Bennis Abenteuer im „Trochelwood“ 

Im Waldstück zwischen Bellen und Brockel wird "Systemsprenger" gedreht

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Die Scriptmeisterin bei der Arbeit unter einem Unterstand. Sie entscheidet, ob eine Szene wiederholt werden muss.

Brockel - Von Henning Leeske. „Achtung, wir drehen“, hallt es plötzlich durch den sonst so besinnlich ruhigen Trocheler Wald zwischen Bellen und Brockel. Die Hütte im abgelegenen Forststück ist nämlich der Drehort des Kinofilms „Systemsprenger“.

Sonst geht alles sehr bedächtig und ruhig zu am Set mitten zwischen den alten Bäumen, da der Ort mit seiner Stille „wirklich ansteckend ist“, wie die Filmcrew flüsternd betont. Beim Drehen werde aber sowieso immer voll konzentriert gearbeitet und schon das Klicken der Kameras der Lokalpresse störe.

Denn während oben im Dachboden der Forsthütte im Nirgendwo des Trochel die beiden Hauptdarsteller Helena Zengel und Albrecht Schuch die Szene spielen, sind nur die Regisseurin Nora Fingscheidt und der Kameramann dabei.

Der Rest der Crew sitzt gebannt am Bildschirm oder lauscht dem Ton außerhalb der Hütte unter den Fichten und Eichen. Die Scriptmeisterin bewertet quasi live, ob die gedrehte Szene so in den Kasten kann und ob es weiter geht im Drehbuch. Oberste Instanz ist natürlich die Regisseurin, die in diesem Fall auch die Autorin ist.

Viele Nachwuchsförderpreise abgeräumt

„Systemsprenger“ hat übrigens schon ordentlich abgeräumt bei den Nachwuchsförderpreisen. Vom Emder Drehbuchpreis 2016, dem Thomas-Strittmatter-Preis 2017 und bis zum Kompagnon-Förderpreis der Berlinale Talents 2017 waren schon namhafte Auszeichnungen dabei. Und wer weiß, vielleicht läuft der Trochel bald auf den Leinwänden der Berlinale in der Bundeshauptstadt. Danach hätte der Landkreis an der Wümme sein Image als Filmkulisse sicher und ein neues Trochelwood, ob des Waldes eine äußerst treffende Bezeichnung.

Die alte Forsthütte mitten im Trocheler Wald dient als Kulisse für den Film „Systemsprenger“, der 2019 zunächst in den Kinos läuft und anschließend im ZDF zu sehen sein wird.

Dafür muss aber alles glatt laufen bei den Dreharbeiten in Brockel, Hamburg und Berlin. Insgesamt 60 Tage ist das Filmteam unterwegs, davon immerhin 25 im urwüchsigen Wald der Samtgemeinde Bothel. Das lässt auch die Wichtigkeit der Szenen in der Hütte erkennen.

Denn das Thema des Films ist der Umgang mit Jugendlichen, die im gesellschaftlichen System nicht klar kommen und ausbrechen.

Kinostart 2019

Sicherlich eine anspruchsvolle Rolle für die neunjährige Helena alias Benni, die schon beim Berlinalefilm „Die Tochter“ vor der Kamera stand. Der „alte Hase“ setzte sich gegen 100 andere junge Teilnehmer des Castings durch.

Nicht nur Kinofans kennen den anderen Hauptdarsteller Albrecht Schuch, im Film stellt er den Anti-Gewalt-Trainer Micha dar, da er bereits bei „Paula“, „Die Vermessung der Welt“ oder „Die Täter: Heute ist nicht alle Tage“ für Furore gesorgt hatte. Der neue Streifen „Systemsprenger“ kommt aber erst 2019 in die Kinos und später ins ZDF, weil noch bis Februar 2018 gedreht wird.

Die Hauptdarsteller Helena Zengel und Albrecht Schuch.

Lange suchten die Cineasten eine geeignete Waldhütte in der ganzen Lüneburger Heide, bis sie schließlich im Trochel fündig wurden.

Am Szenenbild musste gar nicht viel verändert werden, da half schon ein wenig Farbe und alles an der Hütte war perfekt für den ersten Dreh im trüben und nasskalten November.

Morastiger Waldweg sorgt für Probleme

Als Teambuildingmaßnahme erstellten die Filmleute zunächst zusammen ein Baumhaus, das auch im Film vorkommt. Gemütlich wurde es dann beim Lagerfeuer, das aus Sicherheitsgründen unter den Augen der Brockeler Feuerwehr loderte.

Einen sehr wichtigen Mitwirkenden am Set gab es auch aus Bellen selber. Denn Landwirt Henning Precht zog mit seinem Trecker so manches Mal ein Fahrzeug der Filmemacher aus dem morastigen Waldweg, das sich im Matsch festgefahren hatte.

Zum Schluss hat er dann auch noch das Spielfilmauto, einen alten Passat mit Hannoveraner Kennzeichen, aus dem Trochel geschleppt und am Drehort kehrte schließlich wieder Ruhe ein.

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