Fragen über Fragen

Erdgasförderung und Krebserkrankungen: Bergamt bietet Bürgersprechstunden an

Björn Völlmar und Jana Hotzan vom Landesbergamt stehen Bürgern im Botheler Rathaus für Fragen rund um die Erdgasförderung und anderen Themen zur Verfügung. Foto: Wieters
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Björn Völlmar und Jana Hotzan vom Landesbergamt stehen Bürgern im Botheler Rathaus für Fragen rund um die Erdgasförderung und anderen Themen zur Verfügung.

Tief in der Erde hat es gerumpelt? Warum brennt eine helle Fackel an einer Bohrstelle? Wird das Grundwasser der Region durch die Suche nach Erdgas gefährdet? Fragen über Fragen beschäftigen die Menschen zwischen Sottrum und Visselhövede und ganz besonders natürlich die in der Samtgemeinde Bothel, wo immer noch nach der Ursache für die vermehrten Krebserkrankungen gesucht wird. Antworten darauf gibt es jetzt während der regelmäßigen Bürgersprechstunde, die das Landesbergamt (LBEG) im Botheler Rathaus anbietet.

Bothel - Am Montagnachmittag haben Pressesprecher Björn Völlmar und Jana Hotzan vom Genehmigungsreferat des Bergamts ihre Arbeit aufgenommen und wurden gleich von Andreas Rathjens und Birgit Brennecke, beide entschiedene Gegner der Gasförderung, auf viele Themenbereiche angesprochen.

„Die Termine sollen allerdings keine Informationsveranstaltungen sein, bei denen ganze Gruppen ihren Protest gegen die Erdgasförderung loswerden können, sondern die Menschen aus der Region sollen uns gezielt aufsuchen und ihre ganz persönlichen Fragen stellen“, erklärt Hotzan das Prozedere im Trauzimmer des Rathauses, wo die beiden LBEG-Mitarbeiter einmal pro Monat für drei Stunden Rede und Antwort stehen. Es sollten sich auch nicht nur Bürger aus der Samtgemeinde Bothel angesprochen fühlen, „sondern jedermann kann vorbeikommen“.

Bothel: Eine Sprechstunde im Quartal

Am Montag war es allerdings noch nicht so ganz klar, ob der monatliche Abstand auch eingehalten wird. Denn während Bothels Samtgemeindebürgermeister Dirk Erberle fest davon ausgeht, dass es eine entsprechende Sprechstunde geben wird „wie in Hannover besprochen“, wussten die beiden LBEG-Fachleute noch nichts von ihrem Glück: „Wir gehen aktuell von einer Sprechstunde im Quartal aus“, so Hotzan, die aber nicht ausschließen will, dass der „Bürgermeister ein bisschen mehr weiß“ als sie.

Grundsätzlich begrüßt Eberle das Angebot des LBEG, auch „wenn wir weiter fordern, dass ein Fachmann ein echtes Büro in Bothel bezieht, in dem er die normalen Routinearbeiten des Amts erledigen kann, aber uns von der Verwaltung, den Gemeinderäten und den Bürgern mehr als nur einmal pro Monat zur Verfügung steht“.

Sprechstunden als erster Schritt für mehr Bürger-Service

So könnten diese jetzt anlaufenden Sprechstunden nur als erster Schritt für mehr Bürger-Service gewertet werden. „Ich gehe davon aus, dass noch mehr kommt“, so Eberle, der an seine Mitbürger appelliert, die Sprechzeiten ausgiebig in Anspruch zu nehmen.

„Darauf sind wir auch eingestellt“, bestätigt Jana Hotzan, die „gerne“ auch Fragen entgegennimmt, die vielleicht nicht zu ihrem Fachgebiet gehören. „Ich werde die dann umgehend an den zuständigen Sachbearbeiter weiterleiten. Antworten kann es dann per E-Mail geben oder auch bei der nächsten Sprechstunde.“

Nächste Sprechstunde in Langwedel

Überhaupt will sich das LBEG-Team erst einmal zurechtfinden und nach und nach die Feinjustierung der Sprechstunde vornehmen. „Wenn es rechtzeitig angemeldet wird, nimmt sich ein Fachmann sicher auch mal die Zeit, eine Förderstätte in Augenschein zu nehmen, wenn ein Bürger der Meinung ist, einen besonderen Anlass dafür zu haben“, sagt Völlmar.

Der reist übrigens mit seiner Kollegin am Donnerstag weiter nach Langwedel (Landkreis Verden), um dort ebenfalls von 15 bis 18 Uhr im Rathaus eine Sprechstunde anzubieten. Dort hat es zuletzt zwei Erdbeben, bedingt durch Erdgasförderung der Firma Wintershall DEA, gegeben. 

Über das Thema Erdgasförderung hinaus beantworten die Fachleute des LBEG auch Fragen zur Arbeit der Behörde sowie zum Geologischer Dienst von Niedersachsen.

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