Arefa Abdulkader, Flüchtling aus Eritrea, wird bei HBI zum Tischler ausgebildet

Perspektive statt Langeweile

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Arefa Abdulkader (vorn) an seinem Arbeitsplatz mit Ausbilder Bernhard Müller.

Hemsbünde - Arefa Abdulkader, Flüchtling aus Eritrea, ist glücklich: Das Fenster- und Türenwerk HBI aus Hemsbünde bot ihm einen Ausbildungsplatz zum Holzmechaniker/Tischler an – und dass, obwohl sein Asylverfahren noch gar nicht beendet war. „Das ist ein gutes Beispiel für einen vorbildlichen Umgang mit Flüchtlingen“, freut sich Eckhard Lang, Flüchtlingsberater im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Rotenburg. Er hat das gesamte Verfahren begleitet und Abdulkader bei den zahlreichen Behördengesprächen unterstützt.

Um diesen Fall zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, haben sich zahlreiche Behörden, Institutionen und Einzelpersonen engagieren und einsetzen müssen.

Begonnen hatte alles Anfang diesen Jahres. Damals erzählte der junge Mann seiner Vermieterin frustriert, dass er sich langweile und Arbeit suche, am liebsten etwas mit Holz. Die Frau hatte daraufhin die Firma HBI angerufen, die ganz in der Nähe der Wohngemeinschaft von Abdulkader liegt. Obwohl sein Asylverfahren noch nicht abgeschlossen war, vereinbarte der kaufmännische Leiter von HBI, Heiko Lübke-Detring, einen Vorstellungstermin mit dem heute 29-Jährigen. Alle Beteiligten einigten sich auf eine Praktikum, das in einen Ausbildung münden soll.

Flüchtlingsberater Lang holte die Genehmigung der Ausländerbehörde des Landkreises Rotenburg ein und vermittelte den 27-Jährigen zu einem Deutschkurs. Den erteilt der ehemalige Berufsschullehrer Hermann Miesner vom Arbeitskreis Asyl Rotenburg ehrenamtlich. In der besonderen Schulklasse sind neben Abdulkader auch Flüchtlinge aus der Türkei, dem Sudan und Palästina. „Und alle haben Freude am Deutschlernen“, verrät Miesner mit einem Lächeln.

Harald Höhns, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens HBI, freut sich über die schnellen Deutsch-Erfolge des Afrikaners, wie er „nach einigen Wochen während eines Gesprächs“ feststellte. Der Eritreer habe sich als ein gelehriger und motivierter Schüler erwiesen, und so die Zusage für eine Ausbildung erhalten.

Seit August fährt Abdulkader täglich mit dem Fahrrad von Wensebrock nach Hemsbünde. „Die Arbeit macht mir Spaß, die Kollegen sind sehr hilfsbereit und ich finde es toll, verschiedene Holz- und Baumarten kennen zu lernen“, verrät Abdulkader.

Höhns und Lübke-Detring sind erfreut darüber, dass ihr neuer Auszubildender inzwischen ein Bleiberecht und eine befristete Aufenthaltserlaubnis von zwei Jahren erhalten hatte. Sie wollen andere Unternehmen davon begeistern und motivieren, Menschen wie Abdulkader zu helfen.

Die Aktion, die aufgrund vieler Helfer in die Tat umgesetzt werden konnte, hält Berater Lang für ein „gutes Beispiel für einen vorbildlichen Umgang mit Flüchtlingen“.

jg

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