Bunte Bentheimer und graue Mühlen

Tag der offenen Tür auf dem Hof Wiederhold

Udahl Wiederhold (3.v.r.) informiert die Besucher beim Tag der offenen Tür über die Arbeit der Getreidemühlen-Werkstatt. - Fotos: Bonath

Bellen - Von Wieland Bonath. Bunte Bentheimer Landschweine in Bellen mit den charakteristischen schwarzen Flecken in Freilandhaltung – im Reetdachgebäude mit Lehmwänden die Getreidemühlenwerkstatt: Zum fünften Mal hatte am Sonntag Familie Wiederhold auf ihren Bio-Hof zum Tag der offenen Tür eingeladen. Zu den Führungen in Bellen kamen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Freunde und Anhänger gesunden Lebens aus der Region und benachbarten Landkreisen.

Ein alter Selbstversorgerbetrieb in idyllischer Landschaft mit 43 Hektar Acker- und acht Hektar Waldfläche, dem der inzwischen gestorbene Vater Johannes Wiederhold sein heutiges Gesicht gegeben hat: Mit modernen Kenntnissen Althergebrachtes produzieren und vom Aussterben bedrohte Rassen züchten. Die Familie Wiederhold ist mit den Ergebnissen zufrieden, die Bio-Landwirtschaft funktioniert trotz konjunktureller Höhen und Tiefen.

Auch die Mühlsteine werden in Eigenproduktion hergestellt.

Die Brüder Reimund und Udahl Wiederhold sind in Deutschland die Letzten, die Getreidemühlen unterschiedlicher Leistung in Handarbeit bauen. Mühlen unter anderem aus Buchen-, Birken-, Lärchen- und Kiefernholz zum Mahlen von Weizen, Roggen, Hafer, Dinkel und für die Urgetreidesorten Emmer sowie Einkern. Reimund Wiederhold: „Es geht darum, dass man sein Korn selbst verarbeiten kann und dadurch mehr Kontrolle über die Qualität der Brotzutaten hat.“

Der Betrieb habe weltweit Kundschaft. Zum Beispiel in Korea, Kenia in benachbarten EU-Ländern und vor allem natürlich in Deutschland. Die Produktion neuer Mühlen unterschiedlicher Größe belaufe sich pro Jahr auf 1 000 oder manchmal sogar auf knapp 2 000 Stück. Hinzu komme die Reparatur der Mühlen. Wiederhold: „Wir sind ein reiner Familienbetrieb geblieben. Das heißt, meine Brüder und ich sind an ihrem Bau beteiligt.“

Schweinerasse ehemals vom Aussterben bedroht

Ein weiterer Wirtschaftszweig für den besonderen Bauernhof ist die vor wenigen Jahren noch vom Aussterben bedrohte Schweinerasse Bunte Bentheimer. Der inzwischen 88-jährige Züchter Gerhard Schulte-Bernd aus Isterberg (Grafschaft Bentheim) hatte nicht lockergelassen, bis er Behörden und Landwirte von der koordinierten Weiterzucht dieser Rasse überzeugt hatte. Fleisch, das seinen Preis kostet, aber von einer bestimmten Käufergruppe zunehmend bevorzugt wird.

Udahl Wiederhold (38), Inhaber des Bellener Familienbetriebes, ist unbedingter Anhänger der Weidehaltung für seine Tiere. 150 Mastschweine in kleinen Gruppen von 15 bis 20 Bentheimern auf vier Wechselweiden. Nach zwölf bis 14 Monaten werden dann wöchentlich zwei bis drei Tiere an eine kleine Supermarktkette verkauft. Der durchschnittliche Preis pro Kilogramm, so Wiederhold, belaufe sich auf 45 Euro pro Kilogramm.

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