Präsentation und Verkauf am 26. November

Botheler Chronik ist fertig

Diese fleißige Arbeitsgruppe des Heimatvereins Bothel hat an unzähligen Abenden die Chronik erstellt.

Bothel - Von Henning Leeske. Von frühgeschichtlicher Archäologie über die erste urkundliche Erwähnung bis in die ersten Nachkriegsjahre reicht die neue Chronik in Bothel. Die Arbeitsgruppe im Heimatverein hatte in unzähligen Abenden das knapp 300 Seiten starke Buch über die Geschichte Bothels zusammengestellt.

Chronikexperte Gernot Breitschuh hatte die Kapitel der einzelnen historischen Epochen mit Blick auf Bothel erstellt. So kann der Leser mehr über den Ort, über die Zeit mit den Schweden, mit den Franzosen und mit Bischöfen erfahren. Die großen Zeitalter werden mit Blick auf das Dorf an der Wiedau erläutert und die Auswirkungen auf die Gemeinde erklärt. Beispielsweise findet der Leser viele Informationen über die Bodenreform zur Entstehung der alten Höfe.

Sehr interessant sind sicherlich die Namenslisten der Einwohner, die aus Zeiten des 30-jährigen Krieges stammen. Dadurch können viele Botheler die Spuren ihrer Vorfahren zurückverfolgen. Zusätzlich sind im historischen Werk einige aufschlussreiche Karten der Gemarkung enthalten, wo die Grenzverläufe und ersten Siedlungen verzeichnet sind.

Als Ouvertüre beginnt das Buch mit den vorgeschichtlichen Hügelgräbern in der Region und mit der späteren Völkerwanderung. Absoluter Hingucker ist dann die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Bothel. Auf einem Dokument des Verdener Bischofs von 1226 geht es ums liebe Geld.

Die Urkunde mit der ersten Erwähnung Bothels - Fotos: lee

Der Zehnte eines genannten Hofes in Bothel sei damals für schulische Zwecke bestimmt worden. Also investierte Bothel schon im 13. Jahrhundert die eigenen Steuereinnahmen für die Ausbildung. Die Originalurkunde wurde aus dem Landesarchiv Stade beschafft und ist in der Chronik samt Übersetzung abgebildet. Auch die Entstehung des Gutes Bothel im Zusammenhang mit der Familie von Honhorst kann nachgelesen werden.

Natürlich kommt neben der hochtragenden Weltgeschichte und deren Bezug auf Bothel der Klatsch und Tratsch in der Vergangenheit nicht zu kurz. So kann jeder Käufer des Werkes zahlreiche bekannte Botheler Familiennamen in der Übersicht zur Kirchenbuße im 18. Jahrhundert finden. Selbstverständlich mit einer detaillierten Schilderung der moralischen Verfehlung der genannten Ahnen.

Denn dem Vergnügen waren die Bothler auch schon in der Vergangenheit nicht abgeneigt, da der Arbeitsgruppe die originale Genehmigung einer öffentlichen Tanzlustbarkeit beim Gastwirt Hellwinkel aus dem Jahre 1910 vorliegt und somit seinen Platz in der Chronik fand. Ausgestellt wurde der Verwaltungsakt übrigens vom Königlichen Landrat höchstpersönlich.

Zusätzlich zu den geschichtlichen Zusammenhängen kann jeder Botheler daher in der Chronik auch allerhand nette, kleine Anekdoten nachforschen oder alte Fotografien bewundern. Es gibt auch zusammengefasste Berichte von Zeitzeugen aus den vergangenen Jahren, die in der Chronik beleuchtet werden. Hierbei kamen die spätzurückkehrenden Kriegsgefangenen in den 1950er-Jahren zu Wort.

Am Sonntag, 26. November, um 15 Uhr ist es dann soweit und die Chronik wird den Einwohnern und Interessierten offiziell mit einer Lesung präsentiert. Ab 14.30 Uhr ist Einlass und zur anschließenden Kaffeetafel in Meyers Gasthof wird um Anmeldungen gebeten. Dann gilt es, sich schnell eines der Exemplare aus der ersten Auflage mit 500 Stück zu sichern.

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