Grüne Sabine Holsten hofft auf mehr Sachkenntnis vor dem Sägen

„Unsinniger Kahlschlag“ rund um Hemslingen

abrasiert eJungbäume an einem Feld bei Hemlingen.
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Sabine Holsten kritisiert, dass Kommunen Jungbäume einfach „abrasieren“.

Hemslingen – „Es geht gar nicht darum, dass jeder Baum geschützt wird. Es geht darum, dass Rodungsarbeiten mit Sinn und Verstand durchgeführt werden“, sagt Sabine Holsten aus Hemslingen. Die frischgebackene Sprecherin des Bothel Ortsverbands der Grünen, die in Hemslingen wohnt, war nämlich jetzt in der Feldmark unterwegs und hat sich angeschaut, wie mit den Gehölzen in der Umgebung von Hemslingen mit der Motorsäge umgegangen wird.

„Das ist unserer Region nämlich beispielhaft wie es immer wieder und überall passiert: Ein ökologisch völlig unsinniger Kahlschlag“, hat Holsten während ihrer Rundfahrt festgestellt.

Ihr sei aufgefallen, dass Landwirte in der vergangenen Wochen mit Sägen und Hochentastern unterwegs gewesen seien und „für meine Begriffe erhebliche Schäden angerichtet“ hätten.

Bäume, egal welcher Art, seien verstümmelt und amputiert worden. Äste seien nicht sauber an einer geeigneten Stelle abgeschnitten, sondern „komplett ausgefranst“ worden. „Nachwachsende Jungbäume und Büsche sind knapp über dem Boden abrasiert und ebenfalls völlig ausgefranst worden. „Diese Art und Weise führt dazu, dass Pilze und Krankheiten eindringen und die Pflanze so komplett zerstört wird“, so Holsten.

Viele Menschen für das Thema sensibilisieren

Sie will aber jetzt nicht mit dem Zeigefinger auf den oder die Verursacher deuten, sondern für mehr Obacht bei den jährlichen Baumpflegemaßnahmen werben, die „ja durchaus ihren Sinn haben“. Und dass ab und zu auch mal ganze Bäume fallen müssten, versteht Holsten schon, denn „was vor Jahrzehnten mal als kleiner Baum gepflanzt worden ist, kann jetzt ein ganzes Haus dunkel machen.“

Holsten will auch nicht nur die Landwirte für das Thema sensibilisieren, sondern auch die Kommunen, die die Arbeiten an ihre Bauhöfe und Mitarbeiter vergeben. „So habe ich im vergangenen Jahr moniert, dass ein Feldgehölz in der Nähe des Naturschutzgebiets Veerseniederung ausgedünnt worden sei, wie es oft verniedlichend heißt. Im Grunde bedeutet das nicht anderes, als dass es keinen Busch mehr auf der ganzen Wegeslänge gab.“.

Das sei nicht nur schlecht für Hase und Co., sondern nach der Abholzung könne der Wind ungehindert über die Felder fegen. Das werde in diesem Jahr noch verstärkt, weil vor ein paar Wochen nochmal „nachgearbeitet“ worden sei.

Mittlerweile gebe es auch in anderen Bereichen durch Wind erosionsgefährdete Flächen. „Es ist ja total unklug, diese Flächen so frei zu schneiden und völlig unsinnig, nachwachsende Jungbäume abzusägen, die die alten mal ersetzen sollen“, beurteilt Holsten die Lage, die von vielen Beteiligten oft lapidar als unbedeutend abgetan werde. Da helfe es auch nichts, so Holsten, wenn in sozialen Medien werbewirksam gespostet werde, dass zum Beispiel in Hemslingen vier neue Bäume gepflanzt worden seien. „Ich bin nämlich mal gespannt, wie lange die Bäume leben. Ich habe hier im Ort schon Eichen gegossen, die nicht mehr da wären, wenn sie in den vergangenen trockenen Sommern kein Wasser bekommen hätten.“

Obstbäume fachgerecht pflegen

Holsten habe auch festgestellt, dass alte Obstbäume von den Gemeinden selten sach- und fachgerecht gepflegt würden. „Sie werden gegen alle Vernunft und Sachkenntnis beschnitten. Es werden große Äste einfach abgesägt, sodass diese Bäume in der Krone verwildern und sich massenhaft Wasserschosser bilden. Etwas, was im Obstbaum überhaupt nicht gewünscht ist, denn am Wasserschosser wächst nicht ein Apfel“, informiert Holsten, die hofft, dass ihr Appell jetzt nicht ungehört verhallt, sondern sich Privatleute, Landwirte und auch Kommunen mehr Gedanken machen, bevor sie die Geräte anschalten. „Denn wir brauchen unsere Umwelt, sie uns nicht.“

Von Jens Wieters

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