Die Hamburger Band Abramowicz im Interview

„Als wäre es das letzte Mal“

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Die Band Abramowicz um Sören Warkentin (Mitte) spielt das erste Mal beim Erntefest All Over in Söhlingen.

Söhlingen - Der Auftritt bei der Jubiläums-Ausgabe des Erntefestes All Over (E:A:O) am Freitag, 4. September, in Söhlingen ist der erste der Hamburger Band Abramowicz bei diesem Festival. Wir haben Sänger Sören Warkentin auf den Zahn gefühlt.

Ist Ihnen wichtiger, dass die Leute zu Ihrer Musik abgehen, oder dass sie Ihre Inhalte verstehen?

Sören Warkentin: Uns geht es darum, dass die Leute, so lange wir auf der Bühne stehen, eine gute Zeit haben. Natürlich fühlt es sich immer besser an, wenn man direktes Feedback vom Publikum bekommt. Wir glaube aber, dass es verschiedene Formen der Interaktion gibt. Als Hamburger sind wir es leider gewöhnt, dass die Leute lieber mit dem Kopf nicken. Das Tanzbein wird da weniger geschwungen. Ich finde wichtig, dass die Leute verstehen, was ich singe. Dabei geht es aber nicht darum, jedes Wort zu analysieren, als viel mehr darum, eine Idee von dem zubekommen was da transportiert werden soll. Unsere Musik funktioniert sicher nicht nur über die Instrumente und den Gesang.

Wie bekommen Sie die Zuschauer von der Theke vor die Bühne?

Warkentin: Wir geben immer alles und spielen unsere Songs so, als wäre es das letzte Mal. Aber mal ehrlich: Manchmal gewinnst du, manchmal verlierst du – und das ist auch gut so.

Was verbinden Hamburger Musiker eigentlich mit Erntefesten auf dem Dorf?

Warkentin: Es ist auch nicht so, dass wir reine Stadtkinder sind. Die Wurzeln der meisten von uns liegen an der Ostseeküste, den ein oder anderen Cola-Korn durften wir von daher schon kosten, um am nächsten morgen die Quittung zu kassieren.

Sonst spielen Sie immer in Clubs, jetzt in einem Schützenfestzelt. Eine neue Erfahrung?

Warkentin: Es ist schon aufregend in Clubs zu spielen, in dem deine Vorbilder mal angefangen haben. Aber unterm Strich ist die Location doch zweitrangig. Wir haben Konzerte in Läden gespielt, in denen wir die Anlage selber mitgebracht haben. Die hat das dann zwar nicht überlebt, aber die Party war großartig und darum geht’s. An der Vorbereitung wird sich von daher auch nicht viel ändern.

Über Facebook machen Sie viel Werbung für andere Bands, die sie gut finden. Warum?

Warkentin: Ich glaube, als Band schwebst du einfach nicht in einem luftleeren Raum. Du bist Teil von etwas größerem und das versuchen wir zum Ausdruck zu bringen. Unsere Gesellschaft ist durchsetzt von Konkurrenz und Rivalität, vielleicht können wir dem Ganzen wenigstens an der Pforte der Kultur Einhalt gebieten. Abgesehen davon, sind wir Musiker aus Leidenschaft und das impliziert eben auch das Fan-sein. Ich denke nicht, dass wir durch den Support für befreundete Bands zurückstecken. Wenn du inspiriert werden willst, musst du eben auch etwas geben. Und am Ende des Tages sage ich natürlich: „Hey zieh‘ dir die Platte meiner Band rein, wir wollen die größte Band der Welt werden.“

Sie werden häufig mit Gaslight Anthem verglichen. Schmeichelt Sie das?

Warkentin: Ich glaube, Vergleiche sind immer schwierig, denn du wirst schnell in Schubladen gesteckt, in denen du es dir nicht gemütlich machen willst. Aber natürlich fühlt es sich gut an, mit Bands verglichen zu werden, die du vor fünf Jahren selber gefeiert hast. Ich habe aber auch schon ganz andere Sachen gehört – das reicht von Oasis, über die Beatsteaks bis zu Bruce Springsteen. Sicherlich gibt es hier und da Anhaltspunkte, die das rechtfertigen, aber am Ende klingen wir wie Abramowicz.

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