Stiftung Naturschutz kümmert sich um Erhalt von Orchideenarten

Bothels schöne Raritäten

Die heimische Orchidee Breitblättriges Knabenkraut.
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Die heimische Orchidee Breitblättriges Knabenkraut ist selten geworden.

Bothel – Biologin Heike Vullmer gerät ins Schwärmen: „Wir haben diese 0,75 Hektar große Fläche im Bereich der Samtgemeinde Bothel Anfang der 90er-Jahre erworben. Die Wiese zeichnet sich aus durch eine ungewöhnlich große Artenvielfalt und das Vorkommen seltener Arten.” Zu den Raritäten zählen der geschützte und sehr seltene Klappertopf und die Orchidee Breitblättriges Knabenkraut, von den Arbeitskreisen Heimische Orchideen für die Jahre 1989 und 2020 zur Orchidee des Jahres gewählt.

Vullmer ist Mitarbeiterin der vor rund 35 Jahren vom Kreistag ins Leben gerufenen Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg. Den genauen Standort der Wiese verrät sie nicht, um die Orchideen vor „Sammlern“ zu schützen. Aber sie berichtet, dass es noch an drei anderen Plätzen im Landkreis (Wald, Heide, Moore und Grünland) farbenprächtige Orchideen gibt.

Insgesamt beläuft sich die Zahl der Orchideenarten im Landkreis auf sechs, davon zwei im Grünland und vier im Wald. Viele Naturfreunde wissen gar nicht, dass diese prächtigen Blumen mit ihren raffinierten Bestäubungstechniken in heimischem Boden wachsen.

Die Biologin weiter: „Wir als Stiftung Naturschutz haben im vergangenen Jahr auf einigen unserer Flächen ein Ansiedlungsprojekt für den Klappertopf in Zusammenarbeit mit dem BUND Bremen gestartet. Dies sind also die ersten blühenden Klappertöpfe auf Stiftungsflächen. Es handelt sich um Halbschmarotzer, die die Wurzeln von Gräsern anzapfen, um an Wasser und Nährsalze zu gelangen.“ Im übrigen sei der Klappertopf ein Extrembeispiel dafür, dass die Nutzungsintensivierung zum Artenrückgang und schließlich zum Verschwinden der Art beiträgt.

Biologin Heike Vullmer weiß um die Bedeutung der seltenen Pflanzen für die Artenvielfalt.

Heike Vullmer zur Arbeit der Stiftung: „Unsere Aufgabe ist es, durch ein angepasstes Pflegemanagement, das heißt, Regulieren der Wasserstände, Mähzeitpunkte und Mähhäufigkeiten die Fläche dauerhaft zu erhalten. Die Fläche kann mit ihrer Artenvielfalt nur optimal erhalten werden, wenn wir einen Partner haben, der die Pflege in gegenseitiger Absprache durchführt.” Die Stiftung, so Vullmer, lege Wert auf kooperative Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern, mit Wasser- und Bodenverbänden, Unterhaltungsverbänden, mit den Jagdpächtern, den Naturschutzverbänden und dem Landkreis.

Der Arbeitsschwerpunkt besteht in der Planung, Organisation und Umsetzung regelmäßiger Pflegemaßnahmen auf mittlerweile 186 Hektar eigener Flächen. Es begann mit dem Erwerb artenreicher Orchideenwiesen. Heute gehören zum Flächenpool neben verschiedenen Stillgewässern, Sumpfwäldern, diversen Grünflächen auch kleinere Moor- und Heidegebiete sowie eine Obstwiese.

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