Bürger können sich beteiligen

230 Meter Gesamthöhe: Fünf neue Windräder bei Brockel

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Südlich vom bestehenden Windpark Bartelsdorf werden fünf neue Windräder aufgestellt.

Brockel - Von Henning Leeske. Der Windpark in Bartelsdorf mit seinen 16 Anlagen soll bis 2020 um fünf Windräder in Richtung Brockel erweitert werden. Von diesen fünf Windrädern würden dann vier auf dem Gebiet der Gemeinde Brockel stehen und dabei die geforderten 1000 Meter Abstand zur Wohnbebauung genau einhalten.

Im Regionalen Raumordungsprogramm (RROP) des Landkreises, das in wenigen Wochen beschlossen werden soll, sind der Mindestabstand der Windvorranggebiete zu den Siedlungen definiert. Die Firma Innogy, die eine Aktiengesellschaft der RWE ist, musste als Planer den Abstand berücksichtigen und platzierte fünf Anlagen in der potenziellen Fläche nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten.

Diese genauen Planungen inklusive einer Bürgerbeteiligung am Windpark stellten zwei Vertreter des Unternehmens am Dienstag vor. Ingenieur Christopher Schramm erläuterte die Standorte nördlich von Brockel und die favorisierten Typen. Es werden Windräder der 3-Megawattklasse mit einer Gesamthöhe von 230 Meter und einem Rotordurchmesser von 140 Meter aufgebaut. Die bisherigen Anlagen dort haben eine Höhe von 150 Meter. „Die vorbereitenden Maßnahmen für das Genehmigungsverfahren sind abgeschlossen und die Öffnung der Bauleitplanung steht nun bevor“, sagte Schramm. „Wir haben im engen Austausch mit den Behörden wie der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises gestanden und haben den Flächenzuschnitt genau ihrer Stellungnahme angepasst“, so Schramm.

Dirk Beckmann (l.) von der Innogy erläuterte den Bürgerwindpark und Christopher Schramm (2.v.l.) stellte die technischen Details vor.

Einige Zuhörer erkundigten sich nach dem Einfluss der neuen und alten Anlagen auf die Vogelwelt. „Die erforderlichen Gutachten der Ornithologen haben wir berücksichtigt und die Anlagen versetzt“, erläuterte er. Außerdem sind die Windräder laut zertifizierten Messberichten des Herstellers Senvion leiser als die 16 im bestehenden Windpark. Der Schattenwurf sei für die Ortschaft auch kein Thema, weil alle neuen Windräder nördlich des großen Moorgrabens stehen würden. Nach Änderung der Bebauungs- und der Flächennutzungspläne werde im Sommer 2018 das Genehmigungsverfahren angestrebt, mit dem Ziel, Ende 2019 oder Anfang 2020 die Errichtung beziehungsweise Inbetriebnahme abzuschließen.

Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle regte in diesem Zusammenhang an, dass die Samtgemeinde die Änderungen der B- und F-Pläne nutzen sollte, um eine optimale Lösung für alle Beteiligten zu erzielen.

Innogy-Mitarbeiter stellt Projekt vor

Dirk Beckmann von Innogy stellte den angestrebten Bürgerwindpark vor. Auf Verlangen der Grundstückseigentümergemeinschaft sollen ein oder zwei Anlagen mit einem jeweiligen Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro in Form von Bürgerwindrädern finanziert werden, damit die Wertschöpfung der Anlagen noch mehr in der Region bleibt. Deswegen wurde auch durchgesetzt, dass Innogy eine eigene lokale Projektgesellschaft gründet, damit die Gewerbesteuer zur Standortgemeinde fließt. „Es war ein langer Weg für uns, die Verträge mit dem Konzern Innogy auszuhandeln“, sagte Marco Bruns als Vertreter der Grundeigentümer.

An den Windrädern können sich dann die Einwohner der angrenzenden Ortschaften Brockel, Wensebrock, Bartelsdorf oder Westervesede entweder als Kommanditist (stiller Teilhaber) einer KG oder als Besitzer eines extra aufgelegten Wertpapiers eines regionalen Geldinstituts beteiligen.

Allerdings gibt es zurzeit einen Kostendruck in der Windenergiebranche, da die Vergütung für die gelieferten Kilowattstunden, die sogenannte EEG-Umlage, geringer wird. Denn mittlerweile wird die Höhe der Umlage per Auktion der anbietenden Erzeuger von erneuerbaren Energien ermittelt. Rechneten die Betreiber der Anlagen bisher noch mit mehr als zehn Cent pro Kilowattstunde, können sie in Zukunft nur noch mit fünf bis sechs Cent kalkulieren.

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