Hemslinger Gemeinderat positioniert sich gegen Freibad-Test

„Reichlich schockiert“

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Das kleine Schwimmbad in Hemslingen ist in der Ferienzeit mitunter sehr gut besucht – trotz der offenkundigen veralteten Anlagen.

Hemslingen - Für große Aufregung hat im Hemslinger Gemeinderat der Schwimmbad-Test unserer Zeitung gesorgt. Am Mittwochabend verlas die stellvertretende Bürgermeisterin Heidrun Röhrs (SPD), zugleich Vorsitzende des Jugend-, Kultur- und Sportausschusses der Gemeinde und damit zuständig für das Freibad, eine Stellungnahme, in der sie erbost erklärte: „So ziemlich alle, die unser Bad kennen und gerne nutzen, waren reichlich schockiert über den Bericht.“

Am Montag vergangener Woche hatte die Kreiszeitung eine Serie über die Bäder der Region abgeschlossen. Das Bruchwiesenbad in Hemslingen landete dabei im unteren Mittelfeld. Insbesondere die Umkleiden und sanitären Anlagen hatten dabei nicht besonders gut abgeschnitten und wurden nur mit einer Schulnote von 4+ benotet. Als besonders empfanden wir im Bericht die als Abstellkammer genutzte Gruppenumkleide. Eine Momentaufnahme, wie auch Testerin Inken Quebe schrieb: „Vielleicht haben wir einen schlechten Tag erwischt, aber auch in puncto Sauberkeit ist noch Luft nach oben. Sonst ist dem erwachsenen Gast das Eintrittsgeld in Höhe von drei Euro vielleicht irgendwann zu schade.“ In der schriftlichen Erklärung von Röhrs hieß es am Mittwochabend: „Wir wissen, dass unsere Anlagen veraltet sind. Alt, aber zweckmäßig heißt aber nicht ungepflegt.“ Die Gemeinde investiere kontinuierlich im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Ob es einen akuten Handlungsdruck gibt, blieb offen. Aber auch Röhrs teilte mit: „Die Gemeinde muss ausrechnen lassen, was ein Anbau mit zeitgemäßen sanitären Anlagen kostet.“ Inwieweit sich solch ein Anbau realisieren lasse, müsse abgewartet werden.

Schon jetzt habe das Bad einen jährlichen Zuschussbedarf von 80.000 Euro, Hemslingen sei froh, dass das Schwimmbad überhaupt noch öffnen kann. Die stellvertretende Bürgermeisterin abschließend: „Die Kritik im Bericht ist nicht nachvollziehbar.“ Hemslingen sei nicht mit anderen, größeren Bädern der Region in Relation zu stellen: „Hier vergleicht man Äpfel mit Birnen.“ Der Test habe die Bevölkerung bewegt, sich mit dem Bad zu solidarisieren und es zu loben. Als Reaktion auf den Bericht rief die CDU-Ratsherrin Catarina Freitag alle Badegäste auf, „die schönsten Seiten unseres Bades festzuhalten, um das Bad-Image wieder aufzupolieren“. Ob es in Hemslingen eine ähnliche Umfrage wie im Rotenburger Ronolulu unter Gästen und Nicht-Gästen geben soll, um eventuelle Schwachstellen aufzudecken und Verbesserungen herbeizuführen, wurde im Gemeinderat nicht öffentlich thematisiert.

Zum Kommentar von Michael Krüger

woe/mk

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