Dorfentwicklung Wiedau-Walsede

Fördertöpfe sind prall gefüllt

Die Brockeler Windmühle
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Es muss ja nicht immer die Brockeler Windmühle sein, auch Maßnahmen an anderen ortsbildprägenden Gebäuden werden durch das Dorfentwicklungsprogramm üppig finanziell gefördert.

Bothel – Bereits eine knappe Million Euro sind für die Umgestaltung der ehemaligen Sparkasse in Kirchwalsede und für die Neugestaltung der Straßen im Bereich Brockeler Sportplatz in der Dorfentwicklung Wiedau-Walsede verteilt worden. Und damit ist noch lange nicht Schluss. „Ganz im Gegenteil“, wie Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Eberle sagt.

Die Fördertöpfe seien gut gefüllt. Wer also als Privatmann schon immer mal sein Haus oder seine Hofstelle umgestalten und einen großen Batzen an Fördergeldern bekommen möchte, der habe noch bis 2028 Zeit.

Denn so lange läuft das Programm Dorfentwicklung, das vom Land Niedersachsen unterstützt wird. „Stichtag für die jeweiligen Anträge ist der 15. September eines jeden Jahres. Allerdings sollten die Anträge nicht auf den letzten Drücker eingehen, sondern besser gut vorbereitet einige Wochen vorher vorliegen“, so Eberle, der in der vergangenen Woche gemeinsam mit Siegfried Dierken vom Verdener Amt für Landesentwicklung und Mitarbeitern des Büros Mensch und Region aus Hannover 58 Teilnehmern einer Onlinekonferenz das Programm noch einmal schmackhaft gemacht hat.

Allerdings müssen natürlich gewisse Rahmenbedingungen eingehalten werden, will man in den Genuss von Fördergeldern kommen. Denn vom Land Niedersachsen werden Projekte der Dorfentwicklung finanziell bezuschusst, die die wirtschaftliche, öffentliche oder dörfliche Infrastruktur sichern oder neu entwickeln. Dies umfasst Investitionen in die Nahversorgung, in die Sicherung der Mobilität oder in soziale Einrichtungen ebenso wie in kleinere touristische Infrastrukturen.

Förderung für private Maßnahmen

Private Eigentümer von Gebäuden erhalten eine finanzielle Unterstützung, wenn sie zum Beispiel Sanierungsmaßnahmen oder Umnutzungen alter landwirtschaftlicher oder ortsbildprägender Bausubstanz vornehmen. Sie können dafür eine Förderung von bis zu 30 Prozent erhalten. Zum Beispiel für die Sanierung der äußeren Gebäudehülle wie Dach, Fassade, Fenster, Türen oder für Freiflächengestaltung mit Pflasterung, Einfriedung und Pflanzmaßnahmen.

Von den 2 087 erfassten Gebäuden in den Gemeinden sind rund 500 förderfähig, ist vom Planungsbüro zu hören. „Die Vorgaben sind allerdings so breit gesteckt, dass man fast jedes Projekt irgendwo unterbringen kann“, appelliert Eberle, keine Scheu zu zeigen und sich mit Ideen, „seien sie auch noch so spleenig“, einfach an die Samtgemeindeverwaltung, die Bürgermeister der Orte Hemsbünde, Brockel, Bothel und Kirchwalsede oder an das beteiligte Büro Mensch und Region zu wenden. „Im aktuellen Dorfentwicklungsplan sind bereits 153 Projekte enthalten“, informiert Eberle.

Im Kern bearbeiten Interessierte aus den Dörfern mit Unterstützung des Planungsbüros Ideen zum Beispiel für die Stärkung der Dorfgemeinschaften, die Verbesserung der Nahversorgung, der Mobilität und der Verkehrssicherheit. Auch die Schaffung von Arbeitsplätzen zum Beispiel im Tourismus, die Gestaltung der Dörfer, die Sanierung von Gebäuden und die Verbesserung des Klimaschutzes stünden im Blickpunkt.

Finanzspritzen ziehen Investitionen nach sich

Die Ergebnisse der Workshops in der Vor-Corona-Zeit wurden von den Planungsbüros im Dorfentwicklungsbericht dargestellt. Er ist die Grundlage für die aktuell mit den Zuwendungsbescheiden für Kirchwalsede und Brockel gestarteten Förderphase. Noch in der Pipeline sind die Sanierung und Umnutzung des Hauses an der Dorfstraße 35 durch die Gemeinde Hemsbünde. Für Bothel steht die Umgestaltung des Freibades noch auf der Liste. Auf dem Tisch des Amts liegt zudem die Bewilligung der Neugestaltung des Schützenplatzes durch den Schützenverein Brockel. Diese Projekte müssen noch einige Unterlagen zur Bewilligung nachreichen.

„Mit den jetzt vorliegenden Projekten werden fast zwei Millionen Euro Fördermittel in diesem Jahr in die Region fließen. Sie lösen dabei Investitionen von 5,8 Millionen aus. Diese kommen dem regionalen Handwerk zugute. Die Wertschöpfung in der Region durch Vorprodukte und Dienstleistungen wird auf das Drei- bis Fünffache geschätzt“, so Wolfgang Kleine-Limberg vom Büro Mensch und Region.

Die kommenden Monate sollen für die Konkretisierung und Weiterentwicklung der nächsten Projekte genutzt werden. Im Zentrum stehen neben der Entwicklung der Ortsmitte Kirchwalsedes und der Umsetzung eines verkehrsberuhigten Bereichs Horstweg/Schulstraße in Bothel auch die weitere Planung eines Vereinsheims des TuS Kirchwalsede, der Friedhof Riekenbostel und ökologische Aufwertungen in Form von Streuobstwiesen in Hemsbünde.

„Gemeinsame Entwicklungen von Bürgern für Bürger ist ein grundlegender Punkt für die weitere Bearbeitung der Projekte“, so Planerin Katharina Brüntgens.

„Auf jeden Fall stehen alle Beteiligten bereit, potenzielle Antragsteller auf die Startblöcke zu heben und Geld ist in den kommenden Jahren laut Aussage von Siegfried Dierken reichlich vorhanden“, hofft Eberle auf viele Anrufe oder E-Mails. Er setzt auch darauf, dass es nach der ersten Digital-Konferenz bald wieder Präsenzveranstaltungen geben kann, „weil man sich dabei vielleicht doch noch direkter austauschen kann“.

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