Immer weniger Bahnen, immer weniger Aktive

Chef der Kegler hat Zukunftsangst

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Immer weniger Menschen in der Region lassen die Kugeln über die Bahnen flitzen.

Bothel - Von Tobias Woelki. Der Volkssport Kegeln verschwindet. Vor mehr als 30 Jahren galt der Sport als Massenphänomen. Fast jeder Ort hatte mindestens eine Kegelbahn. Mit Nachbarn, Freunden oder Kollegen ging man kegeln. Die Bahnen waren Wochen im Voraus ausgebucht. Und heute? „Das Interesse hat stark nachgelassen“, sagt Bernhard Wahlers aus Bothel.

Und der muss es schließlich wissen, bekleidet er das Amt des Vorsitzenden des Kreiskegelverbandes Rotenburg. „Als ich 1983 als Sportwart im Verband angefangen habe, zählten wir mehr als 1 000 Sportkegler. Heute sind es 300.“ Früher sei Kegeln Volks- und Thekensport gewesen. Fast jedes Dorf habe einen Kegelclub besessen. „Man kam zusammen, um in geselliger Runde zu kegeln. Das war neben dem Turnen einer der größten Breitensportarten.“

Bernhard Wahlers kam 1970 zum Kegeln und ist seitdem der Sportart treu geblieben. In diesen Jahrzehnten ist aber viel passiert.

BernhardWahlers

„Das Freizeitverhalten hat sich vollkommen verändert. Die Zahl der Kegler sinkt seit Jahren, und diesen Trend werden wir auch nicht mehr umkehren können. Unsere Sportart leidet an Nachwuchsproblemen und damit verbunden an einer hohen Altersstruktur. Jedes Jahr werden wir weniger. Mit dem sinkenden Interesse gibt es auch immer weniger Kegelbahnen“, so Wahlers.

Im Vergleich zu anderen Kreisverbänden wie Verden, Stade oder Celle stünden die Rotenburger sogar noch gut da. „Dort gibt es nur noch wenige Jugendliche. Bei uns kegeln immerhin mehr als 30 in den Ligen. Dabei engagiert sich der TSV Bülstedt-Vorwerk in der Jugendarbeit besonders stark.“

Und der Kreisverband sei sogar sehr erfolgreich, denn der SV Deinstedt sei Landesmeister und kegele in der Verbandsoberliga. „Wenn wir Kreismeisterschaften ausrichten, sind wir mit 100 Sportkeglern auf einer Bremer Großbahnanlage mit 28 Bahnen nebeneinander aktiv“, stellt der Kreisvorsitzende fest. Aber wie lange noch? „Für die Zukunft ist mir jedenfalls richtig bange.“

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