass das Pflanzloch ein bisschen weiter weg gebuddelt wird, und ihre Klassenkameraden nicken zustimmend. Schon ziehen einige Hemslinger Grundschüler los, graben ein Loch, während andere Wasser aus dem Teich holen und Juna das kleine Bäumchen in die fruchtbare Erde setzt und den Boden vorsichtig festklopft, „damit die Haselnuss schön gerade steht“.

Die Viertklässlerin hat das Nachhaltigkeitsprojekt mitten in der Bellener Feldmark ganz allein und in kürzester Zeit auf die Beine gestellt. Schulleiterin Nadja Köhler ist begeistert: „Am Donnerstag hatte ich ihr gesagt, dass sie drei Tage nutzen kann, um einen Ort zu finden und um nachzufragen, woher man Bäume bekommen kann. Am Freitag hatte sie schon alles organisiert.“

Hintergrund der Projekttage ist die Realisierung von 17 Nachhaltigkeitszielen. Die Hemslinger Grundschüler aus allen Klassen haben die Zeit genutzt, sich im Kinderrat ausgiebig über ihre Ziele zu informieren und zu überlegen, was sie tun können, um diesen näher zu kommen. Das sei zunächst nur in der Theorie geplant gewesen, aber die Schüler hätten das Ziel gehabt, kleinere Projekte auch umzusetzen, so Köhler.

Juna Leinäcker hat gleich mächtig Gas gegeben und ein Gelände mit Fischteich in Bellen auserkoren, um dort mehrere Dutzend Bäume zu pflanzen. „Ich bin öfter hier mit meinen Eltern, und neulich habe ich einen durch einen Sturm umgeknickten Baum im Wald entdeckt. Da bin ich auf die Idee gekommen, am Teich neue Bäume zu pflanzen, weil die lange brauchen, um groß zu werden“, berichtet Juna. Aber vorher musste sie natürlich noch die Genehmigung des Eigentümers des Geländes abwarten und gemeinsam mit ihren Vater Bäumchen aus dem Wald holen, „die sonst die Rehe gefressen hätten“. Von den Lehrkräften musste nichts geplant werden. „Alles hat die Viertklässlerin allein geregelt“, so Köhler.

Aber nicht nur das Pflanzen liegt Juna am Herzen, sondern sie möchte auch, dass die Bäume groß werden. „Und darum nehmen wir einen Stacheldraht, der schon lange Zeit an einer Wiese lag und zäunen unsere Pflanzungen ein, um sie vor Wild zu schützen. So brauchen wir keinen neuen Draht zu nehmen. Auch das ist Nachhaltigkeit“, sagt das Mädchen.

„Für uns als Schule sind diese Projekttage ein Test, weil wir im nächsten Schuljahr den ,Frei Day‘ als Lernformat etablieren wollen. Dabei haben die Kinder jede Woche vier Stunden Zeit, selbstständig an den Nachhaltigkeitszielen zu arbeiten und Projekte durchzuführen“, erläutert Schulleiterin Köhler, die durch das Netzwerk Zukunftsschule des Kultusministeriums auf die Idee gekommen ist.

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