Agarexperte referiert vor Landwirten

Düngemittel soll Erträge steigern und Boden schonen

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Boris Erb erklärte in seinem Vortrag die Vorteile von Stickstoffstabilisatoren. 

Kirchwalsede - Von Henning Leeske. Landwirte müssen aufgrund des vielen Regens in den vergangenen Monaten häufig schauen, wie sie ihre Gülle auf die Felder bringen. Diese sind nämlich oft durchnässt oder überschwemmt. Es gibt aber einen Lichtblick: Durch ein neues Düngemittel könne der Boden ganz natürlich aufgelockert und aufnahmebereiter für Niederschlag werden.

Zudem erhöhe das Mittel die Erträge der Landwirte. „Viele Feldkulturen können vom Einsatz der Stickstoffstabilisatoren profitieren und Mais, Getreide und Raps bringen höhere Erträge bei gleichzeitigem Gewässerschutz“, hat Boris Erb bei seinem Vortrag anlässlich der Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Vereins Kirchwalsede und Umgebung erläutert.

Der Agarexperte der Fima „Dow AgroSciences“ erläuterte die genauen chemischen Prozesse im Boden, der während der Düngung mit Gülle oder Biogasgärresten gleichzeitig mit Stickstoffstabilisatoren angereichert wird. Ungefähr ein Liter pro Hektar reicht von dem sogenannten N-Locker, um auf den ammoniumhaltigen Dünger zu wirken, so Erb. 

Weniger Nitrate bei organischer Düngung

Der Wirkstoff hemme die Umsetzung des ammoniumgebundenen Stickstoffs durch die Bodenbakterien. „Dadurch ist der Umwandlungsprozess vom Dünger über Nitrite zum Nitrat erst nach zwölf bis 16 Wochen vollständig abgeschlossen – statt nach vier Wochen.“ Diese Verzögerung sei sehr wichtig, weil nach dem Aussäen und Drillen (Ausbringen von Saatgut in Reihen) der Feldfrüchte die Pflanze nach zwölf Wochen genau in der Phase ist, wenn sie am meisten Nährstoffe benötigt. Folglich werden die Nitrate laut dem Referenten dann von den stark wachsenden Pflanzen viel stärker aufgenommen und können nicht mehr ins Grundwasser gespült werden.

Wesentlich weniger Nitrate sollen so durch die organische Düngung in den Wasserkreislauf geraten und die Nahrungskette belasten. „Beim Mais beginnt die Phase mit dem größten Nährstoffbedarf an Stickstoff erst nach acht Wochen und ist nach zehn bis zwölf Wochen am Höhepunkt. Dann nimmt die Pflanze alles auf, was sie über die Wurzeln kriegen kann“, so Erb.

Feld aufnahmebereiter für Niederschläge

Außerdem werde durch die zusätzliche Wurzelbildung der Boden ganz natürlich aufgelockert und aufnahmebereiter für Niederschlag – gerade in 2017 ein großes Thema in der heimischen Landwirtschaft. Bei den Biogärresten sei der Anteil von ammoniumgebundenem Stickstoff mit 50 bis 70 Prozent besonders hoch, wodurch der Einsatz von Stickstoffstabilisatoren auf diesen Flächen noch mehr Sinn mache.

Damit die Landwirte zum Einbringen der offiziell als Düngemittel zählenden N-Locker auch einen Anreiz haben, winkt den Betrieben eine durchschnittliche Ertragssteigerung von vier Prozent pro Hektar. Dieser Wert sei mit einer mehrjährigen Studie auf Versuchsfeldern in Rockstedt empirisch ermittelt worden, so der Agrarexperte.

Mit Stickstoffstabilisatoren sollen die Nitrate von den stark wachsenden Pflanzen viel stärker aufgenommen werden. Zudem werden sie dadurch nicht mehr ins Grundwasser gespült. Eine empirische Studie hat das belegt.

Der wirtschaftliche Mehrertrag stehe so sogar im Nutzen des Umweltschutzes, weil es eben weniger Nitratauswaschung aus dem Boden gäbe. Obendrein nützt dem Ackerbau die viel gleichmäßigere Nährstoffbereitstellung für die Pflanzen als bei einer konventionellen Düngung, wenn sonst die Nährstoffe schnell wieder aus dem Boden ausgewaschen werden.

Die zahlreich anwesenden Landwirte stellten noch viele Fragen zur praktischen Anwendung der Stickstoffstabilisatoren, was auf ein echtes Interesse für dieses moderne Düngemittel schließen lässt. „Unser gesunder Ackerboden ist schließlich das wertvollste an unseren Betrieben und den wollen wir Landwirte gut behandeln“, so ein Gast.

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