Erhöhte Blutkrebsfälle beschäftigen Botheler Samtgemeinderat

„Es geht um Leben und Tod“

Bothel - In der Samtgemeinde Bothel sind doppelt so viele Männer an Blutkrebs erkrankt als im Landesdurchschnitt. Natürlich waren diese Zahlen auch Thema im Samtgemeinderat Bothel. „Mir wäre es lieber, wenn ich sagen könnte, ich habe vom Sozialministerium oder vom Landesgesundheitsamt etwas gehört, wie es denn nun weitergehen soll. Es ist aber bislang noch keine Reaktion erfolgt“, berichtete Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Woltmann.

Während der vergangenen Sitzung des Arbeitskreises Erdgas-Erdöl des Landkreises habe er die Vertreter des Landesbergamtes gefragt, wie denn die Überwachung der Erdgasförder- und Versenkbohrstellen aussehe: „Mir wurde gesagt, das Landesbergamt reagiere immer dann, wenn es Meldungen über Vorfälle gebe. Das deckt sich mit meinem Verdacht, dass das Amt personell nicht vernünftig ausgestattet ist, um seiner Verpflichtung nach Überwachung nachzukommen.“

Einer durchgängigen Überprüfung aller Vorgänge auf den Bohrstellen könne die Landesbehörde so nicht nachkommen.

Woltmann betonte, dass er dem Niedersächischen Ministerpräsidenten Stephan Weil einen Brief geschrieben habe, in dem er ihn über die Situation informierte. „Ich habe mir auch gewünscht, dass er für eine beschleunigte Untersuchung der Erdgasförderstellen sorgt. Er soll sich ferner dafür einsetzen, dass das Landesbergamt seiner Aufsichtspflicht nachkommt. Das kann nicht der Landkreis leisten“, so Woltmann, den es „richtig ärgert“, dass nichts passiere. „Die sollen beim Land endlich anfangen zu arbeiten.“

Zur aktuellen Situation innerhalb der Samtgemeinde informierte der scheidende Samtgemeindebürgermeister: „Das Gesundheitsamt des Landkreises ist tätig und will mit den Erkrankten reden. Aber weil alles anonym ist, ist man auf deren Mithilfe angewiesen.“

Woltmanns Amtsnachfolger Dirk Eberle (SPD) forderte: „Wir brauchen schnell die Erkenntnis, woran die Männer in der Samtgemeinde krank werden. Es geht um Leben und Tod“.

Hinnerk Meyer (CDU) forderte: „Der Landkreis hat ein eigenes Labor. Warum kann der nicht Daten erheben? Bei mir kommt er an und untersucht jeden Wasserhahn.“ Woltmann erwiderte: „Das Landesbergamt ist zuständig und nicht der Landkreis.“ Heidi Röhrs (SPD) will „generell Ursachenforschung betreiben“.

Barbara Frömming (SPD) erinnerte an die Meldungen aus Brochdorf bei Neuenkirchen: „Dort wurde Quecksilber nicht nur an den Bohrstellen, sondern in einem erheblichen Maße in Gräben und Brunnen gefunden. Keiner weiß, was passiert ist.“

woe

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Frankfurt feiert historischen Abend - Nun gegen Chelsea

Frankfurt feiert historischen Abend - Nun gegen Chelsea

Frankfurt nach Aufholjagd gegen Benfica im Halbfinale

Frankfurt nach Aufholjagd gegen Benfica im Halbfinale

Nordkorea reizt Trump: Atomgespräche mit USA nur ohne Pompeo

Nordkorea reizt Trump: Atomgespräche mit USA nur ohne Pompeo

Waldbrandgefahr: Viele Osterfeuer in Ostdeutschland abgesagt

Waldbrandgefahr: Viele Osterfeuer in Ostdeutschland abgesagt

Meistgelesene Artikel

Ein Traum mit roten Blüten

Ein Traum mit roten Blüten

Brand in Visselhövede: Bewohner retten sich aus Mehrfamilienhaus

Brand in Visselhövede: Bewohner retten sich aus Mehrfamilienhaus

Nur noch wenige Restbestände

Nur noch wenige Restbestände

Mona Mamerow: „Jeder hat sein Päckchen zu tragen“

Mona Mamerow: „Jeder hat sein Päckchen zu tragen“

Kommentare