„ExxonMobil“ plant Reststoffbehandlungsanlage in Söhlingen

Das Misstrauen bleibt

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Skeptische Blicke bei den etwa 50 Besuchern während der Infoveranstaltung von „ExxonMobil“.

Hemsbünde - Von Tobias Woelki. Erstmalig in einer frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung hat das Erdgas-Unternehmen „ExxonMobil“ am Donnerstagabend in der Hemsbünder Mehrzweckhalle über ein geplantes Bauvorhaben informiert. Auf ihrem Betriebsgelände in Bellen will die Firma eine Reststoffbehandlungsanlage bauen. Alle Zweifel konnten die Unternehmenssprecher bei der Versammlung allerdings nicht ausräumen.

Warum die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit? „Die geplante Anlage bedarf einer Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz. Und hier fordert der Gesetzgeber eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung“, erklärte Ines Zager vom „ExxonMobil“-Projektteam zu Beginn. Die Reststoffbehandlungsanlage soll westlich des Verwaltungsgebäudes auf dem Firmengelände in Bellen entstehen, informierte ihr Kollege Daniel Lögering. Rede und Antwort stand außerdem der Bellener Betriebsleiter Jochen Kaliner.

Die Anlage reinige belastete Waschflüssigkeit, die beim Waschen von Anlageteilen auf Produktionsstätten des Unternehmens in Niedersachsen anfällt. Dabei trenne sie das Gemisch nach flüssigen und festen Stoffen, damit Spezial-Firmen die Reststoffe entsorgen können.

Aus einem Umkreis von bis zu 200 Kilometern solle die Waschflüssigkeit nach Bellen gebracht werden. Sie enthält Wasser, Salze, Sand, Schwermetalle, Quecksilber, Blei, Kohlenwasserstoffe und radioaktive Stoffe. Die Anlage sei aus Sicht von „ExxonMobil“ notwendig, weil die zertifizierten Spezial-Firmen die Waschflüssigkeit selber nicht entsorgen können, sondern nur das gereinigte Gemisch.

Zager: „Den Bauantrag stellen wir im ersten Quartal dieses Jahres beim Bergamt. Im Oktober wollen wir mit dem Bau beginnen und die Anlage im Mai oder Juni 2017 in Betrieb nehmen.“ Projektleiter Lögering: „Die in einer umluftsicheren Halle untergebrachte Anlage besteht aus einem Tank und einem Behandlungs- und Bereitstellungsgebäude mit Platz für 500 Fässer. Das angebrachte Gemisch – abgesichert durch Betonwannen – landet per Pumpen auf einen Bandfilter, der die festen von den flüssigen Stoffen trennt. Die Mitarbeiter vor Ort tragen Schutzkleidung. Bei der Reinigung kann im Jahr bis zu mehreren hundert Kilogramm Quecksilber anfallen.“ Die anwesenden zirka 50 Gäste äußerten vor allem Sicherheitsbedenken. Dass die Anlage ausgerechnet in Bellen gebaut werde, liege daran, dass dieser Standort logistisch der zentralste Punkt ist, erklärte Lögering auf Nachfrage. Aspekte, wie zum Beispiel die Frage verträglicher Anfahrtswege, wolle „ExxonMobil“ als Anregungen aufnehmen.

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