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Brockeler Mühlenverein sucht dringend Verstärkung

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Von: Jens Wieters

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Die Dampfmaschinentechnik in der Brockeler Mühle fasziniert die Besucher.
Die Dampfmaschinentechnik in der Brockeler Mühle fasziniert die Besucher. © - Woelki

Die Brockeler Windmühle ist ein echter Hingucker und ist auch zu Pfingsten während des Deutschen Mühlentags wieder geöffnet. Sorgen macht sich der Mühlenverein aber um die Zukunft des historischen Galerie-Holländers.

Brockel/Federlohmühlen – Sie ist wohl das Fotomotiv in der Region schlechthin: Die alte Brockeler Windmühle. Aber damit es auch so bleibt und die Mühle sinnbildlich gesprochen nicht traurig ihre großen Flügel hängen lässt, braucht es eine Mannschaft, die sich um den alten Galerie-Holländer kümmert. Das macht bisher der Mühlenverein Brockel. „Doch der ist schlichtweg überaltert und braucht dringend jüngere Mitglieder“, sagt der kommissarische Vorsitzende Gernot Schöning, der durch den plötzlichen Tod seines Vorgängers Gerd Krüger zu seinem Amt wie die Jungfrau zum Kinde gekommen war.

Denn das rund 23 Meter hohe und sieben Stockwerke umfassende Gebäude braucht weiterhin viel Pflege, auch wenn große Teile des hölzernen Ständerwerks und auch die Galerie drumherum mit Fördergeldern teilweise erneuert worden sind. „Und es kann ja nicht sein, dass ein 83-jähriges Mitglied unseres Vereins nach ganz oben klettern, um an der Kuppel etwas zu reparieren“, sagt Schöning, der hofft, dass sich ein „paar jüngre Menschen aus der Region finden, denen die Mühle ebenso am Herzen liegt wie uns, die einfach mitmachen und helfen, das Gebäude instand zu halten.“

Und damit das auch ein wenig zementiert wird, hofft der kommissarische Vorsitzende auf möglichst viele Teilnehmer an der Generalversammlung, die „wohl Mitte Mai stattfinden wird“. Einen genauen Termin gebe es zwar noch nicht, der werde aber rechtzeitig bekannt gegeben. „Auf jeden Fall vor dem Pfingstfest“, versichert Schöning.

Denn der zweite Feiertag steht deutschlandweit im Zeichen der Mühlen. „Wir werden die Mühle bis 18 Uhr für unsere Gäste offen halten“, kündigt Schöning an. „Wir starten morgens mit einem Gottesdienst. Mittags wird es einen Imbiss geben und nachmittags Kaffee und Kuchen“, so der Brockeler, der nicht für den Vorsitz kandidieren will, weil „auch ich auf die 70 zugehe und mir tatsächlich auch die Zeit fehlt“.

Die Mühle, die von Vereinsmitgliedern auf den Namen „Anneliese“ getauft wurde, weil sich Schönings Vor-Vorgängerin Anneliese Krüger über viele Jahre fast rund um die Uhr um das 1860 fertiggestellte Bauwerk gekümmert hatte, prägt immer noch genauso wie die Kirche weiter das Ortsbild Brockels.

Alte Technik für kleine Kinder.
Alte Technik für kleine Kinder. © Woelki (Archiv)

Beim Deutschen Mühlentag ist auch die historische Mahltechnik zu sehen. Die leistet an der Königswelle etwa 70 bis 80 PS. Ein Mühlgang ist restauriert. Bei gutem Wind sollen die Flügel eine Geschwindigkeit von 15 Umdrehungen pro Minute haben. Der Mühlstein macht dann durch die Übersetzung etwa 90 Umdrehungen und schafft einen Getreidedurchsatz von bis zu 200 Zentner am Tag. Bei Flaute wird das Mahlwerk durch eine Dampfmaschine angetrieben. Diesen Betrieb erläutern den Besuchern die beiden Maschinisten Manfred Mierwald und Fritz Jahn ausführlich. Nach Abschluss des Gottesdienstes öffnen die Mühle und das Gerätemuseum ihr Türen.

Der Mühlenverein Brockel wurde 1993 von Brockeler Einwohnern gegründet, um die Mühle als einmaliges historisches Denkmal der Region der Nachwelt zu erhalten. Als der Verein die Mühle übernahm war sie in einem katastrophalen Zustand. Sehr viel wurde durch die Mitglieder in Eigenleistung erbracht, um die Mühle in den jetzigen Zustand zu versetzen. „Und darum hoffen wir, dass sich junge Leute finden, die genauso denken wie wir“, so Schöning.

Wassermühle Federloh zu Pfingsten geöffnet

Zum Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag öffnet auch die Wassermühle in Federlohmühlen. „Den letzten Mühlentag im Jahr 2019 hatten wir die Wassermühle verbunden mit einem kleinen Rahmenprogramm geöffnet. Wegen der Corona-Pandemie sind die Mühlentage in den vergangenen beiden Jahren ausgefallen. Jetzt sind wir wieder am Start, haben uns aber entschlossen, auf ein Rahmenprogramm zu verzichten“, so Eckhard Bammann. Die Resonanz der Besuche habe leider immer weiter abgenommen nahm. Die Älteren würden immer weniger und die Jüngeren hätten kaum einen Bezug zu historischer Technik. „Am Pfingstmontag schließen wir daher die Wassermühle und das Trauzimmer auf. Die Gäste können sich in der Mühle in aller Ruhe umschauen.“

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