Optische Täuschung gegen rasende Autofahrer

Hemsbünder Wegeausschuss will Gitterzäune nach skandinavischem Muster

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Der Ortseingang in Hastedt aus Richtung Bothel wird zur Teststrecke für die Verkehrsberuhigung.

Hemsbünde - Von Henning Leeske. Optische Eindrücke sollen Autofahrer zum langsameren Fahren animieren. Ob das tatsächlich so ist, bleibt auch unter Fachleuten umstritten. Auf jeden Fall wollen die Hemsbünder Kommunalpolitiker nun mit dem Gemeindeverbindungsweg von Bothel nach Hastedt den Versuch starten, mit optischen Verengungen am Ortseingang in Hastedt die Geschwindigkeit des starken Transitverkehrs in Richtung Bundesstraße zu drosseln.

Aufgrund eines Antrags der Wählergemeinschaft Wasserdörfer Hemsbünde (WWH) beriet der Straßen- und Wegeausschuss der Gemeinde am Ortseingang in Worth über entsprechende Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.

Denn im Dorf sei der Verkehr auf der Kreisstraße seit der Straßensanierung auch viel zu flott unterwegs, so der einstimmige Tenor des Ausschusses. Daher stellte Carolin Muschter (WWH) dort Modelle aus Dänemark vor, die mit Gitterzäunen aus Holz die Fahrbahn scheinbar verengen. Aber das Ganze ist nur eine optische Täuschung. Laut Ausschussvorsitzenden Michael Klud (SPD) baue man in Dänemark diese kleinen Zäune aber wieder zurück, weil sie wirkungslos seien.

In Worth diskutierte der Ausschuss vor Ort verschiedene Maßnahmen, um Autofahrer zu animieren, langsamer zu fahren. 

Auf der Kreisstraße in Worth wäre außerdem das Problem, dass der Landkreis dem Vorhaben zustimmen müsse. Schon der Versuch, an dieser Stelle eine Verkehrsinsel zu bauen, sei in dieser Frage gescheitert. „Deswegen versuchen wir doch diese Verengung, weil wir eben keine Insel bekommen haben“, sagte Muschter.

So beschloss der Ausschuss einstimmig einen Antrag beim Landkreis für die Kreisstraße in Worth zu stellen, um diese Baken errichten zu dürfen. Auf der genannten Gemeindestraße will die Gemeinde umgehend eine Testinstallation vornehmen, der direkte Anlieger und Ratsmitglied Heinz Vogel (WWH) soll dann über die Ergebnisse berichten. Zusätzlich zu den Holzlatten regte Muschter eine lärmlose Straßenbemalung vor Ort an, um den Effekt der optischen Verengung zu verstärken. Diese Anregung solle ebenfalls weiter geprüft werden.

Außerdem beschloss der Ausschuss, das Buswartehäuschen in Hemsbünde im Ortszentrum zu verbreitern, und zwar in die Tiefe, um mehr Platz für die Wartenden zu bekommen.

Auch über die wiederkehrenden Straßenbaubeiträge wurde erneut mithilfe der fachlichen Beratung durch den Bauamtsleiter der Samtgemeinde, Volker Behr, diskutiert. In der Frage vertagte sich das Gremium erneut und wird sicher noch länger für einen abschließenden Beschluss brauchen.

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