Dorfentwicklung: Idee eines Mehrgenerationenhauses reift

Ein Haus für alle Brockeler

Das Fachwerkhaus Tewes in Brockel ist als Mehrgenerationenhaus nur bedingt geeignet, da zu klein.
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Das Fachwerkhaus Tewes in Brockel ist als Mehrgenerationenhaus nur bedingt geeignet, da zu klein.

Brockel – Im Rahmen Projekts Dorfentwicklung Wiedau-Walsede wird jetzt die Idee eines zentralen Ortsmittelpunkts in Brockel „immer konkreter“, wie Katharina Brüntgens vom begleitenden Büro „mensch & region“ aus Hannover betont. Und dieser Ortsmittelpunkt bekommt einen ganz einfachen Namen: „Mehrgenerationen haus – dahinter versteckt sich ein Treffpunkt für Jung und Alt, für Kultur, Handwerk und Gemeinschaft“, so die Planerin des Büros für Regionalentwicklung.

„Wir möchten aber natürlich keine Konkurrenz zu vorhandenen Räumlichkeiten und Einkehrmöglichkeiten wie den örtlichen Gaststätten sein, sondern die Lücke fehlender Räume schließen und alternative Nutzungen anbieten“, stellt Brockels stellvertretender Bürgermeister Lothar Sause (CDU) klar. Gemeinsam mit Norbert Jörs und Bernd Wettern hat er als Teil des Kompetenzteams Brockel interessierten Mitbürgern die Idee des Mehrgenerationenhauses vorgestellt.

Die Brockeler haben die Pläne sofort begeistert aufgegriffen und schon fleißig darüber diskutiert, wer wann und wie solch ein Haus nutzen könnte. „Dabei wurde zusammen über die Bedürfnisse der ortsansässigen Vereine, der Bürger und vor allem über die Standortmöglichkeiten sowie Raumaufteilungen diskutiert“, berichtet Brüntgens aus der Zusammenkunft.

Viele Nutzungsmöglichkeiten

Und die Liste einer möglichen Nutzung ist lang: Ein Ort für Jahreshauptversammlungen der verschiedenen Vereine, ein Seminarbetrieb oder Möglichkeiten für ein begleitetes modernes Arbeiten in anderer Umgebung, das Co-Working genannt wird. „Aber auch Nachhilfeangebote für Schüler, ein Café, Kinoabende oder eine Werkstatt mit Kinder- und Jugendangeboten sind die ersten gesammelten Ideen, die im Mehrgenerationshaus realisiert werden könnten“, informiert Brüntgens.

„Wichtig ist uns dabei, dass es kein Ort zum Wohnen oder Feiern ist, sondern vielmehr zum Zusammenkommen, Austauschen und Lernen“, hat Bernd Wettern den Anwesenden erläutert. „Ein Ort mitten in Brockel gegen die Einsamkeit, denn zusammen ist man weniger alleine.“

Als Vorbild nimmt sich die Brockeler Gruppe das Mehrgenerationshaus in Waffensen, wo eine Kultur- und Begegnungsstätte für alle Generationen in einem komplett sanierten Bauernhaus geschaffen worden ist.

Hans-Joachim Turner und Tassilo Turner, Experten auf dem Gebiet der Fachwerkhausumbauten, haben auch bereits ein Objekt im Blick: das mehr als 500 Jahre alte Fachwerkhaus Tewes. „Wir haben dort auch schon alle Raummöglichkeiten im alten Bauernhaus erfasst, aber für die vorgetragenen Nutzungsideen sind die 200 Quadratmeter des Bauernhauses zu klein. Ein Anbau wäre notwendig“, schränkte Tassilo Turner ein wenig ein.

Neben der Ausarbeitung eines Nutzungskonzepts müssen jetzt die Fragen des Standorts, des Hauses überhaupt und der Trägerschaft weiter differenziert werden.

Suche nach Standort

Und es tauchen eine Menge Fragen auf. Welcher Standort ist für eine solche Idee geeignet? Wo ist das für Brockel sinnvoll? Kommt das Fachwerkhaus Tewes für ein Mehrgenerationenhaus von der Größe her in Frage und kann den verschiedenen Nutzungsansprüchen gerecht werden?

Antworten darauf will die Gruppe finden, die sich von nun an einmal pro Monat trifft und weiter an der Idee feilen will. Eine Veranstaltung für die gesamte Gemeinde zur weiteren Information ist ebenfalls geplant. Die Brockeler wollen auch nach Waffensen fahren, um dort mal hinter die Kulissen zu gucken, wie solch ein Mehrgenerationenhaus funktioniert und vor allem welche Größe man braucht.

Und bei all den Überlegungen ist die aktuell laufende Dorfentwicklung der Dorfregion Wiedau-Walsede ein großer Vorteil. Denn es könnten reichlich Fördergelder in die Gemeinde Brockel fließen. Aktuell planen die Protagonisten, spätestens im September kommenden Jahres einen entsprechenden Antrag zu stellen.

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