Botheler Wiedau-Schule nun Oberschule / Neue Küche und moderne Medien

Nach Mathe gibt’s Spaghetti

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Hauswirtschaftslehrerin Jasmin Windhorst (v.l.), Rektorin Annemarie Dollinger und Bürgermeister Dirk Eberle präsentieren die neue Lehrküche in der Oberschule Wiedau-Schul.e

Bothel - Von Jessica Ginter. Neues Schuljahr, neue Schulform: Die Wiedau-Schule Bothel firmiert fortan als Oberschule. Das bedeutet, dass die Schüler nicht nur weiterhin fleißig Mathe, Deutsch und Englisch büffeln, sondern jetzt auch neuerdings ab und zu am Herd stehen und den Kochlöffel schwingen.

„Aufgrund der Tatsache, dass die Hauptschule immer weniger Zuspruch bekam, wurden die Klassen im Laufe der Zeit kleiner“, erklärt Schulleiterin Annemarie Dollinger.

Schule und Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle bekamen vom Landkreis und der Landesschulbehörde grünes Licht für eine Oberschule. Innerhalb weniger Monate wurde die Idee in die Tat umgesetzt. So gelang es, in Windeseile Räume zu renovieren, Wände zu streichen, einen Gruppenraum zu gestalten und Klassen mit neuen Tischen und Stühlen auszustatten.

Die kostenintensivste Veränderung war die neue Lehrküche, für die rund 40000 Euro ausgegeben wurden. Dort wird der Wahlpflichtkurs Hauswirtschaft nicht nur – wie ursprünglich geplant – für die Klassen 6 bis 10, sondern auch für die Fünftklässler gegeben.

Die neue Küche mit ihren Herdplatten, Waschbecken und Öfen ist für 16 Schüler ausgerichtet. Mit im Raum befindet sich auch eine große Essecke, die durch die neuen Tische und Stühle dazu einlädt, die zubereiteten Speisen gemeinsam zu essen.

„Die Plätze für den Wahlpflichtkurs sind sehr begehrt“, teilt Hauswirtschaftslehrerin Jasmin Windhorst mit. Zwei der acht Herdplatten sind mit Induktionsfeldern ausgestattet, damit die Kinder die verschiedenen Funktionen von Elektroherden kennen lernen.

Dass man auch in einer Schule sorgsam mit den Ressourcen umgehen kann, wird den Schülern ebenfalls näher gebracht. Denn: „Die alten Schränke wurden für die Fachräume Textiles Gestalten wiederverwendet. Auf dem Müll landete wenig“.

Für die neuen Möbel hat die Samtgemeinde als Schulträger zusätzliche finanzielle Mittel herangezogen. Und auch für die weitere räumliche Ausstattung will der Landkreis Zuschüsse aus der Kreis-Schulbaukasse gewähren, „damit wir nicht allein dastehen“, so Eberle.

Der Bürgermeister ist „für den großen Einsatz und die tatkräftige Unterstützung des Lehrerkollegiums dankbar, das den Sprung zur Oberschule begleitet hat“.

Unterstützung gab es bei der Umwandlung aber auch von örtlichen Firmen. So habe das Unternehmen Avides, laut Eberle, die Wiedau-Schule mit zehn Tablets ausgestattet. Darin seien Übersetzungsprogramme installiert, um die Kommunikation mit Kindern von Flüchtlingen in der Schule zu erleichtern. Außerdem wurde ein Klassensatz Notebooks angeschafft, die pro Stück bis zu 600 Euro gekostet haben.

Damit sich die Schüler und vor allem die Fünftklässler an die Umstellung, die der Wechsel zur Oberschule mit sich bringt, gewöhnen, wurde ein sogenanntes Oberschulen-Team ins Leben gerufen, das sich aus drei Lehrern zusammensetzt. Diese sollen die Schüler einfühlsam begleiten.

In der ersten Woche des neuen Schuljahres fand eine Art Interaktionsunterricht statt, um das gegenseitige Kennenlernen der Fünftklässler zu erleichtern und ihnen Dinge wie Mappenführung näher zu bringen.

Außerdem war für jede Klasse ein Tag vorgesehen, um eine Schulrallye durchzuführen, damit die Kinder in dem großen Gebäude in der ersten Zeit keine Orientierungsschwierigkeiten haben.

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