Agentur macht Rückzieher

TuS Bothel sagt Faschingsparty ab

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Die Botheler Faschingsparty mit einem bunten Fest für Kinder und der anschließenden Party für Erwachsene zählte zu den größten Veranstaltungen dieser Art im Altkreis Rotenburg. 350 junge Besucher kamen nachmittags, mehr als 1000 am Abend. 

Bothel - Von Jens Wieters. Viele junge Partygänger, ältere Musikfans und auch jede Menge Kinder halten sich in jedem Jahr den dritten Samstag im Januar frei, um es bei der Botheler Faschingsparty – für die Kinder am Nachmittag, für die Erwachsenen am Abend – so richtig krachen zu lassen. Diesen Termin können jetzt alle streichen, denn der TuS Bothel hat die Party abgesagt.

Am 19. Januar sollten die beiden Veranstaltungen wie immer nacheinander in den beheizten Zelten am Botheler Bürgerhaus stattfinden. Doch daraus wird nun nichts. „Wir waren schon voller Vorfreude, wieder eine Megaparty feiern zu dürfen, doch leider haben sich in der Organisation dieses Events kurzfristig unerwartete Umstände ergeben, die dazu führen, dass wir die Party nicht veranstalten können“, sagt Hans-Jürgen Schlifelner, der mit dem Organisationsteam des TuS in den Jahren zuvor sonst kurz vor Weihnachten bereits alles durchgeplant hatte.

„Uns haben aber noch im November die beiden Caterer, die für die komplette Infrastruktur der Party sorgen sollten, abgesagt. Wir haben zwar sofort versucht, eine Ersatzlösung zu finden, aber das war in der Kürze der Zeit nicht möglich. Ist aber auch klar, denn die Wirte haben ihre Kalender voll und können eine Großveranstaltung nicht mal eben dazwischenschieben“, erläutert Schlifelner.

Solch eine Mammutaufgabe, die für Partys dieser Größenordnung nötig sei, und zu der Zeltorganisation und -aufbau, Kühlwagen, Tresen Toiletten und viele weitere Dingen zählten, könne ein Verein nämlich nicht allein wuppen. Rund 600 Stunden ehrenamtliche Arbeit hätten die Vereinsmitglieder für die Planung und Betreuung der Party ohnehin schon aufgebracht. Schlifelner: „Manche nehmen sich extra ein paar Tage Urlaub, um einzukaufen und alles vorzubereiten.“

Schon im September gab es die ersten Zweifel

Auf wackeligen Füßen stand die Planung der mit mehr als 1000 Besuchern am Abend und rund 350 Kindern am Nachmittag wohl größten Faschingsparty im Altkreis Rotenburg bereits im September. Denn die Gemeinde Bothel wollte eine Vergnügungssteuer für die Fete erheben. Und zwar aus dem Grund, weil eine Agentur aus Verden offiziell als Veranstalter auf dem Papier stand, nachdem sich nach zwölf Jahren die Schützen und die Feuerwehr aus der Organisation zurückgezogen hatten, und auch ein Gastronom aus dem Ort kein Interesse mehr hatte.

Damals hatte Michael Fehlig, Kämmerer der Samtgemeinde, über die Satzung zur Vergnügungsteuer informiert. „Sind Vereine die Veranstalter von diesen Feiern, kommt die Satzung nicht zur Anwendung, aber bei Firmen muss eine Vergnügungssteuer in der Höhe von zehn Prozent der Eintrittsgelder erhoben werden.“ Allerdings fand diese Idee keine Mehrheit im Gemeinderat. Die Politiker hatten die Satzung für ein weiteres Jahr außer Kraft gesetzt.

Aber es gibt dennoch Hoffnung für die Traditionsveranstaltung: „Wir machen im kommenden Jahr eine Pause, beginnen aber schon gleich zu Beginn des neuen Jahres mit den Planungen für 2020“, sagt Hans-Jürgen Schlifelner. Denn dann soll die Party am Samstag, 18. Januar, wieder stattfinden.

„Und bestimmt noch schöner, denn der TuS Bothel wird dann 100 Jahre alt und die Faschingsparty soll den Auftakt der Feierlichkeiten zum Geburtstag unseres Vereins bilden“, so Schlifelner.

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