Vorfreude auf das Trainingslager mit West Ham United

Heinz Meyer: „Das Dorf wird auf den Beinen sein“

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Heinz Meyer, Bürgermeister von Bothel, freut sich, wenn die Fußballer von West Ham United für zehn Tage ihr Training auf der Sportanlage des TuS Bothel absolvieren. „Für unser Dorf ist das eine tolle Sache!“

Bothel/Rotenburg - Von Manfred Klein. West Ham United, ein Fußballclub der Premier League in England, weilt vom 24. Juli bis 3. August zum Trainingslager im Kreis Rotenburg. Aber nicht in Rotenburg selbst, wenngleich im Hotel Landhaus Wachtelhof Quartier bezogen wird, die Bälle werden auf den Sportplätzen in Bothel gekickt. Und nicht im Rotenburger Ahe-Stadion. Wie ist es dazu gekommen? Wir befragten den Bürgermeister von Bothel, Heinz Meyer (CDU).

Herr Meyer, Glückwunsch, Bothel kommt ganz groß raus! West Ham trainiert auf den Rasenplätzen des TuS Bothel. Wie ist es eigentlich dazu gekommen?

Heinz Meyer: Ich bekam, ich weiß gar nicht mehr, wann das war, einen Anruf von Heiko Kehrstephan.

Heiko Kehrstephan ist Hoteldirektor vom Wachtelhof in Rotenburg.

Meyer: Ja, und er fragte mich, wer denn für die Sportplätze in Bothel zuständig sei. Da habe ich ihm gesagt, das ist Gemeindesache, die Plätze sind Eigentum der Gemeinde. Und der TuS hat die Nutzungsrechte. Der Verein pflegt die Plätze auch zum Teil. Für die anderen Teile der Anlage sind wir als Gemeinde zuständig. Dann hat mir Kehrstephan erklärt, dass West Ham United hierher kommt für ein zehntägiges Trainingslager. Und er meinte, Rotenburg wolle nur für sieben Tage Training erlauben, aber nicht für zehn Tage. Da Kehrstephan Botheler ist, fragt er natürlich bei uns nach, ob wir nicht bereit wären, das Trainingslage hier durchzuführen. Ich war natürlich gleich Feuer und Flamme, obwohl ich gar kein Fußballer bin. Aber natürlich hat mich das gefreut, dass wir so ein Event nach Bothel bekommen können. Ich habe mit dem Gemeinderat gesprochen, da sah ich dann auch nur Zustimmung. Als Provinz renommierte Fußballer aus England hier zu haben, das ist dann schon ein Ereignis.

Ein Event, das aber auch mit viel Arbeit und Vorbereitung verbunden sein wird.

Meyer: Mit Sicherheit. Die meisten Tage sind wohl nicht öffentlich, aber ein öffentliches Training wird es mit Sicherheit geben, da müssen wir uns richtig vorbereiten.

Haben Sie schon mit den Leuten von West Ham gesprochen, was abgehen wird?

Meyer: Nein, ich habe mit Kehrstephan gesprochen und mit unserem TuS-Vorsitzenden. Für das Gespräch mit West Ham wären meine Englischkenntnisse sicher nicht ausreichend. Kehrstephan hat auch schon einen Plan, wie, was, wann wo zeitlich abläuft. West Ham hat ja auch schon zugesagt, vier Mitarbeiter eines Organisationsteams haben sich unsere Anlage und die drei Rasenplätze schon für West Ham angesehen und okay gesagt. Außerhalb des Platzes ist natürlich Polizeisache. Innerhalb der Anlage ist der TuS für zuständig, da hält sich die Gemeinde raus.

Bothel darf sich auf West Ham freuen. Große Ehre für das Dorf, oder?

Meyer: Die Sache ist festgeklopft. Jetzt gibt es kein Zurück mehr.

Zehn Tage Remmidemmi.

Meyer: Nein, West Ham ist zehn Tage hier, aber die spielen ja auch noch woanders – in Schneverdingen und in Lohne gegen Werder Bremen. Ich schätze, dass die Fußballer jeden zweiten Tag hier bei uns sind.

Das hat ein bisschen den Touch von Trinidad und Tobago 2006 in Rotenburg?!

Meyer: Na ja, ich habe schon nachgefragt, ob es Erfahrungswerte gibt von anderen Dörfern, die solch ein internationales Event im Ort hatten. Aber diese Erfahrungswerte gibt es wohl nicht.

Trotzdem müssen Sie, die Gemeinde, der TuS darauf vorbereitet sein, dass Menschenmassen kommen, wenn öffentliches Training mit West Ham terminiert ist.

Meyer: Wenn jetzt tausend Leute kommen, dann müssen wir halt sehen, wo wir die Parkplätze einrichten, die wir vorhalten müssen. Das ist ein logistisches Problem. Die Spieler kommen ja auch mit dem Bus an. Das muss alles bedacht werden. Und das ganze Dorf wird schließlich auf den Beinen sein.

Auch beim nichtöffentlichen Training könnten viele Zuschauer und Fans zur Anlage pilgern. Da geht es dann auch um Fragen der Sicherheit oder des Sichtschutzes.

Meyer: Ja, das Gelände ist an verschiedenen Seiten ziemlich offen. Ob da ein Sichtschutz hin soll, weiß ich noch nicht. Darüber wird aber noch detailliert zu sprechen sein. Alle Einzelheiten weiß ich noch nicht.

Lernen Sie schon ein bisschen Englisch für den Talk mit den Offiziellen von West Ham oder mit englischen Fans, die mit Sicherheit von der Insel mit anreisen?

Meyer: Eigentlich müsste ich bei der Volkshochschule noch einen Crashkurs in Englisch machen... Aber nein, mal im Ernst, ich glaube nicht, dass ich da mit Reden auf Englisch groß ins Boot komme.

Werden die Botheler Rasenplätze britischen Fußball schadlos verkraften können?

Meyer: Wenn wir zwei Tage mal Regen haben, dann müssen die Plätze wieder hergerichtet werden und gut ist. Da sollte es keine Probleme geben. Und wenn West Ham jeden zweiten Tag für eineinhalb Stunden hier trainieren, dann ist das eigentlich ganz normal.

Erhofft sich die Gemeinde mit dem Besuch von West Ham einen großen Geldsegen?

Meyer: Ich kann mir vorstellen, dass West Ham United der Gemeinde vielleicht etwas bezahlen wird. Wir selber werden aber keine Forderungen stellen, wir freuen uns, einen so renommierten Club im Dorf zu haben. Die Briten können uns ja eine Spende dalassen für den Kindergarten oder für unsere Sportjugend. Wir werden auf jeden Fall alles Erdenkliche tun, dass wir hier mit West Ham eine schöne Zeit erleben und alle Beteiligten rundum zufrieden sind. Für Bothel ist das eine tolle Sache. Das internationale Flair hebt doch unser Image.

Hintergrund: 

Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass der englische Premier-Ligist West Ham United für ein Trainingslager in den Landkreis Rotenburg kommt. Allerdings musste der Ort für die Übungseinheiten kurzfristig von Rotenburg nach Bothel verlegt werden, weil es anders „nicht hinhaut“, sagte Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber damals. In der sich daraus entwickelnden Diskussion meldeten sich sowohl Weber als auch die CDU und die Freien Wähler aus dem Stadtrat sowie Heinz-Günter Bargfrede als Mitglied des Sportausschusses (ebenfalls CDU) zu Wort.

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