Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle umreißt Themenbereiche 2016: Flüchtlinge, Krebsfälle, Klima

„Große Aufgaben landen irgendwann bei uns“

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Dirk Eberle.

Bothel - „Die Sorgen der Menschen sind nicht mehr nur Bilder in einer Nachrichtensendung, ihre Auswirkungen sind bis in unser tägliches Leben hinein spürbar“, betont Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle in seinem Jahresrück- und -ausblick.

Die Samtgemeinde Bothel habe aktuell 113 Flüchtlinge aufgenommen. Diese Zahl werde steigen und „uns vor noch größere Herausforderungen stellen“. Und was bei den einen als eine Aufgabe angenommen werde, löse bei anderen Angst und Unsicherheit aus. „Wenn wir unsere Kultur, unsere Normen und unsere Heimat erhalten, schützen und pflegen, ist unsere Gesellschaft so stark und souverän, dass sie sich vor niemanden fürchten muss“, so Eberle. Am Ende böte sich die Chance, von neuen Nachbarn Neues zu lernen, sie einzubinden und mitzunehmen. Eberle: „Es geht nicht um bedingungslose Toleranz, es geht um Hilfe bei einem schwierigen Neuanfang.“

Auch wenn das Thema Flüchtlinge vieles überdecke, habe es 2015 auch andere Themen gegeben, teilt der Wensebrocker mit. „Nach fast 20 Jahren wurde die Y-Trasse aufs Abstellgleis geschoben. In einem neuen Verfahren wurde die ganze Region aufgefordert, eine Lösung für die Schieneninfrastruktur für die Häfen zu finden. Das Ergebnis, der Ausbau vorhandener Strecken und die klare Entscheidung, das alte Y nicht weiter zu verfolgen, ist auch für mich eine riesige Freude und großer Erfolg, an den ich und viele der Streiter oft schon nicht mehr geglaubt haben.“

Im kommenden Jahr warte die ganze Samtgemeinde, aber auch die Region auf Antworten hinsichtlich der Ursachen für die häufigen Krebsfälle. „Ich hoffe, dass die Experten bald den Grund für diese tödliche Bedrohung finden, denn nur eine gefundene Ursache kann man auch beseitigen“, so Eberle.

Der Blick in die Zukunft lasse schon die nächsten Herausforderungen erkennen: Der Schutz des Grundwassers, die Umsetzung des Klimavertrags von Paris, oder der demografische Wandel: „Die großen Aufgaben für die Menschheit landen alle irgendwann bei jedem einzelnen von uns.“

Die schönste Erkenntnis seines ersten Amtsjahrs: „Die Menschen um mich herum, Mitarbeiter, ehrenamtlichen Helfer oder die Bürger, sie alle sind zu viel mehr Engagement bereit, als das je zu erwarten gewesen ist. Und daher ist mir auch vor dem Jahr 2016 nicht bange!“

jw

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