Hauptkommissar Thomas Teuber informiert Landfrauen zum Thema Prävention

Einbrecher kommen zur Abendbrotzeit

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Thomas Teuber von der Polizei Rotenburg referierte vor den Landfrauen aus Hemslingen und Söhlingen.

Brockel - Wer sein Fenster auf Kipp stehen hat, der kann dem Dieb gleich die Haustür öffnen. „Gekippte Fenster sind offene Fenster“, erklärte Thomas Teuber von der Polizeiinspektion Rotenburg während seines Vortrags beim Landfrauenverein Hemslingen-Söhlingen. Denn Einbruchsprävention war das Thema des Abends, ein Bereich, in dem Teuber seit mehr als zehn Jahren tätig ist.

„In Bezug auf die Einwohnerzahl liegen wir im Landkreis Rotenburg bei 6400 Straftaten. In der Stadt Bremen sind es 13000. Insgesamt ereignen sich im Landkreis jährlich 10000 Straftaten wie Diebstähle, Einbrüche, Betrügereien, Körperverletzungen, Nötigungen, Raube oder Sachbeschädigungen. Besonders bei den Ladendiebstählen gibt es eine hohe Dunkelziffer, während Morde fast immer aufgeklärt werden“, berichtet Teuber.

„In den vergangenen Jahren steigt die Zahl der Betrügereien besonders durch das Internet stark an. Die Tatzeiten für Einbrüche liegen vermehrt zwischen dem Herbst und dem Frühjahr in der dunkleren Jahreszeit. Einbrecher kommen am späten Nachmittag oder am frühen Abend“, berichtet Teuber.

Dabei fällt der Polizei auf, dass die Einbrecher fast nur Taten in Einfamilienhäusern begehen. Sie hebeln die Türen mit einem kleinen Brecheisen oder mit einem Schraubenzieher auf, die man gut unter der Jacke verstecken kann. Die Auswahl der Objekte erfolgt nach Lage und nach geringem Entdeckungsrisiko. Dabei dauert der Bruch nur fünf Minuten. „Oftmals sind beim Betroffenen die psychischen Folgen schlimmer als der materielle Schaden. Denn nach dem Einbruch fühlen sich die Betroffenen in ihren eigenen vier Wänden meist unsicher. „Sie werden von Ängsten heimgesucht und leiden unter Schlafstörungen“, schildert Teuber.

Besonders von Einbrüchen betroffen seien die Ortschaften an der Autobahn A1 wie Stuckenborstel, Elsdorf, Sittensen oder an der Bundesstraße wie Sottrum, Rotenburg oder Scheeßel. „Die meisten Einbrecher kommen über die Autobahn aus den Großstädten Bremen oder Hamburg, weil sie leicht wieder dorthin flüchten können“, so Teuber.“ Als Täter würden immer öfter Südosteuropäer, junge Bremer oder auch Mitglieder der Chilenen-Bande ertappt, die es auf Schmuck und Bargeld abgesehen haben, schildert Teuber.

Er riet seinen Zuhörerinnen: „Schließen sie ihre Türen ab. Verstecken sie draußen keine Schlüssel. Nutzen sie die Jalousien als Einbruchsschutz. Lassen sie ihr Haus bei Abwesenheit bewohnt erscheinen, in dem beispielsweise der Briefkasten nicht von Zeitungen überquillt oder abends Licht im Flur brennt.“ Teuber schlug vor, Bewegungsmelder auf dem Grundstück zu installieren, Fenster und Türen mit mechanischen Sicherungen nachzurüsten und Rollläden an den Fenstern anzubringen. Das Risiko an der Haustür überfallen zu werden, ist im Landkreis sehr gering.“

woe

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