Trio „Sax und Schmalz“ begeistert

Gepflegter Nonsens mit Saxofon und Gesichtsmuskeln

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Freudensprünge fürs Hemslinger Publikum und fürs Foto: Das Trio „Sax und Schmalz“ überzeugte mit Spielfreude und Einsatz.

Hemslingen - Manchmal ist es nicht verkehrt, sich auf Bewährtes zu besinnen. Das hatte sich wohl auch der Vorstand des Hemslinger Kulturvereins gedacht, als er das Musik-Comedy-Trio „Sax und Schmalz“ nach drei Jahren am Samstagabend erneut ins Brockwischenhus holte.

Und auch die drei Musiker selbst setzen, zumindest in dieser Formation, auf Bewährtes. Mit Erfolg: Nicht erst seit Max Raabe und Götz Alsmann sind Schlager und Schnulzen, Bossa Nova, Tango und Rock‘n Roll der 20er- bis 50er-Jahre ein Garant für entspannt-beswingte Unterhaltung.

Doch David Jehn, „Dr. Penni Penski“, der selbstverständlich alle Stücke selbst komponiert hat, die sich zufällig so anhören wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ oder „Schuld war nur der Bossa Nova“ und Jan Frisch sind nicht nur hervorragende Musiker – sondern auch Vollblutentertainer.

Zu schön der Kontrast zwischen Zeilen wie „Ich brech die Herzen der stolzesten Frauen“ und Penskis trockenem Beamtenblick, und wenn er sich den Kopf am Mikro stößt oder im Handstand seine Schuhe vorführt, lässt der Klinikclown grüßen.

Schauspiel-Talent nicht zu verbergen

Frischs Mimik verrät seine Engagements als Schauspieler im Theater Metronom; seine Anmoderationen voller wahnwitziger Wortkonstruktionen wie „Die Hitmaschine aus dem Steintor“ verraten die Lust am gepflegten Nonsens. Da werden gern mal ein paar Zeilen umgedichtet; die Improvisationen des Saxomedians sind es denn auch, die den Abend tragen – wobei auch Jähn in seinen Bass-Soli eine gute Figur macht und alle drei nicht nur ihre Instrumente souverän beherrschen, sondern auch ihre Stimmbänder. 

Schon bald zucken bei „Tutti Frutti“ die Füße; bei „Schuld war nur der Bossa Nova“ legt Kulturvereinsvorsitzender Hans-Wilhelm Meyer gar eine flotte Sohle aufs Parkett. Das als „beknackteste Stück aller Zeiten, das sich im Rückenmark festsetzt und dann irgendwann hervorbricht“, nämlich das zu „Bergedorf“ umgedichtete „All of me“ ist ein würdiger Rausschmeißer – bessere Samstagabend-Unterhaltung auf musikalisch höchstem Niveau hätten sich die gut 90 Besucher wohl kaum wünschen können. - hey

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