Thema Landwirtschaft

SPD-Diskussionsabend: Am Ende mehr Fragen als Antworten

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Auf dem Podium (v.l.): Der örtliche SPD-Landtagskandidat Tobias Koch, Wiard Siebels und Werner Meyer, SPD-Vorsitzender.

Brockel - Von Tobias Woelki. Der Gast aus Aurich schien kurz irritiert, erwies sich dann aber als streitbarer Gesprächspartner in der Sache. Mit so viel Gegenwind hatte er gar nicht gerechnet, und so entwickelte sich eine sehr lebhafte und kontroverse Diskussion zwischen Wiard Siebels, dem agrarpolitischen Sprecher der SPD-Landtagsfraktion auf der einen Seite und den mehr als 40 Gästen, darunter Landwirte, SPD-Mitglieder und Interessierte, auf der anderen.

Der SPD-Ortsverein Bothel hatte zu einer Diskussionsrunde zum Thema Landwirtschaft eingeladen. Nach Begrüßung durch den neuen Vorsitzenden des Ortsvereins Bothel, Werner Meyer, stellte sich der forsch auftretende Wiard Siebels kurz vor.

Er sei 2008 in den Landtag gekommen, arbeite im Landwirtschaftsausschuss mit und gehöre keinem Verband im Bereich der Landwirtschaft an und könne daher zur Landwirtschaftspolitik offen sagen, was er denke, formulierte der Bankkaufmann.

Er bekenne sich zu Niedersachsen als dem Agrarland Nummer eins und dazu beitragen, dass es auch so bleibe. Er sei grundsätzlich für Tierhaltung und dafür „miteinander zu reden“. Siebels streifte diverse Themen wie Tierwohl, Gülletourismus oder nachhaltige Produktion und formulierte allgemeine Aussagen wie „Landwirte sollen mit Landwirtschaft ihr Geld verdienen“ oder „Fehlentwicklungen wie in Cloppenburg und Vechta müssen wir umsteuern“ konnte jeder der Anwesenden unterstreichen.

Warnung an Berufsverband

An die Adresse des Berufsverbandes betonte er: „Ich warne den Verband, nach außen zu tun, als sei alles in Ordnung.“ Probleme müssten offensiv angegangen werden, fand er.

Je länger Siebels sprach, je mehr regte sich Widerstand im Publikum. Ein Anwesender hielt Siebels vor: „Die Landwirtschaft wird von der SPD gar nicht wahrgenommen.“ Siebels erklärte: „In 1950 gab ein Verbraucher 50 Prozent seines Lohns für Lebensmittel aus, heute sind es 20 Prozent. Wir müssen den Leuten an Angebot unterbreiten, wie viel sie für Lebensmittel ausgeben wollen.“

Nun erhitzten sich die Gemüter. Ein Besucher warf Siebels „Schwarz-Weiß-Denken“ vor, ein anderer fand, die Produktionsbedingungen damals und heute könne man nicht vergleichen. Mit Fortgang des Abends diskutierten Zuhörer und Siebels in einem diffusen Schlagabtausch über verschiedene Themen wie Bürokratie, „Geiz-ist-geil“-Mentalität oder Flächenankauf durch Investoren intensiv. „Der Abend hinterließ am Ende mehr Fragen als Antworten“, so ein Besucher.

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