Brockels Diakon Heinz Czienienga ist in Rente

Abschied mit vielen Erinnerungen

Heinz Czienienga
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Diakon im Unruhestand: Heinz Czienienga bleibt weiter engagiert, unter anderem ist er Mitglied im Personalausschuss.

Brockel – Seit Anfang Mai ist Diakon Heinz Czienienga im Ruhestand, Ende Mai wird er mit einem Gottesdienst verabschiedet – jedoch coronakonform nur in einem kleinen Kreis.

Es ist also Zeit, Abschied zu nehmen, zumindest ein wenig. „Ich werde weiterhin etwa ein oder zwei Mal im Monat für die Gemeinde aktiv sein“, verrät Czienienga. In den Kirchenvorstand wolle er nicht eintreten, das sei zu zeitaufwendig. „Aber ich bin Mitglied im Personalausschuss geworden, betreue den technischen Dienst und kümmere mich um die Arbeitszeit und die Urlaubsplanung“, führt er mit Blick auf die kommende Zeit aus. Auch diese Liste hört sich nach Aufwand auf. Dem sieht der Diakon in Rente aber ganz gelassen entgegen, „man sagt, ich kann gut organisieren, das ist wohl auch so“, sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Ursprünglich habe er mal eine Ausbildung als Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert – dieses Wissen begleitet ihn immer noch.

Im Juli wird er 66, die letzten Jahre war er freiwillig im Dienst, denn er hätte eigentlich mit 63 Jahren in Rente gehen können. „Ich wollte aber diese Periode als Vorsitzender der Mitarbeitervertretung des Kirchenkreises Rotenburg noch zu Ende begleiten, das passte zufällig auf den Tag genau“, erklärt Czienienga.

Mit der Gemeinde Brockel sei er tief verwurzelt, berichtet er – kein Wunder, er hat viel bewegt in den Jahren dort. Zwar wohnt er in Schneverdingen, den Arbeitsweg habe er aber immer als angenehm empfunden. „Unterwegs konnte ich gut abschalten“, blickt er zurück.

Auf Tour sei er ohnehin viel, seine Arbeit habe sich ja nicht nur in Brockel, sondern im gesamten Kirchenkreis abgespielt. Wegen der Pandemie habe sich das aber schon ein wenig geändert und er mehr Zeit zu Hause zu verbracht: „Ich hatte immer mal zwei, drei Tage im Homeoffice.“ Auch bedingt durch seine Arbeit im Betriebsrat habe er die Präsenz in der Gemeinde etwas abgebaut.

Bauernmarkt und Dorfladen gegründet

Czienienga, ursprünglich aus Castrop-Rauxel, war nicht nur viel unterwegs, er hat auch vieles in Bewegung gebracht. Daran erinnert er sich gerne: „Mit Pastor Walter Merz haben wir den Bauernmarkt ins Leben gerufen, und dann gab es ja auch noch den Dorfladen Brockel.“ Damals habe es kein Geschäft im Ort gegeben, gemeinsam mit Merz und Bürgermeister Rolf Lüdemann sei die Idee entstanden.

„Wir haben erst aufgehört, als der Netto-Markt kam“, so Czienienga. Mit Birgit Bargfrede entstand dann das „Café Kirchenbank“, „wir hatten das als diakonisches Projekt ins Leben gerufen“, listet er weiter auf.

Czienienga ist und bleibt mit der Gemeinde verwurzelt. Eine gewisse Beständigkeit begleitet ihn schon lange, auch mit seiner ursprünglichen Heimat bleibt er verbunden. Wenn Corona Fußballspiele mit Zuschauern wieder erlaubt, will er gemeinsam mit seiner Frau, die ebenfalls aus dem Ruhrgebiet kommt, wieder alle 14 Tage seine Dauerkarte ausnutzen und ins Dortmunder Fußballstadion fahren. „Wir sind Fußballfans“, gibt er zu.

Mit Blick auf seine Arbeit schwärmt er: „Vor allem in Brockel hatte ich ganz besonderen Spaß an der Arbeit mit den Kindern. Wir haben Kinderfilmwochen auf die Beine gestellt und St. Martin gefeiert, die Kindergottesdienste waren etwas Besonderes, und erwähnen muss ich noch das Konfirmanden-Modell der Kirchenregion“. Mit über 100 ehrenamtlichen Mitarbeitern sei das eine ganz tolle Sache. Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen habe er sehr geschätzt.

Trotzdem freut er sich nun auch auf den Ruhestand. Czienienga, der im Juli nicht nur Geburtstag hat, sondern dann auch 40 Jahre mit seiner Frau verheiratet ist, will mit ihr gemeinsam reisen. Die beiden wollen sich verschiedene Ziele ansehen, mal raus an die Elbe und natürlich auch wieder ins Ruhrgebiet, wo inzwischen auch die erwachsene Tochter wohnt.

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