Bundesgesundheitsminister Gröhe zu erhöhten Krebszahlen

„Sehr ernst“

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Nach den erhöhten Krebszahlen in Bothel gibt es auch Debatten darüber, wie gefährlich Fackelarbeiten an Gasstationen sind.

Rotenburg - Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat nach dem Bekanntwerden der erhöhten Krebszahlen in der Samtgemeinde Bothel das Zentrum für Krebsregisterdaten beim Robert-Koch-Institut (RKI) um eine fachliche Bewertung der Zahlen gebeten. Man nehme die bekannt gewordenen Daten „sehr ernst“, heißt es in einem Schreiben Gröhes an den hiesigen Bundestagsabgeordneten Lars Klingbeil (SPD), der Gröhe zum Thema kontaktiert hatte.

„Ich habe mich an Gröhe gewandt, weil mir wichtig ist, dass die Bundesbehörden über die Ergebnisse in Bothel informiert sind und gegebenenfalls unterstützend tätig werden können. Ich habe auch, um eine Prüfung gebeten, ob entsprechende Untersuchungen auch in anderen Erdgasförderregionen durchgeführt werden sollten“, teilte Klingbeil am Freitag mit. Gröhe begrüßte in seiner Antwort, dass in der Samtgemeinde Bothel weitere Auswertungen und Untersuchungen durchgeführt werden sollen. Auch das Robert-Koch-Institut sprach sich für Folgeuntersuchungen aus. Bundesweite Analysen von Krebshäufigkeiten in Erdgasfördergebieten halte Gröhe aber „ohne weiter konkretisierte Verdachtsmomente“ zum jetzigen Zeitpunkt für verfrüht.

Das Robert-Koch-Institut weist in seiner Antwort an den Gesundheitsminister darauf hin, dass anders als bei Quecksilber ein Zusammenhang zwischen Benzol-Belastungen und Krebserkrankungen wissenschaftlich belegt ist. Ob hier in Bothel ein Zusammenhang bestehe, sei jedoch noch nicht feststellbar – auch wenn es entsprechende Berichte über derlei Belastungen in der Region gebe. „Anzumerken ist, dass eine solche Belastung längerfristig beziehungsweise vor längerer Zeit bestanden haben müsste, um die relativ gleichmäßige Erhöhung der Erkrankungszahlen über den Zeitraum 2003 bis 2012 zu erklären“, schreibt das RKI. Insgesamt erscheine wie bereits festgestellt eine zufällige Häufung der Erkranungsfälle als unwahrscheinlich. Über die Gründe lieferten die Daten des Epidemiologischen Krebsregisterts „naturgemäß keine konkreten Hinweise“. Hierzu müssten weitere Folgeuntersuchungen durchgeführt werden – wie sie ja politisch angekündigt sind.

„Die Antwort des Gesundheitsministers zeigt mir, wie hoch die Aufmerksamkeit für die Situation ist. Es ist wichtig, dass wir die Folgeuntersuchungen entschlossen angehen. Wir müssen wissen, warum es hier zu den Krebswerten gekommen ist. Erst dann können wir die Konsequenzen ziehen“, so Klingbeil.

mk

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