„Facetten einer Frau“ in der Brockeler Kirche / Gut 200 begeisterte Zuhörer

Lieder gehen unter die Haut

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Acht Monate Vorbereitung haben sich gelohnt: Marie-Christine Haase in Aktion.

Brockel - Von Bettina Diercks. In der Heilig-Kreuz-Kirche zu Brockel menschelte es am Sonntag sehr. Nicht nur, weil sich der Großteil der Stücke in „Facetten einer Frau“ – wie so oft in der Musik – um Liebe, Gefühle, Zwischenmenschliches und Mordgelüste drehte.

Acht Monate Vorbereitung haben die Hauptakteure laut Marie-Christine Haase hinter sich. Sie wirkte befreit und überglücklich nach dem Konzert, zu dem gut 200 Besucher gekommen waren. Im ersten von Haase dargebotenem Werk „Wir armen, armen Mädchen“ (Albert Lortzing: „Der Waffenschmied“) seufzte sie – zur Rolle gehörend – vernehmbar tief, danach schien ihre Stimme an Größe gewonnen zu haben. Das Leiden verkörperte die lyrische Sopranistin glaubhaft.

Um Seufzen ging es auch in „Lascia ch‘io pianga“ (Georg Friedrich Händel: „Rinaldo“). Das Stück um Almirena, die in den christlichen Ritter Rinaldo verliebt ist und von der Zauberin Armida entführt wurde, war vom ersten Ton an ein Treffer und ging tief unter die Haut. Haase beeindruckte mit ihrer Tonvielfalt, den schnellen Wechseln zwischen Höhen und Tiefen und trieb Tränen in die Augen. Das sagt alles über die gefühlvolle Interpretationen der von Haase gesungenen Werke. Begleitet wurde sie hingebungsvoll von Naoko Kloß-Marutani am E-Piano.

Selbst wer nicht gerade Operetten-Fan ist, dürfte von der makellosen Stimme mit großartig differenzierten Koloraturen bis hin zu den hervorragenden Spitzentönen beeindruckt gewesen sein. „Ich bin überwältigt“, sagte sie im Anschluss an das Konzert über Besucherzahl und umwerfende Resonanz auf das Dargebotene durch das Publikum.

Mit einer ganz anderen und eigenen Bühnenpräsenz sowie Stimme und viel Charme bezauberte Marie-Madeleine Krause an der Gitarre. Die Schaupspielerin schlüpfte in ihre Rollen wie in Maßanzüge und faszinierte mit Ausdruck, einem ganz eigenen Timbre und einer Auswahl an Stücken, die unter die Haut, in den Kopf und das Herz ging. Darunter ihr gerade vor ein paar Tagen fertiggestelltes, selbst komponiertes Stück „Langsam glücklich sein“.

Wasser in die Augen trieb allerdings auch „Heute fand ich alte Tränen (Georg Kreisler). Ihre Art, Kontakt zum Publikum zu halten, sorgte für eine wohlige Atmosphäre.

Ergänzt wurden die Sängerinnen durch den örtlichen Chor „Chor-y-feen“, der offensichtlich recht aufgeregt war. „Wir waren total geflasht nach der ersten gemeinsamen Probe am Freitag“, erzählten zwei Chormitglieder unabhängig voneinander und gestanden die Aufregung ein. Vielleicht lag es daran, dass sie mit der von ihnen dargebotenen Fassung von Leonard Cohens „Hallelujah“ nicht überzeugen konnten, dafür aber in anderen Stücken, insgesamt aber ein sehr homogenes Ensemble darstellten.

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