Immer noch im Dienst

Hemsbünder Feuerwehr hält ihr 31 Jahre altes Löschfahrzeug in Schuss

Helmut Becker (v.l.), Ann Klasen und Phillip Vollmer vor dem LF 16 TS aus dem Baujahr 1988. Fotos: Leeske
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Helmut Becker (v.l.), Ann Klasen und Phillip Vollmer vor dem LF 16 TS aus dem Baujahr 1988.

Hemsbünde - Von Henning Leeske. Aus der Oldtimerszene sind die besondere Fürsorge und gute Obhut der betagten Fahrzeuge schon bekannt. Jedoch in der Ortsfeuerwehr Hemsbünde gibt es auch ein Löschfahrzeug, das schon fast zu jener Kategorie von Alteisen auf Rädern gezählt werden könnte, wäre da nicht der ernste Hintergrund und die dringende Notwendigkeit des LF 16 TS von Magirus Deutz.

Immerhin schon 31 Jahre hat das Feuerwehrauto auf dem Buckel und ist immer noch dienstbereit für das Brandschutzwesen der Samtgemeinde Bothel und darüber hinaus. „Letztes Jahr war es schon fast ein Fall für die große Schrottpresse“, sagt der ehemalige stellvertretende Ortsbrandmeister Helmut Becker, der sich um den roten Lkw kümmert.

Seit 2017 befindet sich der Iveco, wie der Hersteller auch genannt wird, im Besitz der Samtgemeinde und kann nur durch die intensive Pflege der Ortsfeuerwehr mit Zusatzaufgaben weiter zu Einsätzen ausrücken. Im letzten Jahr war der Tüv fällig und prompt gab es Probleme mit den Bremszylindern der Vorderachse.

Ersatzteile gibt es schon länger nicht mehr für den Neun-Tonner aus dem Baujahr 1988, und so recherchierten die Hemsbünder Brandschützer im Internet mit dem Ergebnis, dass ein Spezialist für Oldtimerteile aus Stapel die Zylinder restaurieren konnte. So gab es die Tüv-Plakette, und das Löschfahrzeug mit einer starken Pumpe mit 1 600 Litern Pumpleistung, daher die Bezeichnung LF 16, kann weiter unter anderem die Kreisbereitschaft Süd unterstützen. „Auch für unseren Bereich in Hemsbünde ist das Fahrzeug sehr wertvoll, da wir wegen der Gewerbebetriebe eine große Brandlast haben“, erklärt der stellvertretende Ortsbrandmeister Philipp Vollmer. Denn das Fahrzeug habe eine Schlauchlänge von 600 Meter B-Schlauch und 240 Meter C-Schläuche an Bord und sei so auch für eine Wasserförderung über lange Wegstrecken wichtig. Außerdem habe das Feuerwehrauto Ausrüstung für zwei komplette Löschgruppen eingeladen und unterstütze so auch die benachbarten Feuerwehren bei Einsätzen.

Den Spreitzer findet Philipp Vollmer stets griffbereit im LF16 von Magirus Deutz.

Der Gerätewart Annechienus Klasen verbaute außerdem diverse Staumöglichkeiten für technische Hilfeleistungen im Fahrzeug, wodurch das Fahrzeug auch zu Verkehrsunfällen gerufen werde. Die Hebestempel beispielsweise sind praktisch in einer Schublade über der Pumpe verstaut und so schnell griffbereit, wenn es auf jede Sekunde ankommt. Wegen seiner Tauchpumpen und dem vielen Schlauchmaterial war der LF 16 schon zu zehn Einsätzen der Kreisbereitschaft bei Hochwasserlagen zum Beispiel an der Elbe oder in Goslar im Einsatz. „Das Fahrzeug ist eben ideal für die Wasserförderung“, sagte Vollmer.

Mit der dreiteiligen Schiebeleiter auf dem Dach könnte bei Brandeinsätzen sogar das dritte Obergeschoss erreicht werden, wo die normalen Steckleitern nicht mehr hinkämen. Eine weitere Ausrüstung, die Lücken für seltene und spezielle Einsätze in der Samtgemeinde schließen könnte.

Gerätewart Ann Klasen hat über der Pumpe noch eine Schublade für die Stempel verbaut.

Geländetauglich sei das Löschfahrzeug durch den Allradantrieb auch, was einmal jedoch auch schon Probleme bei der Instandhaltung verursachte. „Ein Steuerungszylinder für die Allradanlage war defekt und wir mussten wieder improvisieren. Zum Glück fanden wir im Lager der Firma Alga, Sittensen in der hinteren Ecke des Lagers noch den nötigen Luftzylinder. Das Ersatzteil war da schon lange in keiner Kartei mehr“, erinnerte sich Becker.

Bis das Löschfahrzeug vom Bund ersetzt wird, sei es nun als Platzhalterfahrzeug nur noch im Dienst so lange es noch die technischen Voraussetzungen erfülle, weshalb auch der Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle für die gute Pflege durch die Hemsbünder sehr dankbar ist. „Trotzdem erwarte ich von Bund, dass möglichst bald für ein Ersatzfahrzeug gesorgt wird, damit wir als Samtgemeinde den Verpflichtungen des Katastrophenschutzes auch in Zukunft nachkommen können“, so Eberle.

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