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Widerlegt: Mutmaßliche Nosferatu-Spinne am Kirchwalseder Bullensee ist eine andere Art

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Von: Jens Wieters

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Dieses Tier haben Ursula und Peter Endres am Bullensee fotografiert. Es ist wohl eine Nosferatu-Spinne.
Dieses Tier haben Ursula und Peter Endres am Bullensee fotografiert. Es ist wohl eine Nosferatu-Spinne. © PE

Eine Nosferatu-Spinne, die normal am Mittelmeer heimisch ist, haben Ursula und Peter Endres vermeintlich am Kirchwalseder Bullensee entdeckt. Der Landkreis gibt am Dienstag Entwarnung.

Update vom 13. September, 18 Uhr: Der Landkreis Rotenburg hat am Dienstag Entwarnung gegeben. Die entdeckte Spinne am Bullensee gehört einer anderen Art an und ist keine Nosferatu-Spinne. Hier der Bericht zur aktuellen Entwicklung.

Originalmeldung vom 12. September: Kirchwalsede – Vor etwa einer guten Woche waren Ursula und Peter Endres aus Visselhövede am Bullensee unterwegs, um sich in der herrlichen Natur zu erholen – und sie kamen mit einer neuen Erkenntnis wieder nach Hause. Die Nosferatu-Spinne, die nach einer Mitteilung des Naturschutzbunds (Nabu) Niedersachsen gerade durch die Gazetten geistert, hat es offenbar auch bereits bis zum Bullensee geschafft.

Vermeintliche Nosferatu-Spinne am Bullensee

„Wir sind vom großen Parkplatz nach links in Richtung Kirchwalsede marschiert und haben am Wegesrand ein komisches Gebilde aus Spinnenweben gesehen, das einer Kugel ähnelte“, sagt Ursula Endres. Darauf habe ein ungewöhnliches Krabbeltier gesessen und darum habe es das Ehepaar mal fotografiert. „Nur so, um Zuhause mal im Internet zu vergleichen, um welche Spinnenart es sich denn handeln könnte.“ Aufgrund der Zeichnung auf dem Rücken des Tieres sei dem Ehepaar sofort klar gewesen, dass es wohl nur eine Nosferatu-Spinne sein könne, die „ja eigentlich im Mittelmeerraum beheimatet ist“, hat Endres recherchiert.

Zunächst haben sich die beiden Visselhöveder gar nichts dabei gedacht, erst als der Nabu Ende vergangener Woche die Verbreitung der Spinnenart auch in Norddeutschland bekannt gegeben hatte, hat sich auch Familie Endres wieder an ihr Erlebnis erinnert und unserer Zeitung ein Foto geschickt.

Ungewöhnlich dabei ist, dass der Achtbeiner auf dem kugelähnlichen Gebilde aus Spinnweben saß, da die Spinne laut Nabu ohne Netze ihre Beute jagt und vor allem an Hauswänden oder bei Gartenhäusern, auf Balkonen und Terrassen zu finden ist. „Vielleicht hat sie auch nur auf den Besitzer des Gebildes gewartet, um den zu jagen“, so Ursula Endres.

Dem Nabu Niedersachsen liegen Sichtungen aus Hannover, Göttingen und Osnabrück, aber auch in Oldenburg und Ostfriesland vor. 2005 sei die Spinne erstmals in Deutschland nachgewiesen worden, seither habe sie sich stark verbreitet.

Nosferatu-Spinne: Ein Name zum Fürchten

Ihren Namen verdankt die Spinne der Zeichnung auf ihrem Rücken, die an die Filmfigur Nosferatu aus dem gleichnamigen Stummfilmklassiker erinnert. Bei der auch als Kräuseljagdspinne (Zoropsis spinimana) bekannten Art handelt es sich um eine aus dem Mittelmeerraum stammende Spinne mit einer Körperlänge von ein bis zwei Zentimetern und einer Beinspannweite von etwa fünf Zentimetern.

„Bei den ersten in Deutschland aufgefundenen Nosferatu-Spinnen handelt es sich vermutlich um Urlaubsmitbringsel, die sich dann im Schutz der Häuser vermehrt haben“, wird Frederik Eggers, Teamleiter Natur- und Umweltschutz beim Nabu Niedersachsen, in der Meldung zitiert. „Klimawandel und damit einhergehende milde Winter begünstigen nun die Ausbreitung der Tiere.“ Eine übermäßige Angst vor der Spinne müssten Menschen laut Nabu nicht haben, auch wenn sie wie alle Spinnen Gift einsetze, um ihre Beute zu betäuben. Zwar könne sie anders als heimische Spinnenarten mit ihren Beißwerkzeugen die menschliche Haut durchdringen. Aber wenn sie beiße, sei das bei Menschen in der Regel mit einem Bienen- oder Wespenstich zu vergleichen. Zu einem Biss komme es in der Regel nur, wenn sich die Spinne bedrängt fühle, sagte der Nabu-Experte. Mit bloßer Hand einfangen solle man sie daher nicht, sondern ein Glas über sie stülpen, eine dünne Pappe unter das Glas schieben und das Tier ins Freie verfrachten.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Rotenburg: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Kirchwalsedes Bürgermeister Friedrich Lüning (BLM) zeigt sich überrascht über die Sichtung in seinem Ort: „Ich werde jetzt mal mit dem Nabu Kontakt aufnehmen, wie man die Population der Spinne vielleicht dokumentieren kann. Aber Natur ist halt Natur.“

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